Markdorf Erdbeeren noch bis Juni: Qualität ist trotz Ernteausfällen gut

Zwar gab es Ernteausfälle, aber die Qualität der Erdbeeren ist nach Angaben der Landwirte gut. Der SÜDKURIER hat sich an den Ständen in Markdorf umgehört.

Markdorf – Oh, du schöne Erdbeerzeit, möchte man meinen. Immer wenn der Deutschen Lieblingsfrucht Saison hat und von Mai bis Juli allerorts die Erdbeerverkaufsstände an Plätzen und Straßen gleichsam aus dem Boden zu sprießen scheinen, rollt eine wahre Genusswelle durch die Region. Dabei ist die Vielfalt, mit der die herrlich süßen Früchte – die tatsächlich zu den Nussfrüchten und nicht zu den Beeren zählen – nahezu grenzenlos: Ob als Mus, auf dem Erdbeerkuchen oder einfach pur zum Reinbeißen, der Verarbeitung sind keine Grenzen gesetzt. Doch leider macht das unstete Wetter in den vergangenen Jahren den Obstbauern immer öfter das Leben schwer. Waren es 2016 lang anhaltende Feuchtigkeit und Kälte, die den Bauern das Geschäft erschwerten, war es dieses Jahr der späte Aprilfrost, der den Pflanzen erheblich zusetzte.

Obstbauer Karl Knecht aus Ittendorf rechnet vorsichtig, dass rund ein Drittel seiner Erdbeeren erfroren sind: „Ich denke, der Ertrag wird bis Ende Juni reichen, aber das, was nicht erfroren ist, hat super Qualität.“ Hermann Klotz aus Gangenweiler ist sehr zurückhaltend mit seiner Einschätzung: „Die Ernte läuft langsam an, ich rechne bei den abgedeckten mit etwa zehn bis 20 und bei den nicht abgedeckten Feldern mit bis zu 50 Prozent Verlust.“ Doch er hat auch Zuversicht, denn wenn das Wetter sich jetzt einigermaßen stabilisiert und beispielsweise keine Hagelschauer niedergehen, kann die Saison für ihn noch zufriedenstellend verlaufen. „Ich habe sieben Sorten auf meinen Feldern, sodass ich im Abstand von fünf bis acht Tagen ernten kann und an meinen Ständen immer ausreichend frische Erdbeeren zu haben sind“, so Klotz. Für beide Landwirte gilt das Motto: Gute Preise für gute Ware.

An den Verkaufsständen ist indes das Interesse an den süßen Früchtchen ungebrochen. Am Stand von Hermann Klotz vor dem Proma ist Verkäuferin Hildegard Wagishauser äußerst zufrieden: „Ich stehe viermal in der Woche hier und es wird fleißig gekauft.“ Ein paar hundert Meter weiter, beim „Ochsen“, steht der Verkaufsstand vom Obsthof Oexle aus Salem-Neufrach. Die Polin Nena Sekulic ist schon seit zehn Jahren dabei und hat schon eine Menge Wetterkapriolen miterlebt: „Ich glaube, das letzte normale Jahr ist bestimmt schon sieben Jahre her.“ Trotz allem freut sie sich, dass die Kunden sehr zufrieden mit der Qualität sind. „Sie schmecken süß und sind wunderbar saftig“, so Sekulic. Was alle Kunden besonders freut, ist die Tatsache, dass das Wetter keine großen Auswirkungen auf die Preise hat. Wie im vergangenen Jahr liegt der Preis für eine 500-Gramm-Schale stabil zwischen 2,50 und 3,80 Euro. Und sowohl Klotz als auch Knecht versichern, dass auch nur Erdbeeren von ihren eigenen Feldern angeboten werden und keine Fremdware. „Das kommt für mich nicht in Frage, ich muss meinen Kunden in die Augen schauen können“, so Klotz.

Nena Sekulic steht mit ihrem Stand beim "Ochsen" in Markdorf und verkauft für den Obsthof Oexle aus Salem bereits seit zehn Jahren Erdbeeren.
Nena Sekulic steht mit ihrem Stand beim "Ochsen" in Markdorf und verkauft für den Obsthof Oexle aus Salem bereits seit zehn Jahren Erdbeeren. | Bild: Jan Manuel Heß

Auch wenn die Erdbeerernte dieses Jahr noch zufriedenstellend verlaufen sollte, die Obstbauern werden nicht drumherum kommen, sich für die Zukunft etwas einfallen zu lassen. Knecht: „Ich werde sicher einen Teil meiner Felder künftig übertunneln, um vor den Wetterkapriolen besser geschützt zu sein.“ Der Anbau von speziellen Züchtungen kommt für ihn vorerst nicht in Frage.

Die beliebtesten Sorten in der Region

  • Clery: Eine früh blühende Erdbeersorte. Sie trägt glänzende, orangerote Früchte und kann in der Regel ab Ende Mai geerntet werden. Sie besitzt eine gute Festigkeit und hat einen frischen, süßen Geschmack.
  • Flair: Ist eine früh reifende Erdbeersorte, ihre Ernte liegt fünf bis acht Tage vor Clery. Die Frucht ist mittelrot, kegelförmig, etwas weicher als der Standard. Der Geschmack ist gut und süß.
  • Malwina: Ist die zurzeit späteste anbauwürdige Erdbeersorte in Deutschland. Die Früchte sind groß, fest und mittelrot glänzend mit rotem Fruchtfleisch. Auch heller gepflückte Früchte haben einen guten Geschmack. (jmh)

Alkoholfreier Erdbeer-Daiquiri

Zutaten:

  • 400 g Erdbeeren frisch
  • 16 g Vanillezucker
  • 100 ml Limettensaft
  • 4 EL Puderzucker
  • 400 g Eiswürfel


Zubereitung:

  • Erdbeeren putzen und halbieren. Zusammen mit den restlichen Zutaten in einen Standmixer geben. Alles gut vermixen, in Gläser umfüllen und mit einer Erdbeere am Rand des Glases dekoriert servieren.
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
  • Zubereitungszeit: Zirka 10 Minuten
  • Wissenswertes: Der Daiquiri wurde nach der kubanischen Siedlung Daiquirí benannt, die im Süden der Insel liegt. Für große Bekanntheit des Daiquiri soll die Bar El Floridita in Havanna gesorgt haben, wo der Barkeeper Constantino Ribalaigua Vert den Drink seinem berühmtesten Gast Ernest Hemingway servierte. (jmh)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren