Kressbronn/Langenargen29.10.2008
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Aktivkohle könnte eine Lösung sein [0]
Ein großes Thema der Verbandsversammlung Abwasserreinigung Kressbronn-Langenargen war am Montag der mögliche Einsatz von Aktivkohle zur Entfernung von organischen Spurenstoffen, insbesondere Rückständen von Arzneimitteln und Industriechemikalien. In der Versammlung übergab Rolf Müller sein Amt als Vorsitzender des Verbandes turnusmäßig an Edwin Weiß. Kressbronn/Langenargen – Würde man in Kressbronn zur Verbesserung der Klärleistung eine Absorptionsstufe mit Pulveraktivkohle zwischen Nachklärbecken und Sandfiltration schalten, ließe sich laut Ingenieur Reinhold Rölle der gesundheitliche Orientierungswert von 100 Nanogramm einhalten. „Obwohl wir in Kressbronn bereits eine Filtrationsanlage haben, enden wir bei Werten, die weit über diesem Orientierungswert liegen. Selbst in so einer guten Kläranlage sind anthropogene Spurenschadstoffe nicht ausreichend entnehmbar“, sagte Reinhold Rölle, der jedoch auch darauf hinwies, dass die Kressbronner Belastungswerte mit diesen Stoffen im Bundesdurchschnitt liegen. Die Landesregierung hat sich auf die Fahnen geschrieben die Werte dort zu senken, wo Berührung mit Trinkwasser gegeben ist. Die Kosten für die Erweiterungsmaßnahme werden auf zwei bis zweieinhalb Millionen Euro geschätzt. Dann wäre laut Reinhold Rölle eine Abwasser-Gebührenerhöhung von 25 bis 30 Cent pro Kubikmeter erforderlich. Schuld sind laut Kämmerer Matthias Käppeler nicht die Investitions-, sondern die Betriebskosten, einen Teil könne man über die reduzierte Zinslast durch Schuldenabbau auffangen. Rolf Müller sprach für Langenargen von einem Polster, das eventuell sogar Abgabensenkung in Aussicht stellt. Fürs Erste sollen nun die Fördermöglichkeiten mit Landratsamt und Regierungspräsidium geklärt werden. „50 Prozent Zuschuss sollten mindestens dabei herauskommen, um den Gebührenzahler zu entlasten“, sagte Bürgermeister Edwin Weiß. Seit Freitag ist auf der Kläranlage Kressbronn auch ein Dolomitkalkreaktor in Betrieb, der das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht in den Klärbecken wieder herstellen soll. Dass Betonkorrosion aufgetreten ist, war Anlass für die Mietkauf-Anschaffung des 30000 Euro teuren Kalkreaktors. Betonkorrosion entsteht durch freie Kohlensäure, die wiederum auf mehr Überlaufbecken und weicheres Wasser zurückzuführen ist. Auch in die Belüftungssteuerung wird der Zweckverband laut Ingenieur Gernot Molitor 20000 Euro investieren müssen, da mit der 15 Jahre alten Anlage nicht mehr schnell genug auf Belastungsstöße wie plötzlich eintretende Regenereignisse reagiert werden könne. Der Haushaltsplan für 2009 ist kaum verändert. Der Investitionsplan bis 2012 sieht ohne Berücksichtigung des Themenblocks Aktivkohle vorwiegend Schuldenabbau vor. |










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