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Markdorf Familie Riedmann hat sich eingelebt in Markdorf

Vor zweieinhalb Jahren kam Christiane Riedmann, Ehefrau des BürgermeistersGeorg Riedmann, Mutter und Blockflötenlehrerin, mit ihrer Familie nach Markdorf kam. Im SÜDKURIER-Gespräch erzählt sie über den Start in der neuen Heimat und wie sich die Familie in Markdorf eingelebt hat.

Es sind mittlerweile zweieinhalb Jahre, dass Ihre Familie von Donaueschingen nach Markdorf gezogen ist. Wie haben sich alle hier eingelebt? Können Sie behaupten, dass Sie angekommen sind?

Es war im Sommer 2014, genau zum Schulwechsel, dass wir nach Markdorf kamen. Wir waren in den vorangegangenen Ferien schon öfter hier und haben uns sehr wohl gefühlt. Das Schöne war dann aber wirklich, als die Kinder ihren ersten Schultag hinter sich gebracht hatten. Denn die Spannung wurde in den Sommerferien immer größer, je näher das Schuljahr rückte. Natürlich waren die Kinder sehr aufgeregt, was in der neuen Schule kommen würde. Und nach dem ersten Schultag kamen sie heim und waren sowas von glücklich, dass mein Mann und ich uns nur angeschaut und gelacht haben und uns dachten, jetzt ist alles gewonnen.

Haben es die Kinder denn jemals bereut, ihr Zuhause in Donaueschingen zu verlassen?

Nein, nie. Denn die Kinder hatten schon zum zweiten Mal einen Umzug mitgemacht. Wir waren ja zuvor im Markgräflerland, als mein Mann noch im Orchester war. Als er dann Kulturamtsleiter in Donaueschingen wurde, ist er dort zwar auch vorausgezogen, wie wir es hier gemacht haben, bis die Jüngste in die erste Klasse kam und der Älteste in die fünfte. Von daher war das gar nicht so neu für die Kinder. Denn sie wussten, die Freundschaften bleiben bestehen. Sie pflegen jetzt noch Kontakte aus Kindergartenzeiten und haben immer noch Freundschaften nach Donaueschingen. Mit den neuen Medien heutzutage ist das ja alles sowieso viel einfacher. Man nutzt Skype, da können sie sogar in der Gruppe skypen. Und das ist für die Kinder das totale Highlight, wenn sie sich verabreden und dann wird geschwätzt.

Und Sie selbst, haben Sie sich ebenfalls gut eingelebt?

Ja, ganz hervorragend. Bei mir hat es, wie bei den Kindern, auch irgendwann „Klick“ gemacht, als sich hier zwei Stellen für mich eröffnet haben. Zum einen an der Jugendmusikschule Meersburg, zum anderen an der Musikschule Friedrichshafen. Ich war ja seit vielen Jahren Lehrerin an der Stuttgarter Musikschule und habe das dann noch ein viertel Jahr von Markdorf aus fortgesetzt. Dann sind eben diese Stellen ausgeschrieben worden, und ich hatte das große Glück, an beiden Musikschulen genommen zu werden. Erst ab da konnte ich mich auch emotional ganz nach Markdorf orientieren, obwohl ich Stuttgart schweren Herzens aufgegeben habe. Denn ich hatte dort viel Freude mit meiner tollen Blockflötenklasse.

Abgesehen von der Musik: Wie lebt es sich hier als Frau des Bürgermeisters? Was fällt dabei so alles an?

Eigentlich gar nicht so viel. Wenn ich Zeit habe, begleite ich meinen Mann sehr gerne auf Termine und Veranstaltungen, was ja auch für uns schön ist, wenn wir gemeinsam etwas unternehmen können. Das genießen wir dann auch sehr. Ansonsten finde ich, lebt es sich hier fantastisch. Die Markdorfer sind so offen, und wenn ich durch die Stadt laufe, werde ich überall gegrüßt. Manche Menschen trauen sich aber noch nicht, mich direkt anzusprechen. Ich spüre das Interesse und ich versuche, offen und herzlich zu grüßen. Respekt vor dem öffentlichen Amt meines Mannes finde ich schön, aber es ist schade, dass deswegen manchmal Hemmschwellen in der direkten Begegnung bleiben.

Werden Ihnen die Termine nicht manchmal zu viel? Gerade in der Fasnet waren das doch ganz schön viele Veranstaltungen.

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte noch nie das Gefühl, das wären irgendwelche Pflichttermine. Im Gegenteil war es in den letzten Wochen sogar der Fall, dass ich weniger zuhause war als mein Mann, da ich bei der Narrenzunft bin.

Wenn Sie heute Ihr Leben in Donaueschingen mit dem Leben als Bürgermeistergattin in Markdorf vergleichen: Ist es nicht etwas anderes, wenn man weiß, die Menschen nehmen einen anders wahr?

Nein, eigentlich ist es das für mich nicht. Ich gehe halt in die Stadt, so wie ich bin, und bin dann eine von 14 000 Markdorfern. Besondere Ansprüche an mein Auftreten nehme ich nicht wahr. Gut, die Gartenklamotten bleiben dann schon zuhause (lacht). Dazu muss ich sagen, in Donaueschingen waren wir ja auch kein unbeschriebenes Blatt, auch da war mein Mann in einer öffentlichen Position als Leiter des Amts für Kultur, Tourismus und Marketing, und ich war ebenfalls an der Musikschule. Von daher standen wir auch dort in der Öffentlichkeit.

Und für die Kinder? War der Schritt nach Markdorf mit einem Papa als Bürgermeister groß?

Ja, das kann man durchaus sagen. Für die Kinder war das schon nochmals ein bisschen anders. Sie waren zunächst sehr zurückhaltend. Und ab und zu wurden sie auch mal von neuen Kameraden gefragt: „Du, dein Papa, arbeitet der zufällig im Rathaus?“ Es war ihnen zwar nie unangenehm, aber sie waren einfach erst mal sehr vorsichtig, was da kommt und wie die anderen Kinder reagieren. Sie haben ein wenig Abstand zu Markdorf, da sie in Meersburg in der Schule sind. Dort sind auch die Bürgermeistertöchter aus Stetten in der Schule. Die haben sich natürlich erst mal beschnuppert und geguckt, wie sind denn die so. Mittlerweile sind die beiden Großen ganz dick befreundet, und es scheint gar kein Problem mehr zu sein, dass der Papa Bürgermeister ist. Das ist einfach so.

Ihre Kinder sind schon groß, es zeichnet sich ab, dass irgendwann alle ausgezogen sein werden. Wie wird sich danach das Leben im Hause Riedmann verändern?

Ich glaube, die Mittlere wird noch länger hier wohnen bleiben. Sie will in Weingarten an der PH studieren, aber gern daheim wohnen. Das ist zwar ungewöhnlich, und sie weiß, dass sie alle Freiheiten hat. Ich persönlich finde es sehr wichtig, auf eigenen Beinen zu stehen. Aber sie ist einfach noch sehr familienverbunden. Also wird sich dieser Schritt noch hinauszögern und bei uns bleibt erst mal alles beim Alten. Aber klar, irgendwann wird dieser Abschnitt kommen.

Was wünschen Sie sich dann für sich und diesen neuen Abschnitt?

Vor allem, dass ich wieder mehr Zeit habe zum Üben. Im Moment bleibt mir da überhaupt keine Zeit. Entweder ich bin am Stunden vorbereiten oder am Unterrichten, oder ich bin Taxi für die Kinder. Große Pläne gibt es eigentlich nicht, ich will nur nicht, dass alles, was ich auf meinen Flöten gelernt und mir hart erarbeitet habe, irgendwann verschüttgeht.

Fragen: Helga Stützenberger

Zur Person

Christiane Riedmann wurde 1971 in Marbach am Neckar geboren und stammt aus einer Musiker-Familie. Sie ist seit 1994 mit Georg Riedmann verheiratet. Gemeinsam haben sie drei Kinder: Johannes (22), Katharina (19) und Leonie (16). Sie hat eine Orgelbaulehre absolviert und an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg studiert. Die Musikerin unterrichtet an den beiden Musikschulen Meersburg und Friedrichshafen das Fach Blockflöte. Besonders am Herzen liegen der 46-Jährigen die Kooperationsmodelle mit den Grundschulen. Christiane Riedmann spielt im Blockflötenquartett "Flautidyll", das sie zusammen mit Christian Ringendahl nächstes Jahr für ein Konzert nach Markdorf holen will. In ihrer Freizeit unternimmt sie mit ihrer Appenzeller-Hündin ausgedehnte Spaziergänge am und auf dem Gehrenberg; ebenso zieht es sie mit der Familie immer wieder in die Berge oder mit dem Wohnmobil auf Reisen. (hst)

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