Markdorf „Hier wächst etwas zusammen“

Raimund Moser leitet seit drei Jahren das Schlaganfall-Infobüro im Mehrgenerationenhaus

Markdorf – 21. Juni 1991 – dieses Datum wird Raimund Moser nie vergessen. Er wachte morgens auf und konnte weder seinen rechten Arm noch sein rechtes Bein bewegen. „Damals war ich 42 Jahre alt und habe nicht daran gedacht, dass das ein Schlaganfall sein könnte“, sagt Moser. „Das Leben wird total umgeschmissen, nichts ist wie vorher“, sagt Moser. Es folgten sechs Wochen Krankenhausaufenthalt und zwölf Wochen Reha. „In der Zeit ist es mir gelungen, aus dem Rollstuhl herauszukommen“, sagt Raimund Moser.

Zu diesem Zeitpunkt war der Wirtschaftsingenieur Abteilungsleiter im IT-Bereich bei MTU. Ab Februar 1992 hat Moser stundenweise wieder in seinem Beruf gearbeitet. „Ich hatte Glück, verständnisvolle Vorgesetzte und Mitarbeiter zu haben, die vor mir merkten, dass es so nicht weiter geht“, erinnert sich der 61-Jährige. Zehn Jahre lang arbeitete Moser weiter, bis er selbst merkte, dass es so nicht weiter ging und er Erwerbsminderungsrente beantragte. „Damals bin ich in ein tiefes Loch gefallen und habe mir überlegt, was ich machen könnte“, sagt Raimund Moser.

Er entschied sich, beim Deutschen Kinderschutzbund in Friedrichshafen eine Ausbildung zum Berater am Kinder- und Jugendtelefon zu machen. Aus dieser Erfahrung heraus, entschloss sich Moser an der FH Weingarten Sozialarbeit und –pädagogik zu studieren. Inzwischen hat Moser elf Semester studiert, alle Prüfungen abgelegt, nur auf die Diplomarbeit hat er am Ende verzichtet, wegen Konzentrationsstörungen. Die plagen ihn seit dem Schlaganfall. „Es ist wichtig, gute Freunde zu haben, die einen nicht fallen lassen, sondern unterstützen“, so Moser. Man müsse es akzeptieren, Hilfe von außen anzunehmen und sich nicht verkriechen. Vor allem bei älteren Leuten sei das eine Gefahr.

An der FH lernte Moser Irmgard Teske kennen und war zur Eröffnungsfeier des Mehrgenerationenhauses eingeladen. Da hatte er die Idee, ein Infobüro einzurichten. „Ich habe den Bedarf gesehen. Vor allem ist es wichtig, die Risikofaktoren und Symptomatik bekannt zu machen“, sagt Raimund Moser.

Das Mehrgenerationenhaus findet Moser eine tolle Sache. „Hier wächst etwas zusammen und das fördert das Verständnis unter den Generationen.“ Viele unterschiedliche Menschen engagierten sich in den verschiedensten Bereichen und das sei eine gute Sache.

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