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Markdorf 

06.11.2008  .

Bergabenteuer in der größten Wildnis Italiens

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Aufstieg durch das Val Prebusa: Tim Shaw in Begleitung der ehemaligen BZM-Schulkameraden Diana Karsten und Florian Ruess auf uralten Älplerpfaden.

Atemberaubende Panoramen und einsame Täler im Piemont, die jedes Jahr höchstens eine Handvoll Menschen sehen, sind die neue Heimat von Tim Shaw. Der 30-Jährige, der seine ersten Schritte in den Bergen als Zwölfjähriger zusammen mit seinem Vater unternahm, beschloss im vergangenen Jahr, sein Leben „vollständig alpin“ zu gestalten. Denn nach dem Abitur, das Tim Shaw 1997 „wie durch ein Wunder“ am Bildungszentrum Markdorf schaffte, belohnte er sich erst einmal mit einer 24-tägigen Umrundung des Tessins. Danach verdingte er sich für zehn Jahre als Reiseverkehrskaufmann in München.

Das hielt ihn nicht davon ab, in jeder freien Minute in die Berge zu ziehen, um neue Wege und Routen zu entdecken. Unter anderem gelang es Tim Shaw im Jahr 2000 Lappland zu durchqueren. 78 Tage benötigte er im Jahr 2005 für die Alpenüberquerung von Monaco nach München.

Die Entscheidung, nicht nur die Urlaube in Italien zu verbringen, fiel nach einer vierwöchigen Tour im September 2007. „Nach zahlreichen Gesprächen mit Einheimischen, die mich bestärkt haben, das Wagnis einzugehen, habe ich beschlossen, mich als Trekking-Guide selbständig zu machen“, schildert Shaw.

Doch zunächst kehrte er wieder nach Markdorf zurück, um im Haus seiner Eltern einen Erstwohnsitz einzurichten. Die Organisation und Durchführung dieser Touren ist jedoch von Deutschland aus schlecht möglich und so fuhr Tim Shaw im April 2008 unter „etwas anderen Vorzeichen“ wieder nach Italien. Im Städtchen Mergozzo fand er eine Wohnung, wie er sagt „quasi als Basislager“ während der Saison, wo er sich rasch gut in die Dorfgemeinschaft einlebte. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen dort seien enorm. „Nur die italienische Bürokratie ist von einem anderen Stern, wir wissen gar nicht, wie leicht in Deutschland alles geht“, schildert der Naturfreund. Zum Glück vereinfache die Europäische Union vieles, und so ist Shaw seit dem Frühjahr bereit, Bergfreunde durch die einsame Wildnis der Berge zwischen Tessin und Wallis zu führen.

Dank seiner fast 20-jährigen Erfahrung kennt Tim Shaw im Nationalpark Val Grande praktisch jeden Grashalm. Dort bietet er Touren jeden Schwierigkeitsgrades an. Sowohl der Gelegenheitswanderer, der die Umgebung des Lago Maggiore einmal anders erleben möchte, als auch der Bergfreak, der ich abseits der Wege durch vergessene Schluchten und auf schroffe Gipfel kämpfen will, ist bei Tim Shaw genau richtig. „Der Nationalpark ist die größte Wildnis Italiens und wohl auch Mitteleuropas, die nur darauf wartet, erobert zu werden“, weiß der Bergführer. Ideal dafür seien die Monate Mai bis Anfang Juli und der September bis einschließlich November. „Im Hochsommer“, so Shaw, „versinkt der Nationalpark unter meterhohem Gestrüpp und mediterraner Gluthitze“. Daher sind die Ziele von Tim Shaws Touren in dieser Hochsommer-Zeit die mindestens ebenso einsamen wie wilden Regionen rund um den Monte Rosa. Durch die alpine Lage bis auf mehr als 3000 Metern sei es dort wesentlich angenehmer und nicht weniger eindrucksvoll als im Nationalpark.

Das Bergerlebnis wird laut Shaw durch Übernachtungen in kleinen, urigen Hütten abgerundet. Kaum ein Dutzend Menschen würde dort im Jahr übernachten. Das Wasser schöpfe man aus einem Bergbach und das Brennholz für den abendlichen Spaghettitopf bei Kerzenlicht müsse meist noch gesammelt werden.

Im relativ kurzen Winter warten die Schneeschuhe darauf, von Tim Shaw angeschnallt zu werden. Auch hier ist für jeden etwas dabei.

Kontakt zu Tim Shaw per E-Mail: tim@piemont-trekking.de

Das ist der Gipfel für Bergprofis: Trekking-Guide Tim Shaw auf dem Pizzo Bianco.

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Autor: Winfried Thum
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