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Markdorf CDU kritisiert Gewerbeflächen-Pläne

08.05.2010
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Markdorf – Fast ein Novum in der Markdorfer Kommunalpolitik: In Sachen Gewerbepläne am Haslacher Hof gibt es nun eine inhaltliche Allianz von Schwarz, Grün und Rot: In der jüngsten Vorstandssitzung der CDU Markdorf stand die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes im Mittelpunkt. Wesentlicher Bestandteil der Fortschreibung ist vor allem auch die Ausweisung neuer Gewerbefläche, heißt es in einer Mitteilung des CDU-Ortsverbandes.

Die von der Stadtverwaltung vorgesehene Fläche am „Haslacher Hof“ umfasst rund 28 Hektar und gilt laut CDU aus mehreren Gründen als umstritten.

Der CDU-Vorstand und die CDU-Stadträte nahmen die Pläne zum Anlass, sich bei einer Fahrradtour vor Ort ein Bild von der geplanten Fläche zu machen. „Wir sind der Meinung, dass man ein Gewerbegebiet dieser Größe nicht einfach alternativlos zur Abstimmung geben darf. Außerdem kann man zunächst kleinere Flächen ausweisen und bei aktuell völlig unbekannter Kenntnis über den Bedarf durch Nachtrag Mehrflächen ausweisen. Eventuellem Mehrbedarf könne etwa in fünf Jahren durch Nachtragsänderungen ohne weiteres entsprochen werden“, so teilt der Markdorfer Chef der CDU, Thomas Beck, mit. Gerade im Hinblick auf ein mögliches interkommunales Gewerbegebiet mit den Nachbargemeinden müsse sich die Verwaltung schon fragen lassen, warum die Gesamtfläche auf Markdorfer Gemarkung liegen müsse und man sie nicht beispielsweise aufteilen könne, heißt es in dem Schreiben.

„Sicherlich kann man auch darüber nachdenken, ob die Ausweisung von fast 30 Hektar auf Sicht tatsächlich erforderlich ist“, sagt Stadträtin Martina Koners-Kannegießer. In dem Schreiben der CDU heißt es weiter: „Denkbar sei auch, eine kleinere Fläche zu generieren und sich auf ein kommunales Gewerbegebiet zu beschränken. Es komme hinzu, ergänzt Neu-Stadträtin Susanne Sträßle, dass der Gemeinderat bisher keine ausreichenden Informationen zum komplexen Thema interkommunale Gewerbegebiete erhalten habe, ebenso nicht zu eventuellen alternativen Standorten.“

Nach intensiver Diskussion seien sich die Vorstandsmitglieder einig gewesen, dass man die Stadt darum bitten solle, dringend alternative Flächen wie beispielsweise das Gebiet „Filbenen“ östlich des Bildungszentrums erneut zu überprüfen. Dann, so die CDU, wäre auch die sinnvolle Anbindung an die bereits existierenden Gewerbegebeite Negelsee und Riedwiesen möglich. „Man darf auch nicht vergessen, dass man auch Ittendorfer Interessen zu berücksichtigen hat, nämlich dass es in diesem Bereich neben der Umfahrung kein Gewerbegebiet geben würde“, meint Karl Ainser.

Einig seien sich die Christdemokraten auch darüber, dass ein Gewerbegebiet beim Haslacher Hof zu einer weiteren unerwünschten Zersiedelung der Stadt führen würde. Außerdem sei mit deutlich erhöhter Verkehrsbelastung im Bereich Ittendorf-Markdorf zu rechnen. Markdorf und die Region seien nicht nur von der angesiedelten Industrie und Wirtschaft abhängig, sondern auch vom Tourismus. So sei es nicht gerade förderlich, wenn man die Stadt künftig nur noch über Gewerbegebiete erreiche. Man müsse mit Bedacht entscheiden, wie man Lebensqualität in Markdorf pflegen wolle, stellt Beck fest.

Es sei auf jeden Fall wichtig, dieses Thema nicht mit heißer Nadel zu stricken, sondern den Stadtrat und aber auch die Bevölkerung umfassend zu informieren, lautet die Forderung des CDU-Ortsverbandes. „Es geht in erster Linie um unsere Stadt und unsere Lebensqualität und da müssen wir uns schon sehr genau überlegen, ob wir die Gewerbegebiete der Nachbargemeinden bei uns haben wollen, damit diese weiterhin für die Wohnraumansiedelung im Grünen werben können, während bei uns die LKW-Lawinen rollen“, verdeutlicht Michel Veysseyre.

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