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Markdorf Gebetete Sinfonien voller Hingabe

19.05.2009
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Ein kleiner Vorwurf schwang mit, aber noch mehr Charme, als Friederike Delong sich zum Abschluss des Konzertabends noch einmal ans Publikum wandte: „Ein bisschen geschwächelt haben Sie schon – am Ende“, sagte die Moderatorin. Das sei aber nur ein zusätzlicher Grund, um bei den Proben des Markdorfer Gospelchors vorbeizuschauen und ein wenig zu üben, lud Friederike Delong die Zuhörer in der Markdorfer Sporthalle ein.

Dabei hatte die Menge durchaus gekocht, zumindest den Siedepunkt erreicht. Bei der ersten Zugabe hielt es kaum jemanden auf dem Stuhl. Zwischen Orchester und Sitzreihen tanzten die Besucher des Jubiläums-Konzerts. Fast alle klatschten mit. Und ebenso viele stimmten ein in den Gospel-Gesang. Noch wenig mehr und es hätte gebrodelt, so dass von Schwächeln eigentlich gar keine Rede sein kann. Es sei denn vom Standpunkt der Chor-Mitglieder aus, denn die vibrierten geradezu vor lauter Energie und Lust am Singen. Aber sie hatten auch zehn Jahre lang Gelegenheit, sich eine fabelhafte Kondition anzutrainieren. So lange nämlich besteht der von Hansjörg Walter geleitete Chor.

Grund genug, das kleine Jubiläum mir einem großen Konzert zu feiern, wie Elisabeth Eckert, die Vorsitzende des Chors und Dirigent Walter in ihrer Einladung formuliert hatten. Und ein großes Konzert wurde es denn auch in jeder Beziehung. Zunächst, weil sich der Markdorfer Gospelchor die Bühne mit dem befreundeten Gospelchor Deggenhausertal teilte. Außerdem musizierten das Streichorchester der Musikfreunde Markdorf und eine Bläserauswahl der Stadtkapelle sowie noch etliche weitere Instrumentalisten. Entscheidend jedoch für die „Größe“ des Konzert war anderes: die Auswahl der gespielten Stücke, deren Arrangement, vor allem aber hörbare Hingabe, mit der die beiden Chöre und das Orchester agierten.

Wobei „hörbare Hingabe“ beinah schon zu wenig sagt. Schließlich macht gerade der Gospelgesang das Aufgehen im Liedtext, im Rhythmus und oftmals noch im Tanz augenfällig. So war es kein Zufall, dass Friederike Delong auf die Parallelen zwischen Gospel und Barock-Musik verwies. Beide wollen Ganzheit. Beide wollen verehren: Gott und seine Schöpfung. „Worship the Lord“, sang Solistin Jutta Blank (Sopran), verehre den Herrn in der Schönheit seiner Heiligkeit. Und Hansjörg Walter, dem musikalischen Energiespeicher nicht nur dieses Abends, gelang es mithilfe des Streichorchesters, die begleiteten Gospel zu betenden Sinfonien zu machen. Jörg Büsche

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