Mein
05.02.2013  |  0 Kommentare

Allgäu Ist der Ölfleck-Attentäter ein überregional aktiver Motorrad-Hasser?

Allgäu -  Die vorsätzlich ausgebrachten Öllachen, die im April 2011 zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren zu einem tödlichen Unfall geführt haben, waren offenbar keine Einzeltat. Die Ermittler der Kriminalpolizei Kempten gehen mittlerweile von einem überregional aktiven Wiederholungstäter aus.

Ein 37-jähriger Motorradfahrer geriet 2011 auf diesen Ölfleck und verunglückte tödlich.  Bild: Polizei



Die Aussage eines Feuerwehrkommandanten hat die Ermittlungsgruppe "Ölfleck" zu einer Neubewertung des Tötungsdeliktes veranlasst. Offenbar waren die vorsätzlich ausgebrachten Öllachen, die am frühen Abend des 17. Aprils 2011 zu einem tödlichen Unfall zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren führten, keine Einzeltat. Ein damals 37-jähriger Motorradfahrer hatte vor rund zwei Jahren auf einer Ölspur die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war frontal gegen ein entgegenkommendes Auto geprallt.
 
Ermittlungsmaßnahmen, darunter eine Ausstrahlung des Falles bei „Aktenzeichen XY...ungelöst“, die Auslobung von  Belohnungen in Höhe von insgesamt 50.000 Euro, die Überprüfung von Haltern einer bestimmten Fahrzeugmarke und Fahrzeugtyps, sowie die Abarbeitung von rund 330 Hinweisen führten bisher nicht zur Ermittlung des oder der Täter. Auch eine DNA-Reihenuntersuchung brachte bislang keine neuen Hinweise.
 

Ermittlungen führen zu Fällen in Bad Schussenried und Schwendi

Wie die Polizei nun mitteilte, wurde bei der Vernehmung eines Feuerwehrkommandanten bekannt, dass die Feuerwehr am Karfreitag , 6. April 2007, im Bereich Bad Schussenried, Landkreis Biberach, auf der Landstraße L 283 / L284 zwischen Ingoldingen und Reichenbach vier Ölflecken beseitigen mussten. Auch hier waren grüne Glasscherben im Bereich der Ölflecke gefunden worden.
 
Zudem ist der Ermittlungsgruppe ein Fall vom 21. März 2010 bekannt. An diesem Sonntag waren in Schwendi auf der Ortsverbindungsstraße zwischen Regglisweiler und Orsenhausen an drei Stellen Ölflecken und entsprechende Scherben aufgefunden worden. Bei beiden Fällen kamen keine Personen durch die Fahrbahnverunreinigungen zu Schaden.

Ermittler gehen von Wiederholungstäter aus

Weitere Informationen
Bei diesen drei jetzt bekannten Fällen handelt es sich nach Einschätzung der Ermittlungsgruppe um Ölflecke, die durch mit Altöl gefüllte Glasflaschen vorsätzlich verursacht worden sind. Aufgrund des Spurenbildes ist nach Ansicht der Ermittler in allen Fällen davon auszugehen, dass die Flaschen aus einem fahrenden Auto geworfen worden sind. Auch die Tatorte, die sich überwiegend in Kurvenbereichen oder unübersichtlichen Stellen befinden und die zwischenzeitlich von einem Beamten der Ermittlungsgruppe besichtigt worden sind, deuten auf einen Zusammenhang der Fälle hin.

Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse muss nach Angaben der Polizei zwischenzeitlich von einem überregional aktiven  Wiederholungstäter ausgegangen werden.
 

Gibt es weitere Fälle von vorsätzlich ausgebrachten Öllachen?

Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass der oder die Täter auch in weiteren Fällen Ölflecken verursacht haben, beginnt die Kripo Kempten jetzt erneut mit der Suche nach weiteren Taten. Hierzu sollen unter anderem Feuerwehren kontaktiert werden. Ebenso werden die bisher vorhandenen Erkenntnisse unter Berücksichtigung eines Bezugs nach Baden-Württemberg erneut betrachtet.

 
Zudem bittet die bei der Kripo Kempten angesiedelte Ermittlungsgruppe Ölfleck unter Telefon 0 8 31/9 90 90 um sachdienliche Hinweise. Wer kann Hinweise zu den Vorfällen bei Bad Schussenried und bei Schwendi geben? Wer kann Hinweise auf Personen aus dem Bereich des Regierungspräsidiums Tübingen geben, die eine Abneigung gegen Motorradfahrer haben und Aussagen getroffen haben die in Richtung einer Selbstjustiz interpretiert werden können und zudem einen Bezug ins Unterallgäu haben?
 
 

Belohnungen in Höhe von 50.000 Euro ausgelobt

 
Das Bayerische Landeskriminalamt hat von der Gesamtsumme von 50.000 Euro insgesamt 5000 Euro ausgelobt. Eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro wurde von einem Privatmann aus dem Allgäu ausgelobt, die anderen 42.000 Euro von einem Geschäftsmann aus Nordrhein-Westfalen. Die Belohnung der Polizei kann nur unter Ausschluss des Rechtsweges zuerkannt werden. Für die Vergabe der Belohnung in Höhe von 45.000 Euro zeichnen ausschließlich die auslobenden Privatpersonen verantwortlich.
Weitere Bildergalerien

Seit einem für einen 37-jährigen Motorradfahrer tödlichen Unfall im April 2011 zwischen Markt Rettenbach und Ottobeuren wird ermittelt: Wer ist der bislang unbekannte Täter, der offenbar seit 2007 in Süddeutschland mit vorsätzlich aufgebrachten Ölflecken Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringt?

Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
Kommentare
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014