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Markdorf Eine Sackgasse für Farradfahrer

03.01.2006
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Am 2. September 2004 sind Lina und Andreas Killat in Markdorf zu einer ungewöhnlichen Reise gestartet. Sie wollten mit dem Fahrrad nach China. Mittlerweile sind sie in Nepal und überlegen, ob es nach Amerika oder nach Australien weitergehen soll. Hier ihr 26. Bericht.

Wir kommen einfach nicht zur Ruhe. Eigentlich wollten wir gar nicht hierher nach Kathmandu in die Hauptstadt Nepals. Schwierigkeiten um die Verlängerung unserer Visa in China zwangen uns dazu. Vor fünf Jahren waren wir schon einmal hier und alles hat sich dramatisch verändert. Früher gab es gerade einmal eine Handvoll Internetcafés, jetzt sind sie nicht mehr zählbar.

Damals fiel in der Stadt mehrmals täglich der Strom aus, heute geschieht das nur noch selten. Der touristische Bezirk Thamel erinnert uns an westliche Urlaubszentren. Jeder Wunsch wird erfüllt und alle Bedürfnisse werden gestillt, gegen Geld natürlich. Manche Leute geben sich als Freunde aus, aber wenn man deren Hilfe in Anspruch nimmt, möchten sie dafür bezahlt werden. An jeder Ecke wird einem Haschisch oder Marihuana angeboten.

Dieses Land ist für uns Fahrradfahrer eine Sackgasse. Nach China zurück ist nur in Reisegruppen möglich und sehr teuer. Das vom Tourismus wenig berührte Königreich Bhutan hat keine Botschaften im Ausland und ist ebenfalls nur durch einen in Bhutan registrierten Reiseveranstalter zugänglich. Sehr gerne würden wir, um weiter nach Osten vorzudringen, durch Myanmar (früher Burma), das Land der goldenen Pagoden, fahren, doch eine Einreise mit den Fahrrad ist verboten. So sind wir gezwungen, nach Indien, nach Süden, in die 1000 Kilometer entfernte Hafenstadt Kalkutta, zu radeln. Wir wollten nie nach Indien, und der Gedanke daran deprimiert uns. Das Land ist für uns zu heiß und zu überbevölkert, daher ist ungestörtes Campieren meist nicht möglich.

Wir gestalten unsere Reise auf dem Land- und Seeweg und versuchen es zu vermeiden das Flugzeug zu benutzen. Von Kalkutta soll es die Möglichkeit geben, "per Anhalter" nach Thailand zu schippern, das heißt auf einem Frachter oder Segelboot privat auf dem Seeweg gen Osten weiterzukommen, da es reguläre Schiffsverbindungen nicht geben soll.

Nach zwei Monaten Pause steigen wir endlich wieder auf unsere Fahrräder. Die Zeit in Kathmandu nutzten wir für Trekking und leckten unsere Wunden nach den Strapazen in Tibet. Nicht nur unsere Körper haben gelitten, sondern auch unser Material. Hier gibt es viele Möglichkeiten, Fahrräder und Ausrüstung zu reparieren.

Den Durchfall, der mich sieben Monate seit Pakistan begleitet, habe ich durch das hier ohne Rezept erhältliche Antibiotikum Tinidazol in den Griff gekriegt. Linas chronisch gewordener Husten, den sie sich in der dünnen Luft Tibets zugezogen hatte, ist verschwunden. Auch nutzten wir den Aufenthalt hier für eine Untersuchung unserer Zähne. Durch gute Pflege ist alles in Ordnung. Für den Check-Up mussten wir gerade einmal 50 Rupien berappen, das ist weniger als ein Euro. Unser sonniges Hotelzimmer mitten in Thamel kostet umgerechnet 2,87 Euro, mit allem Komfort, Badezimmer mit Dusche und Parkettfußboden.

Markdorf
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