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Click Markdorfer entlarvt Abmahnpraktik

Sind Musik-Downloads legal? Weil diesbezüglich kaum jemand durchblickt, versuchen Trittbrettfahrer mit falschen Abmahnungen abzukassieren. Woran Sie diese erkennen können.

„Das kam uns komisch vor.“ Leser L. aus Markdorf hatte ein gutes Gespür. Die Abmahnung einer „Grevenreuth AG“, die angeblich im Auftrag des Plattenkonzerns Universal Music Raubkopierer im Internet jagt, ist gar keine. Zugestellt wurde sie L.s Tochter Sandra – per E-Mail (verdächtig), ohne genaue Auflistung der heruntergeladenen Dateien und auch ohne persönliche Anrede (beides ebenfalls sehr verdächtig). Trotzdem kamen Sandra L. Zweifel an ihrer eigenen Unschuld. Youtube-Nutzerin ist sie. Und natürlich hat sie auch mal runtergeladen, dafür dann aber auch bezahlt.

Darum muss sich Sandra L. auch keine Sorgen machen. „Einen Riesenquatsch“ nennt Otto Freiherr Grote das Schreiben, Anwalt für Urheberrecht bei der Kölner Kanzlei Wilde und Beuger. Er findet „schon sehr interessant, wer da jetzt auf den Abmahnzug aufspringt“: „Die Kanzleien, die in der Regel für Universal abmahnen, sitzen in Hamburg und München, aber nicht, wie es hier behauptet wird, in Osnabrück.“ Abmahnungen per E-Mail gibt es laut Grote aber tatsächlich, bei Fotos auf der Homepage etwa: „Da machen Datenbankbetreiber das erst mal auf diesem Wege ab, um sich eventuell den Anwalt sparen zu können.“

Das fällt auf:

„Das Vergehen wird überhaupt nicht spezifiziert. Es gibt keine Details“, rügt Grote. Ein ordentlicher Anwalt würde seine Arbeit außerdem dokumentieren: „Denn es ist ja nicht so einfach, einen Internet-Anschluss-Inhaber zu ermitteln.“ Tatsächlich geht nur übers Strafrecht, also den Staatsanwalt. Oder den zivilrechtlichen Auskunftsanspruch, den Rechteinhaber gegenüber Zugangsanbietern haben. Diese geben dann die so genannte IP-Nummer heraus. Die führt zum Anschluss-Inhaber, aber nicht zwangsläufig zu dem, der etwas heruntergeladen hat. „Da ist Einiges am Laufen, um da ranzukommen“, bestätigt Grote.

Ebenfalls verdächtig: Es werden keine Namen von Verantwortlichen genannt. Die angegebene Telefonnummer – wir haben mehrmals angerufen – ist tot. Außerdem ist der zu zahlende Betrag zu niedrig. Laut der verbraucherzentrale Baden-Württemberg geht es in der Regel um mehrere Hundert Euro an Anwaltskosten auf Grund sehr hoher Streitwerte. „450 Euro für ein einzelnes Lied, sind üblich“, bestätigt Grote. Das Ganze erinnert ihn deshalb an Abofallen im Internet. „Da sollen Sie dann auch 96 Euro zahlen.

“: „Hier wird bewusst kalkuliert, dass die meisten Empfänger das durchschauen, aber ein geringer Teil bezahlt.“ Grotes Resumée: „Dieses Schreiben ist so verfasst, dass die Absender es an Tausende Empfänger verschicken können, ohne auf den Einzelfall eingehen zu müssen.“

Dateiname : So erkennen Sie falsche Abmahnungen
Dateigröße : 2.27 MBytes.
Datum : 13.01.2010 11:30
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So erkennen Sie falsche Abmahnungen


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