Beim "Jubiläums-Dreckkübel" am Fasnachts-Dienstag in der Stadthalle plaudert "Bitze" über Anekdoten aus den Anfangsjahren.
50 Jahre „Dreckkübel-gschwätz“ in Markdorf, und immer noch jung wie im ersten Jahr: Das Publikum in der vollen Stadthalle durfte gestern Abend, geführt von Narrenbüttel Dietmar Bitzenhofer, einen Ausflug in die Historie unternehmen. „Bitze“ erinnerte an die Anfänge des „Kübels“ 1962, der seinerzeit noch im Schwanen stattgefunden hatte – ohne Kübel zwar, dafür aber mit reichlich gesalzenen Beschimpfungen. Demgegenüber war es gestern Abend fast schon ein gesitteter Bütt-Abend, zumindest im ersten Teil, den Pfarrer Ulrich Hund und Angela „Angie“ Umenhoffer bestritten. Zuvor durfte mit Klaus Klappenberger der Sohn des seinerzeitigen Schwanen-Wirts auf die Bühne. Mit Akkordeon-Klängen und Anekdoten aus den wüsteren Anfangsjahren erhielt er den ersten Applaus des Abends.
Gewohnt scharfzüngig dann wieder der Markdorfer Stadtpfarrer, diesmal als Moderator im Auftrag des „Süddeutschen Hundfunks“ unterwegs. Seit dem Narrentreffen in seiner Heimatstadt Oberkirch in „ganz anderen Sphären“ schwebend, präsentierte Hund dem Publikum die „Hundfunk“-Hitparade, in Reimen, mal mit, mal ohne Gitarre. „Vor fünf Gemeinden darfst Du gehen, ihre Grabenkämpfe überstehen“, sang er von seinem Leid. Das hielt ihn aber nicht vom Austeilen ab: „Und im Rathaus sitzt der Gerber und schaut auf seine Stadt, ob er auch genug Gewerbeflächen hat“, spottete er über die Nöte des Bürgermeisters. In selbige dürfte auch er kommen, sollte die Muldenbachstraße tatsächlich zeitweilig gesperrt werden und ihm der Weg in die Bergheimer Kirche versperrt wäre. Seine Lösung: Eine „Campingkirche auf dem Wirthshof“. Schlechter träfe es nur noch die evangelischen Glaubensbrüder, sollte das Pfarrerehepaar Quincke nach Pforzheim abwandern: Zuerst gehe die Dekanin, dann Iris Roland, nun seien die Quinckes auf dem Sprung. „Aber ich kann euch sagen“, rief Hund ins Publikum, „den Laden übernehmen wir nicht auch noch!“
Ein frisches Gesicht im „Kübel“ folgte mit Angela Umenhoffer, die sich bestens mit der Gratulation zu „50 Jahren blödes Geschwätz“ einführte. Aufs Korn nahm Umenhoffer die Baupolitik der Stadt: „Der Rebhang ist der Beweis, man kann nicht nur Trauben mosten.“ Hunds evangelischen Ball spielte sie weiter und legte dem klerikalen Büttenredner finstere Absichten nahe: „Liebe Protestanten, lasst Euch nicht bitten, Pfarrer Hund hofft auf Konvertiten.“ (Wir berichten morgen ausführlich.)