Am 2. September 2004 starteten Lina und Andreas Killat in Markdorf zu einer Radreise nach China. Zwischenzeitlich waren sie dort und sind mittlerweile in Kalkutta. Für den SÜDKURIER berichten sie exklusiv.
Wir erradelten in einem Monat 1382 Kilometer von Kathmandu (Nepal) bis Kalkutta (Indien). Wehmütig mussten wir uns vom Himalaja verabschieden und von der klaren, trockenen Luft. Wir überquerten unsere letzten Pässe und tauchten ein in das feuchtheiße Klima der indischen Tiefebene, in deren trübem Himmel sich die Sonne oft erst um die Mittagszeit zeigt.
Erstaunlich, dass es hier im Süden von Nepal auf 120 Metern über dem Meeresspiegel, nur etwa 100 Kilometer von den über 8000 Meter hohen eisigen Hochgebirgsregionen des Annapurnamassivs, einen Dschungel gibt, mit einer kleinen streng geschützten Population von tropischen Tieren wie das einhörnige Panzernashorn, bengalische Tiger und zwei Arten von Krokodilen. Der Royal Chitwan National Park ist ein Touristenmagnet, und wegen der Gefährlichkeit der wilden Tiere und zu deren Schutz ist es streng untersagt, ihn ohne Führer zu betreten. So buchten wir eine Kanufahrt zur Krokodilbeobachtung (unser Guide wurde ganz nervös, denn Krokodile sahen wir nicht) und einen Ritt auf einem Elefanten und konnten von dem Sitz auf dem Rücken in sicherer Höhe Nashörner in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Sicher amüsant und interessant. Aber auch deprimierend. Im Vergleich zu dem riesigen vom Menschen in Anspruch genommenen Umland empfanden wir den Nationalpark mit seinen 967 Quadratkilometern als winzig, als Zoo mit freilaufenden Tieren.

„Zweite Hälfte war katastrophal“
Lars Menck als Chef-Einheizer
Matthias Lauber bleibt Trainer