Markdorf Ernst Arnegger erinnert sich an Begegnung mit Kanzler Kohl

Als Ernst Arnegger aus Markdorf 1984 für einen Sitz im Landtag von Baden-Württemberg kandidierte, lud er den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer Wahlveranstaltung in die IBO-Halle nach Friedrichshafen ein. Anlässlich des Todes von Helmut Kohl erinnert Arnegger an diese Begegnung.

Markdorf (büj) Am Freitagmorgen ist Altbundeskanzler Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren gestorben. Der "Kanzler der Einheit" und Mitbegründer der Europäischen Union war 25 Jahre lang Vorsitzender der CDU. Helmut Kohl war nicht unumstritten. Seine politischen Verdienste werden indes parteiübergreifend gewürdigt. Ernst Arnegger aus Markdorf ist Kohl, der damals erst zwei Jahre als Bundeskanzler im Amt war, 1984 in Friedrichshafen begegnet. Arnegger kandidierte damals für den baden-württembergischen Landtag und hatte Kohl für seine Wahlkampfveranstaltung in der vollen IBO-Halle eingeladen.

"Er wirkte sehr locker, überaus entspannt", erinnert sich Arnegger an den Auftritt Helmut Kohls in Friedrichshafen. Der Kanzler war damals gerade von einer USA-Reise zurückgekommen und gleich weiter nach Friedrichshafen geflogen. Dass die IBO-Halle voll war, habe die Laune des Kanzlers spürbar gehoben. "Damals waren Kohl-Auftritte ja nicht immer ganz einfach", erklärt Ernst Arnegger. Er erinnert sich noch an die Vorbesprechung für die Rede des Kanzlers. Mit den Sicherheitsleuten habe man erörtert, was zu tun sei, wenn es zu Störungen komme. Doch flogen dann keine Eier, auch Zwischenrufe blieben aus. Im Gegenteil: "Die Leute waren begeistert", sagst Arnegger. Für ihn, den damals 40-jährigen CDU-Mann, folgten acht spannende Jahre im Stuttgarter Landtag. Seinem Parteivorsitzenden ist er später wieder begegnet, jedoch nicht näher mit ihm in Berührung gekommen.

Ernst Arnegger schätzt Kohl wegen seiner politischen Leistungen. Mit großer Umsicht habe er die Möglichkeit zur Wiedervereinigung ergriffen. "Kohl hat an der deutschen Einheit festgehalten, als seine politischen Gegner schon längst nicht mehr daran geglaubt haben", merkt Arnegger an. Und Kohl habe stets auf Diplomatie und Friedenspolitik gesetzt. Große Verdienste habe er sich auf diesem Wege auch um die Einigung Europas erworben. Bei aller Wertschätzung aber sieht Ernst Arnegger das Verhalten des verstorbenen Altkanzlers in der sogenannten Parteispendenaffäre kritisch. "Seine Verdienste schmälert das aber nicht", findet Arnegger.

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