Mit dem Pinsel gegen den Super-Gau kämpften Mitglieder der Markdorfer Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Am Samstagvormittag luden sie die Gehrenbergstädter zu einer großen Mitmach-Mal-Aktion in die Marktstraße. Dabei sollten Transparente entstehen, die nach der kommenden Bundestagswahl in Berlin zum weltweit längsten Aufklärungs- und Protest-Transparent zusammengeheftet werden sollen. „Die Anmeldung fürs „Guinness-Buch der Rekorde“ läuft schon“, erklärte BUND-Engagierter Frieder Staerke.
Staerkes Argumente waren klar: Der Atomausstieg sei grundsätzlich zwar längst beschlossen – von der ehemaligen Rot-Grünen Regierung. Nur ringen Atomwirtschaft und in deren Gefolge etliche Politiker der FDP und der Unionsparteien um die gleichfalls schon beschlossene restliche Laufzeit der Reaktoren. „Die soll nun womöglich bis 2022 verlängert werden“, verweist Frieder Staerke auf die Überlegungen mancher Politiker, „was bedeutet, dass dann ein Drittel mehr Atommüll anfällt.“ Hinzu komme noch ein weiter Punkt, so der BUND-Vertreter: die Risiken einer Kraftwerks-Havarie durch Betriebs-Unfälle, durch Flugzeugabstürze oder gezielte Terrorangriffe bestehen weiter.
Staerke wies zwar auf die breite Ablehnung des Atomstroms in der Bevölkerung hin – die Bereitschaft der Markdorfer Bevölkerung, dafür dann auch den Pinsel zu ergreifen, erwies sich jedoch als recht schmal. Gegen neun Uhr am Morgen, als die Malaktion begann, standen die Anti-Laufzeit-Verlängerungs-Engagierten noch allein auf der Marktstraße. Und später erkundigten sich die Passanten eher nach dem Ziel des Geschehens. In die Hocke ging kaum jemand, um die auf dem Boden ausgebreiteten Bettlaken zu bemalen. Jörg Büsche
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