Markdorf Garten von Bernadette Briemle eine kleine Idylle in der Stadt

Die grüne Oase von Bernadette Briemle in Markdorf ist eine Mischung aus Nutzgarten und Erholungsort. Bernadette Briemle stellt im Rahmen der SÜDKURIER-Serie "Mein Garten" ihre kleine Idylle inmitten der Stadt vor.

Markdorf – Vögel zwitschern und die Sonne scheint in den Garten von Bernadette Briemle. Es duftet nach Blumen und warmem Gras. Der Garten liegt geschützt hinter dem Haus in der Brühlstraße und ist von außen nicht einsehbar. Eine kleine Idylle inmitten der Stadt. Der Garten ist eine Mischung aus Zierpflanzen, Büschen und Nutzgarten. Bernadette Briemle bezeichnet ihn selbst als "gepflegte Wildnis". Sie erklärt: "Die Wildnis darf nicht überhandnehmen, aber so geschniegelt und gestriegelt muss es auch nicht sein."

Durch ein großes Tor betritt man ihr persönliches Paradies. Das erste, was ins Auge sticht, ist eine Gruppe Kakteen. Einige von ihnen sind Mitbringsel aus dem Spanienurlaub. Der älteste Kaktus ist rund 50 Jahre alt. Dahinter liegt eine große hölzerne Veranda, in der ein Teil Markdorfer Geschichte verarbeitet wurde, stammen die Balken doch vom alten Markdorfer Schloss. 1982 wurde die Veranda von Briemles Schwiegervater gebaut. "Das hat er gemacht, ohne einen Nagel zu verwenden", berichtet sie. Die Veranda ist ein Ort zum Verweilen und um sich mit der Familie zu treffen. Bernadette Briemles Tochter Anja hat auf eine Wand das Bischofsschloss gemalt. Zusammen mit den Kakteen, die davor stehen, fühlte man sich fast wie im Urlaub in Spanien.

Briemles Garten ist eine bunte Mischung aus Pflanzen und Dekorationen. Beim Hindurchspazieren hat man das Gefühl, durch verschiedene Länder und Kontinente zu gehen. Manches mutet spanisch an, andres wieder asiatisch. Dazwischen findet sich ein Beet mit Nutzpflanzen, wie Kartoffeln. "Um die muss ich mich gar nicht kümmern bis zur Ernte im Herbst", sagt Bernadette Briemle. Dahinter steht ein Hochbeet mit Bohnen, Salat und Rettich. Dass sie Lebensmittel selbst anpflanzt, ist der 58-Jährigen sehr wichtig. "Es gibt einem Verbundenheit zur Natur, sonst hast du so eine Verbindung nicht."

Der Garten der Familie Briemle besteht schon seit den 50er Jahren. Damals war das Haus das erste, das in der Brühlstraße gebaut wurde. Entsprechend wurde der Garten sehr groß angelegt. War er früher noch ein Nutzgarten, hat Bernadette Briemle mit ihrem Mann die Grünfläche etwas verkleinert. "Wir haben ihn pflegeleichter gemacht", erzählt sie. Statt verschiedenen Gemüsen ziert mit wenigen Ausnahmen nun Dauerbepflanzung wie Rosen die Grünfläche. Dies lässt sich besser mit dem Berufsleben vereinbaren. Schritt für Schritt wird der Garten im Frühling aufgehübscht. Die erste Arbeit beginnt, wenn die Tulpen und Osterglocken verblüht sind. Im Herbst endet es mit dem Zurückschneiden der Rosen. Was nach viel Arbeit klingt, erledigt Bernadette Briemle nach und nach. "An einem Mittag schafft man viel."

Ein Herzstück des Gartens ist ein alter, selbst gebauter Schamottofen. In diesem backt sie gelegentlich Brot und Zwiebeldinnete. Bevor ans Backen gedacht werden kann, muss der Ofen angeheizt werden. Nach rund drei Stunden ist er so auf Temperatur gebracht, dass die Dinnete hinein können. "Das ist ein riesen Aufwand", erklärt Briemle.

Unweit entfernt befindet sich ein kleiner Teich, in dem Koi-Karpfen leben. Daneben liegt die kleine asiatische Ecke mit einem Steinfisch als Dekoration. Einen Lieblingsplatz hat Briemle nicht. Vielmehr stellt sie ihre Sitzbank immer dorthin, wo es ihr gerade am besten gefällt. Zum Beispiel dorthin, wo sie auf die alten Bäume, Büsche und den Teich blicken kann. Ursprünglich sollten diese Bäume gefällt werden, doch nachdem sie festgestellt hatte, dass dort Stare nisten, kam das für sie nicht mehr in Frage. Ebenso wenig, wie die Hecke mit Holunder zu erneuern. "Das ist wichtig für unsere Vögel und Bienen", erklärt sie. Schließlich diene es ihnen als Nahrung. Ein weiterer Lieblingsplatz ist in der Nähe ihrer Lieblingsblume, der Clematis. "Abends denkt man, sie hängt in der Luft, wenn man aus dem Fenster schaut", schwärmt Bernadette Briemle.

Bernadette Briemles Gartensteckbrief

1. Meine Lieblingspflanze: Die Clematis, wegen ihrer klaren schönen Blüten, und der Flieder, an dem ich mich kaum satt riechen kann. Das erinnert mich immer an meine Kindheit.

2. Was ich an Gartenarbeit gar nicht mag: Das, was keiner mag, Unkraut jäten und Rosen spritzen.

3. Meine teuerste und meine günstigste Gartenanschaffung: Die teuerste Anschaffung war der Steinfisch am Teich und die günstigste war die Vogeltränke. Die habe ich geschenkt bekommen.

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