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Markdorf Im Land der verzauberten Felsen

18.02.2005
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Am 2. September 2004 sind Lina und Andreas Killat in Markdorf zu einer außergewöhnlichen Fahrradreise aufgebrochen. Ziel ist China. Für den SÜDKURIER berichten sie über Erlebnisse und Eindrücke. Zuletzt nochmals aus Kappadokien.

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Wir sind verzaubert von Kappadokien, im Herzen der Türkei. Vergleichbares haben wir noch nie im Leben gesehen, noch wussten wir, dass es so etwas überhaupt gibt. Wir fühlen uns wie auf einem anderen Planeten in einen Science-Fiction-Film versetzt, wenn wir hoch oben auf einen Felsen über die bizarre, bis zum Horizont reichende Landschaft blicken. Mächtig erhebt sich im Hintergrund der fast 4000 Meter hohe Vulkan Erziyes, der dazu beitrug, diese Szenerie zu erschaffen. Seine Lava, Asche und Schlammmassen ergossen sich vor Millionen Jahren über das Land und bildeten den weichen Tuffstein. Wind und Regen taten im Laufe der Jahrtausende das Übrige und bildeten die skurrilsten Denkmäler, die man sich vorstellen kann. Die pilz-, nadel- und kegelförmigen Felsentürme sind teilweise von Höhlen durchlöchert, wie ein Schweizer Käse. In mühsamer Arbeit schlugen sich bereits 4000 vor Christus die Menschen diese Wohnstätten in den Fels. Frühe Christen schufen im Göremetal 350 Höhlenkirchen, die Freskenmalerei an den Wänden ist teilweise noch erhalten und kann besichtigt werden.

Auch wir leben in solch einer Wohnhöhle ganz unten in einem Felsenturm. Früher war dieser Raum ein Stall für das Vieh, an den Wänden hängen noch Ringe und Ketten an denen die Tiere festgebunden wurden. In den Fels sind Nischen gehauen, die wahrscheinlich als Futtertröge dienten. Nun gehört dieses Zimmer zu einer Pension und ist behaglich eingerichtet. Natürlich für Menschen. Das Gebiet ist Weltkulturerbe und wird von der UNESCO geschützt. Dem Betreiber der Pension ist es nicht gestattet, auch nur einen Zentimeter Fels zu verändern, und wenn, dann nur mit behördlicher Genehmigung.

Wenn wir vor die Türe treten sind wir gleich in diesem Zauberland und durchstreifen auf langen Spaziergängen die Gegend. Unsere Pässe sind per Kurierdienst nach Berlin unterwegs und warten darauf mit pakistanischen Visa ausgestattet zu werden. Das nimmt eine Menge Zeit in Anspruch.

Wir nutzen die Zeit, um uns von unserem Fahrradhersteller "riese und müller" stärkere Federn und Ersatzteile schicken zu lassen. Durch die starke Belastung ist schon der zweite Reifen ausgebeult und muss ersetzt werden. Hier bekommt man nur minderwertige Qualität und so müssen wir uns die Reifen aus Deutschland kommen lassen. Außerdem schickt mein Bruder Reinhold uns noch eine Landkarte von Pakistan, einen Reiseführer und zwei Dosen Pfefferspray zur Verteidigung. Lina ist vor Kurzem mitten auf einer Hauptstrasse von einem großen aggressiven Hund angefallen worden. Der biss ihr in den Hinterreifen und brachte das Fahrrad zum Stehen. Lina griff ihren für diesen Zweck besorgten Prügel, schrie und drohte mit Schlägen. Der Hund bekam Angst und lief weg. Doch sobald Lina weiterfahren wollte kam er wieder angelaufen. Zum Glück tauchte der Besitzer auf, pfiff den Hund zurück und lud Lina zum Tee ein, worauf sie aber dankend verzichtete. Auf Pfefferspray reagieren Hunde äußerst empfindlich.

Markdorf
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