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Markdorf Die Polizei als ständiger Begleiter dabei

24.05.2005
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Am 2. September 2004 sind Lina und Andreas Killat in Markdorf zu einer ungewöhnlichen Reise gestartet. Mit dem Fahrrad wollen sie bis nach China fahren. Für den SÜDKURIER berichtet das Ehepaar, das sich nun in Pakistan befindet, von Eindrücken und Erlebnissen.

Ohne Pause rotiert der Ventilator in unserem Hotelzimmer in Khanpur, Tag und Nacht. Das gehört hier zum Standard, denn in schlecht belüfteten Zimmern fällt das Thermometer manchmal nicht unter 35 Grad Celsius in der Nacht. Eine Decke ist hier überflüssig und warmes Wasser zum Duschen gibt es erst gar nicht, weil es sowieso niemand benötigt.

Wir befinden uns in der Indusebene in Pakistan, eine der heißesten Region der Erde. Zu dieser Jahreszeit steigt das Thermometer hier bereits bis auf 40 Grad Celsius, im Sommer wird es über 50 Grad heiß. Der Indus ist mit einer Gesamtlänge von fast 3200 Kilometer der längste Strom Südasiens.

Wegen der dichten Besiedlung wäre ungestörtes Zelten hier unmöglich, doch diese Frage erübrigt sich für uns. Seit fünf Tagen werden wir von der pakistanischen Polizei begleitet. Auf Schritt und Tritt. Im Straßengewirr der Stadt Sukkur fragten wir einen Polizisten nach dem Weg nach Islamabad. Wir wurden aus der Stadt eskortiert und seither lässt uns die Polizei nicht mehr aus den Augen. Wechselnde Polizeiautos fahren vor oder hinter unseren Fahrrädern her und wenn wir zu lange Pause machen, werden wir zum Weiterfahren aufgefordert. Das empfinden wir natürlich als äußerst lästig und wir machen eindringlich darauf aufmerksam, dass wir diesen Schutz nicht benötigen. Es wird uns erklärt, das alles geschehe nur zu unserer eigenen Sicherheit und wir werden dazu gezwungen, in Hotelzimmern zu übernachten.

Die Polizeichefs der Distrikte besuchen uns hier und erklären uns, dass sich die Sicherheitslage in diesem Lande seit dem 11.September 2001 mit dem Zusammensturz der Zwillingstürme in New York geändert habe und sie hätten strikte Anweisungen Individualtouristen in bestimmten Gebieten zu beschützen. Das geht sogar so weit, dass in der Nacht ein bewaffneter Polizist vor unserem Hotelzimmer wacht. Öfter brauchen wir nicht einmal für die Zimmer zu zahlen. Jeder Wunsch wird uns von den Augen abgelesen. Für uns wird eingekauft, Fahrradreparaturen durchgeführt und wenn wir zum Basar oder ins Internetcafé wollen, stehen für diese Zwecke ein Fahrzeug für uns bereit.

Vom Polizeichef in dem kleinen Ort Sadiquabad wurden wir zum Essen eingeladen und dazu aufgefordert, noch einen Tag zu bleiben. Am nächsten Morgen brachte uns der Fahrer des Polizeichefs in einem klimatisierten Jeep zu der 28 Kilometer entfernten Bhong Moschee. Fast ein halbes Jahr bereisen wir nun schon moslemische Länder und haben schon viele Moscheen besucht, diese ist aber bisher mit Abstand die prächtigste.

Am Abend waren wir zu Gast im Palast von "Sheik Zayed Bin Sultan Al Nahayan", dem vor kurzem verstorbenen Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate. Wir streiften durch die mitten in der Wüste künstlich angelegten Gärten mit seltenen Pflanzen und teppichgleichem australischen Rasen. Der Sultan soll viel getan haben für das pakistanische Volk und seine Familie ist heute immer noch engagiert. Trotzdem haben wir das Gefühl, dass die Polizei nur dazu da ist, die Reichen zu beschützen.

Markdorf
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