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Markdorf Elektronisches Kontrastprogramm

14.08.2010


Reinhard Nedela stellt alte TV-, Radio- und Datenverarbeitungsgeräte aus

Markdorf – Drinnen leidet Gilbert Bécaud an der Liebe und draußen drücken sich Fußgänger die Nasen platt. Nicht dass sie den Chansonnier hören könnten. Dafür ist das Tonband-Gerät auch viel zu leise gestellt. Die Passanten stehen so dicht am Schaufenster, weil sie gerade eine Zeitreise machen. Eine Fahrt in die höchst wundersame Welt der Unterhaltungs-, Kommunikation und Büro-Medien.

Da gibt es zum Beispiel Handys zu entdecken, die einst noch an beinahe peitschenlang anmutenden Antennen hingen. Riesengroß wirken sie. Freilich nur im Vergleich zu den heute gebräuchlichen Winzlingen. Und das obgleich die aktuellen Nokia-Sony-Samsungs entschieden mehr können als „nur“ telefonieren. Überhaupt scheint Kleinheit ein Kriterium für technischen Fortschritt zu sein. Das zeigen 14-zöllige (in Worten: vierzehn!) Festplatten, das demonstrieren Radioschränke mit Möbel-Charakter und das beweisen Super-8-Kameras, die fast in die Phase der cinematographischen Steinzeit versetzen.

Reinhard Nedela freut sich. Über jeden Schaulustigen, der ihn anspricht auf die in seinem Schaufenster und in seinem Geschäft ausgestellten Altertümer. Die einen kommen, um zu fachsimpeln. Sie identifizieren Tonbandmaschinen, schildern die Vorzüge der alten Radio-Apparate oder beschwören den Klang der Vinyl-Platten. Die anderen zeigen sich entzückt, erinnern sich an „ihre Musik“: den ersten Kassetten-Rekorder-Mitschnitt vom Radio-Programm, das SWF-Wunschkonzert oder die „Straßenfeger“ aus dem Schwarz-Weiß-Fernseh-Gerät mit seinen schmalen drei Programmen. Und die dritten bedauern, weil sie fortgeworfen haben, was der gelernte Radio- und Fernsehtechniker Reinhard Nedela zu neuem Leben erweckt mit alten Tonkonserven oder mit Daten-Paketen aus dem Internet.

„Was mir nun noch fehlt, ist ein Trichtergrammophon“, sagt Nedela. Aber auch da seien die Verhandlungen bereits recht weit gediehen, sodass er demnächst auch Schellack-Schätzen auflegen kann in seinem kleinen, leider nur vorübergehend eingerichteten Museum.

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