Mein

Markdorf Eltern sorgen für "Auto-Chaos" vor Jakob-Gretser-Schule

Der Schulweg könnte für die Kinder in Markdorfer sicherer werden – wenn auch die Eltern dazu beitragen würden: Es gibt Klagen über das "Auto-Chaos", das die Eltern morgens vor dem Schulgelände zu verantworten haben. Das gefährdet Kinder, die zu Fuß die Straße überqueren. Grundschulen und Kindergärten planen jetzt eine Info-Veranstaltung, bei der es auch um die Sicherheit im Straßenverkehr geht.

Für Eltern ist der sichere Schulweg ein Dauerthema. Da muss sich die Verkehrssituation nicht erst durch Baustellen verkomplizieren, wie es derzeit in der Markdorfer Innenstadt der Fall ist. Unlängst sprach Albin Ströbele diesen Punkt an. Beim Bürgertreffen zu einer Mobilitätswerkstatt ging es unter anderem um die Frage, wie der Verkehr attraktiver für Fußgänger und Radfahrer gestaltet werden könnte. Ströbele verwies auf das seit geraumer Zeit herrschende "Auto-Chaos" an der Jakob-Gretser-Grundschule. Es sei höchste Zeit, dem ein Ende zu machen.

Eine Ansicht, die Jörg Schirm teilt. Der Leiter des Markdorfer Polizeipostens beobachtet, "dass viele Eltern ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren würden". Trotz guten Zuredens seitens der Schule, trotz aller Aufklärung halten die Eltern morgens mit ihren Wagen unmittelbar vor dem Schulgelände. Die Folge: Die Straße querende Kinder werden möglicherweise übersehen. Obwohl der Gemeindevollzugsbeamte sich regelmäßig um den Bereich vor der Schule kümmere, scheine sich nichts zu verändern.

Verändern könnte sich trotzdem etwas, auch ohne bessere Einsicht der Eltern. Andreas Geiger, der Rektor der Jakob-Gretser-Grundschule, hofft, "dass wir im Zuge der Schulumgestaltung so etwas wie eine Kiss-and-go-Zone bekommen". Die auch "Kiss and Ride" genannten Verknüpfungsstellen erlauben das sichere An- und Abfahren der "Eltern-Taxis". Was Geiger unterdessen einigermaßen beruhigt, ist die Statistik. "Als ich das letzte Mal angerufen habe bei der Polizei, wurde von keinen gravierenden Fällen berichtet." Eine Tendenz, die seit Jahren anhält, erklärte auch Jörg Schirm. Doch gibt der Dienststellenleiter keine Entwarung: "Jeder einzelne Fall wäre schon einer zu viel."

Wie sich die Situation an der Jakob-Gretser-Grundschule etwas entspannen könnte, haben kürzlich die Schüler selber vorgeschlagen. Sie wurden nach ihren Ideen gefragt, erzählt Andreas Geiger. Sie wünschten sich einen autofreien Tag in der Woche und Schulweg-Gemeinschaften – mit oder ohne Elternbegleitung.

Bei Melanie Bergmann, der Elternbeiratsvorsitzenden der Schule, finden solche Vorschläge ein offenes Ohr. Sie findet, dass das eigenständige Bewältigen des Schulwegs zur Verkehrserziehung gehört. "Auch wenn mir jeden Tag das Herz klopft."
 

Informationsabend

Sicherheit im Straßenverkehr für Schulkinder ist ein Aspekt einer Vortragsveranstaltung, zu die Jakob-Gretser-Grundschule, die Grundschule Leimbach, die Pestalozzi-Schule und die Kindergärten am Montag, 22. Mai, in die Stadthalle einladen. Schulsozialarbeiterin Tina Thiel hat vom Polizeipräsidium Konstanz neben Michael Werner zum Thema Schulwegsicherheit auch Peter Köstlinger zum Thema "Missbrauch verhindern" als Referenten gewinnen können. Darüber hinaus informieren Mitarbeiter von Morgenrot, einer neuen Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Besonderes vom Bodensee
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Markdorf
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017