Kressbronn Kressbronn verbindet alle zehn Künstler
Kulturabend-Gala in Kressbronn: Nina Klar singt Chansons zur Akkordeonbegleitung von Gertrud Urbanek. Bild: Bild: Lewang
„Wer Kultur sät, wird Lebensqualität ernten.“ Bürgermeister Edwin Weiß begrüßt an diesem Abend alle Gäste, die zu „10 mal 10“ ins Rathaus nach Kressbronn gekommen sind. Das Motto begegnet dem Besucher bereits im Foyer: Zehn Tafeln geben Auskunft über die zehn Akteure und deren Arbeit. Alle Künstler haben eine besondere Bindung an Kressbronn oder stammen aus der Region.
Lorenz Göser, Kulturbeauftragter der Gemeinde Kressbronn, verweist auf die Besonderheit dieses Abends: „Heute haben Sie die Chance, zehn Minuten lang das zu sehen, wo Sie niemals hingehen würden. Die Veranstaltung knüpft an 9 mal 9 = 99 vor elf Jahren an. Vier der damaligen Akteure sind auch heute Abend dabei.“ Für Göser ist dies die drittletzte Veranstaltung, für die er in seiner Funktion als Kulturbeauftragter verantwortlich zeichnet, bevor er im Januar 2011 in den Ruhestand gehen wird.
Es ist ein kurzweiliger Abend voller Vielfalt, an den sich die anwesenden Gäste noch gern erinnern werden. Ein bunter Blumenstrauß, bei dem jede einzelne Blume voll zur Geltung kommen darf. Von Literatur und Dichtung, vertrauter Mundart und fremdländischen Klängen über Malerei und Musik bis hin zu Theater und Kabarett, Tanz und Zirkus reicht das Arrangement. Gräfin Diana zu Waldburg-Zell liest lebendig und humorvoll das afrikanische Märchen „Die Botschaft“ und zieht für sich letztlich den Schluss: „Ich lass mir keine Wahrheit herunterrasseln. Ich versuche, sie selbst zu finden.“ Lalitha Devi, die als Weltenbürgerin in Kressbronn ihre Wahlheimat gefunden hat und für die die Schweizer Berge der kleine Himalaja sind, überbringt ihre Botschaft indisch tanzend.
Die Tettnangerin Ingrid Koch hingegen bleibt ganz d'hoim im Schwäbischen und hat sich „seit Wochen Tag und Nacht G'danken g'macht und 10 mal 10 in Verse verpackt.“ Rechenkenntnisse werden aufgefrischt und das Vorkommen der Zahl 10 in Politik, Religion und in Kressbronn auf Herz und Nieren überprüft. Nina Klar, von ihrer Tante Gertrud Urbanek am Akkordeon begleitet, begeistert mit französischen Chansons und erfüllt Lorenz Göser mit der „Rinnsteinprinzessin“ einen Herzenswunsch. Geduldig wartet das Modell Albert auf die Vollendung seines Portraits durch Wolfgang Franz. „Mixed Pickles“ bringen mit ihrem Trauerspiel in drei Akten alle zum Lachen. Peter Frey erreicht dasselbe mit seinem sprachlich vollendet in Verse verpackten schwarzen Humor. Gaby Jakob verzaubert mit Harfenklängen. Ralph Kolars prägt den Begriff des „Kulturverschaffers“ und das Duo Chicago komplettiert den bunten Strauß.
