Mein
23.05.2012  |  von Helmar Grupp  |  Zum Artikel

Markdorf Ab Juli 2013 soll Lärm reduziert werden

Markdorf -  Einstimmig hat der Gemeinderat gestern Abend dem Vorentwurf eines Lärmaktionsplans für die Stadt zugestimmt. Zudem beauftragte er die Verwaltung, beim Regierungspräsidium nachzuhaken, ob für die Dauer der B31-Umleitung vom 11. Juni bis 10. Juli innerorts, an der Bernhardstraße und in Ittendorf noch ein nächtliches Tempo-30-Limit verfügt werden kann.Wolfgang Wahl vom beauftragten Büro Rapp Regionalplan (Basel) und die Markdorfer Verkehrsplanerin Gabriele Schulze hatten das Gremium zuvor eingehend informiert.

Eine Blechlawine, die krank macht: Verkehr in der B33-Durchfahrt von Markdorf abends um 18.30 Uhr. Nun hat der Rat den Vorentwurf eines Lärmaktionsplans beschlossen.  Bild: Büsche

  •  
    Teil 3: Das hätte man schon viel früher haben können...
    Von Frieder Staerke (91 Beiträge) am 24.05.2012 23:55
    Fazit: Weil sich die Stadtverwaltung einseitig auf eine teure Ortsumfahrung fixierte, wurde den lärmgeplagten B33-Anwohnern Flüsterasphalt und Tempo 30 jahrelang vorenthalten, obwohl diese viel billigeren Maßnahmen annähernd genauso wirksam sind und keine vergleichbaren Konflikte mit sich bringen.
  •  
    Teil 2: Das hätte man schon viel früher haben können...
    Von Frieder Staerke (91 Beiträge) am 24.05.2012 23:54
    Der Lärmgutachter hat jedoch am Dienstag Flüsterasphalt als machbare und sinnvolle Maßnahme dargestellt. In Hagnau soll in wenigen Wochen ein derartiger Flüsterasphalt auf der B31 eingebaut werden.
    Mit Flüsterasphalt könnte laut Gutachter eine Lärmminderung von ca. 3 dB erreicht werden – das ist nicht gerade viel. Doch auch mit einer Ortsumfahrung kann der Lärm an der B33 im Ortskern von Markdorf nur um 3 dB reduziert werden (in den Randbereichen Richtung Meersburg bzw. Richtung Leimbach ca. 4 dB). Und das zum Preis von 18,4 Millionen Euro, bei einem Eigenanteil der Stadt Markdorf von ca. 3 Millionen Euro. In diesen Preisen noch nicht enthalten sind die gravierenden Eingriffe in die Erholungslandschaft und den Lebensraum streng geschützter Arten sowie die Mehrbelastung von Nachbarorten und 2 dB mehr Lärm am BZM, um nur einige „Nebenwirkungen“ zu nennen.
  •  
    Das hätte man schon viel früher haben können...
    Von Frieder Staerke (91 Beiträge) am 24.05.2012 23:51
    Seit 10 Jahren gibt es die EU-Richtlinie zur Lärmaktionsplanung. Bereits damals versuchte unsere Aktionsgemeinschaft, diese in den Markdorfer Stadtrat einzubringen – leider ohne Erfolg. Und als die gesetzliche Umsetzungsfrist näher rückte, ließ sich die Stadt Markdorf sogar von ihrer Pflicht zur Umsetzung eines Lärmaktionsplanes befreien, mit der Begründung, es werde ja eine Ortsumfahrung geplant. Doch schon damals war klar, dass auch mit Ortsumfahrung eine zu hohe Lärmbelastung an der B33 verbleiben würde und daher in jedem Falle weitere Maßnahmen zur Lärmminderung erforderlich sind.
    Hätte Markdorf frühzeitig einen Lärmminderungsplan aufgestellt (Kosten ca. 25.000 Euro), dann hätte man bereits bei der Erneuerung des Fahrbahnbelags der B33 im Jahr 2008 Flüsterasphalt einbauen lassen können. Die Mehrkosten für den Flüsterasphalt auf der B33 hätte der Bund als Baulastträger übernehmen müssen. Die Stadt behauptete damals, Flüsterasphalt sei technisch auf Innerortsstraßen nicht möglich.
  • Schreiben Sie Ihre Meinung
    Überschrift
    Text


    noch 1000 Zeichen
     Bei jedem neuen Beitrag in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung.
    Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014