Mein
 

Kreis Ravensburg Spätzlemuseum: Darauf hat der Schwabe gewartet

Heidi Huber hat in einem 500 Jahre alten Turm am Rand der Altstadt von Bad Waldsee ein Spätzlemuseum eingerichtet.

Die Museumslandschaft in der Region Oberschwaben-Bodensee hat einiges zu bieten, und meist sind deren Inhalte technischer Natur (die Zeppelin- und Dornier-Museen in Friedrichshafen oder das Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee). Ab sofort ist die Region um ein Museum reicher, das nicht in diese Kategorie fällt, aber perfekt den Geschmack der Schwaben trifft: das Spätzlemuseum in Bad Waldsee im fast 500 Jahre alten Vötschenturm am Rande der historischen Altstadt. Mit ihm hat sich vor vier Wochen Heidi Huber einen Traum erfüllt, der mit einem alten Spätzledrucker der Oma begonnen hat. Seit zwölf Jahren sammelt die Oberschwäbin alles, was in ein Spätzlemuseum gehört. Von der Bauern-Puppenküche aus dem Jahr 1870 über das Spätzlebrett und dem Spätzledrucker samt Pfannen, Töpfen und Rezepten hat die Museumsleiterin, die im „wirklichen Leben“ technische Dokumentationen für die Automobilindustrie erarbeitet, eine wunderschöne Sammlung zusammen getragen, die sie in einem außergewöhnlichen Ambiente präsentiert.

Über enge Wendeltreppen und drei Stockwerke zeigt sie die Geschichte der „schwäbischen Nudel“, deren Zubereitung damals und heute. Und die Besucher spüren, dass Oberschwabens Identität nicht nur auf Spätzle beruht, sondern auch immer mit dem berühmten schwäbischen Erfindergeist zusammen hängt. Auf einer Zeittafel sind die Pioniere wie der Erfinder der Knöpflemaschine, Philipp Mehne, über den Grafen Zeppelin bis zur Schwäbischen Eisenbahn verewigt.

Übrigens: Dass das Spätzlemachen keine reine Frauensache ist, erlebte Heidi Huber schon in ihren ersten Museumswochen. Denn es kommen auch Männer, die ihrer Liebsten dieses Geschäft abnehmen. Das war nicht immer so. In der Museumsküche kann man/frau erleben, wie noch im 19. Jahrhundert die Frau angehalten war, ihre volle Konzentration auf die Küche zu beschränken.

Zugereiste und andere, die noch nicht wissen, wie Spätzle zubereitet werden, erfahren im deutschlandweit einzigen Spätzlemuseum, wie's geht und wie sich die Spätzlezubereitung verändert hat. Angefangen von Holzbrettern, von denen der Teig in das kochende Wasser geschabt wird, bis zur heutigen industriellen Fertigung.

Für Heidi Huber sind selbstgemachte Spätzle Teil ihrer Kindheit. Was in ihrem Museum zu sehen ist bedeutet für sie ein Stück Identität und Heimat.

Geöffnet ist das Museum freitags von 13 bis 18 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr. info@spätzlemuseum.de

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Wahre See-Liebe – Neue SEEStücke auf SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Leutkirch/Landkreis Ravensburg
Kreis Ravensburg
Ravensburg
Isny/Landkreis Ravensburg
Kreis Ravensburg
Kreis Ravensburg
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren