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Markdorf Blick auf den Marktstand: Schnittlauch und Petersilie als Nische entdeckt

Nina Bauer bietet auf dem Markdorfer Wochenmarkt biologisch-dynamisch angebaute Küchenkräuter an.

Sie muss nicht lange überlegen. Gefragt, was sie denn heute empfehlen könne, weist Nina Bauer auf die Kiste mit den Kräutern. Keine Exoten liegen darin, sondern Schnittlauch und Petersilie – Letztere sowohl kraus wie auch glatt. "Das ist unsere Nische", erklärt die junge Marktverkäuferin.

Sie arbeitet auf dem Hofgut Rimpertsweiler in Salem. Und seit wenigen Wochen baut sie donnerstags in Markdorf ihren Stand mit Gemüse, Brot und frischen Kräutern auf. "Die pflanzen wir in großem Stil an", erläutert Nina Bauer. Üblicherweise spielen die Küchenkräuter eine eher geringe Rolle in der landwirtschaftlichen Produktion. Der nach biologisch-dynamischen Prinzipien wirtschaftende Bauernhof in Rimpertsweiler hat dem Schnittlauch und der Petersilie hingegen einen recht erheblichen Teil seiner Flächen eingeräumt. Dahinter steckt auch die Überzeugung, dass beide Pflanzen besonders zuträglich sind.

Insbesondere die Petersilie gilt als wahrer Tausendsassa. Ihre ätherischen Öle sorgen keineswegs nur für die charakteristische Geschmacksnote, sie wirken harntreibend, sie fördern die Verdauung. Sie beugt angeblich etlichen Organ-Leiden vor. Und in früheren Zeiten schätzte man die Petersilie sogar wegen ihrer vermeintlich aphrodiesierenden Wirkung. Kaum minder positiv beurteilen die Heilkräuter-Kundigen den Schnittlauch. Er beugt Blähungen vor, hilft bei Darmentzündungen und belebt – insbesondere wirke er gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Zudem sei er blutreinigend und schleimlösend. Hoch geschätzt wird es in einigen regionalen Küchen – etwa in der bayerischen, aber auch der hessischen, wo das Allium schoenoprasum, so der botanische Name des Bris-, Gras- oder Binsenlauch aus der Familie der Amaryllis-Gewächse, eine wichtige Rolle in der sogenannten "Grünen Suppe" spielt.

Eine wichtige Rolle in der Küche von Gabi Biedermann spielt indes der neue Hofgut-Stand aus Rimpertsweiler. "Ich bin froh, dass ich ihn entdeckt habe", schaltet sich die Marktbesucherin ein. Sie vertraut fest auf die Bio-Qualität des nach den Richtlinien des Demeter-Anbauverbands arbeitenden Hofs. "Da weiß ich wenigstens, wo es herkommt", kommentiert die zufriedene Kundin.

Die Serie

Von Rosenkohl bis Pastinake: Wir richten in einer Serie in loser Folge den „Blick auf den Marktstand“. Markdorfer Händler verraten uns Wissenswertes über Gemüse, Obst, Fisch oder Käse, deren Herkunft und Vorzüge.

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