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Markdorf Märchen-Nachmittag für Kinderheim in Ecuador

Helga und Hermann Zitzlsperger haben einen Benefiznachmittag organisiert, dessen Erlös einem Kinderheim in Ecuador zugute kommt.

Gleich ob Mädchen oder Junge, ob Göttersohn oder Bauerntochter, ihnen wird übel mitgespielt, den Kindern aus den von Susanne Coy erzählten Märchen. Die professionelle Erzählerin aus Hamburg hat für den Benefiznachmittag im Pfarrheim Geschichten aus Südamerika mitgebracht. Das passt umso besser, da die von Helga und Hermann Zitzlsperger organisierte Spendenaktion – die zweite dieser Art – für ein Kinderheim in Ecuador gedacht ist. Titel des Nachmittags: „Märchenhafte Stunden“.

Wie eine kleine Wundergeschichte bereitete Helga Zitzlsperger dann den Hintergrund des Spendenprojekts auf. Den vielen Zuhörern im Saal schilderte die Weingartener Hochschuldozentin, wie sich aus einem ihrer Studenten ein Mensch entwickelte, den die Not anderer keineswegs kalt ließ: Michael Günther. Darüber hinaus fand er trotz vielfältiger Hemmnisse und Widerstände Wege, scheinbar Unmögliches doch noch zu bewirken. Etwa den Weiterbau jenes Kinderheimes in Panzaleo, einem kleinen Dorf im ecuadorianischen Hochland. Die Arbeiten waren – „wie so oft in jenen Gegenden“, so Helga Zitzlsperger – ins Stocken gekommen. Der Grund: Das angesparte Geld war ausgegeben. Die Aussicht auf Finanzhilfen fehlte gänzlich. Der ambitionierte Ausbau drohte als Bauruine zu enden. Michael Günther, der als freiwilliger Helfer mitgearbeitet hatte, kehrte nach Deutschland zurück. Allerdings kam er nicht wieder – anders als seine Eltern erwartet hatten – um sein Studium fortzusetzen. Nein, er kam, um Spendengelder zu sammeln. Was – „wie sich das für einen Märchenhelden so gehört“, so Helga Zitzlsperger – auch gut gelang. Die Zitzlspergers fanden eine trefflich organisierte Einrichtung vor, als sie vor zwei Jahren das Kinderheim besuchten.

Anrührend schildert das Pädagogen-Ehepaar die Begegnung mit den Kindern. Vielfach sind es Missbrauchsopfer oder Straßenkinder, denen nicht nur Obdach, sondern auch eine Lebensperspektive geboten wird. Denn die Träger des Kinderheims kümmern sich auch um die Schulbildung beziehungsweise eine berufliche Perspektive. Längst hat das Kinderheim mit dem schönen Namen „Jardin del Eden“, Paradiesgarten, zu einer verzweigten Organisation entwickelt, die versucht, Kinder und Jugendliche in verschiedenen Regionen aufzufangen. In einer Dependance auf 3000 Metern Höhe gibt es Berufsvorbereitungskurse. Den Betrag, den die nach dem frühen Unfall-Tod Michael Günthers von dessen Eltern ins Leben gerufene Stiftung monatlich überweist, beziffert Helga Zitzlsperger mit 8000 Euro. Derzeit werden damit 75 Kinder und Jugendliche unterstützt.

Not und Elend waren aber nur die eine Seite der „märchenhaften Stunden“. In Susanne Coys Märchen gab es sowohl für den gebeutelten Göttersohn als auch für die in nicht minder großer Bredouille steckende Bauerntochter ein glückliches Ende. Hermann Zitzlsperger führte seinem Publikum die schönen Seiten Ecuadors vor Augen. Majestätische Vulkane, unbekannte Pflanzen und immer wieder Bilder von Menschen in ihren Trachten. Für passende Musik sorgten Cornelia und Franz Riedl mit einem Mix aus lateinamerikanischen Weisen. Tänze und Lieder, die den Appetit der mit Spezialitäten verwöhnten Spender anregten.

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