Markdorf Ein perfekter Ort für Tüftler-Geist
– Markdorf hat jetzt eine Akademie. Sie heißt „Schüler-Ingenieur-Akademie“ (SIA) und ist im Bildungszentrum (BZM) angesiedelt. Besucht wird die am gestrigen Freitagnachmittag feierlich eröffnete SIA von Zehntklässlern und Oberstufenschülern, die sich besonders für Physik, Informatik, für Technik, aber auch für Chemie interessieren. „Die Teilnehmerzahl mussten wir leider auf zehn bis 20 begrenzen“, bedauerte Physik- und Mathematiklehrer Gerd Kästle, aus dessen Roboter-AG sich die Akademie entwickelt hat. Freilich nicht ohne die Mithilfe zahlreicher Hände, erklärte Gymnasial-Direktor Tilmann Siebert bei seinem Rückblick auf den Gründungsprozess der Schüler-Akademie. Zunächst versetzten immer wieder aufs Neue die Entwicklungsschritte der Roboter-AG, die durch Fleiß, Tüftler-Geist und Einfallsreichtum erst nationale Meisterschaften gewann, und zuletzt sogar als Sieger der Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft in Istanbul nach Hause kam. Neben solcher Wegbereitung habe es durchaus noch weitere positive Einflussfaktoren gegeben. Vor allen anderen nannte der Schulleiter Ingo Bohlken. Die Beharrlichkeit des Oberstufenberaters und Fachschaftsleiters Informatik habe viel bewirkt. Bohlken sei es gelungen, die nötigen Mittel zu akquirieren. Ohne starke Mitspieler komme die Schüler-Ingenieur-Akademie indessen nicht aus. Überdies stützt sie sich auf ein bereits anderenorts bewährtes Modell. Getragen wird das SIS-Konzept nämlich vom „Verbands der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg“ (Südwestmetall), den Dualen Hochschulen Baden-Württemberg und als lokalem Bildungspartner des Bildungszentrums vom Automobil-Zulieferer „BorgWarner“.
Der unterhält in seinem Markdorfer Werk einen seiner Entwicklungsstandorte. Weitere gebe es in den USA und in Asien.
Was BorgWarner zum attraktiven Kooperationspartner der Dualen Hochschulen mache, erklärte dessen Markdorfer Personalleiter Karsten Weber. Aus seinem Anliegen machte Weber keinen Hehl. Beim Thema Bildungspartnerschaften gehe es natürlich darum, frühzeitig Fachkräfte aufzubauen und diese an den Standort zu binden. Ein Gedanke, den Klaus Kümpel sehr unterstützte. Neben der Informatikerin Andrea Wodtko und seinem Ingenieurs-Kollegen Uwe Preuss gehört er zu jenen ehrenamtlich Helfern, die in der Markdorfer Roboter-AG Freitag für Freitag ihr technisches Know-how einbringen. „Wir brauchen Techniker“, so Kümpel, „die bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft.“
Dass die Welt der Platinen und Tastaturen sehr wohl ihre spielerische Seiten besitzt, darauf hatten zuvor Simone Laudon (Südwestmetall) und Susanne Schandl (Duale Hochschule Ravensburg) hingewiesen. Dies als Antwort auf Gymnasial-Direktor Tilmann Siebert, der seine Schule nicht gänzlich unter das Banner des Nützlichkeitsdenkens gestellt wissen will.
