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Immenstaad Lärmaktionsplan für Immenstaad

08.02.2012
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– Beinahe flächendeckend ist der Straßenlärm der Bundesstraße 31 in Immenstaad zu hören – das Verkehrsaufkommen nimmt nachweislich zu, vor allem der Schwerlastverkehr. Auch die Landesstraße 207 – die Verbindungsstraße zwischen Immen staad und Kluftern – entwickelt sich zu einer lärmenden Verkehrsader.

„Bereits vor einem Jahr“, sagte Immenstaads Bürgermeister Jürgen Beisswenger in der Gemeinderatssitzung am Montagabend, habe man die Notwendigkeit erkannt, einen Lärmaktionsplan für diese beiden Straßen in Auftrag zu geben. Nicht nur, weil es die EU so will (Umgebungslärm-Richtlinien), haben die Kommunen die Aufgabe, ihre Bürger vor Lärm zu schützen. Also setzte der Gemeinderat am Montagabend ein entsprechendes Verfahren in Gang.

Ein Freiburger Büro wird nun beauftragt, die Lärmbelastung zu prüfen und entsprechende Maßnahmen zu entwickeln. Das Land Baden-Württemberg hat Ende 2011 einen Leitfaden für diese Aufstellung herausgegeben, offen ist bis heute aber, wie verbindlich und verpflichten die vorgeschlagenen Maßnahmen für die zuständigen Straßenbauträger ist.

„Wer zahlt es?“, brachte es Irene Demuth (SPD) auf den Punkt. Konkret stehen dann Fragen wie beispielsweise nach der Erneuerung des Flüsterasphalts auf der Bundesstraße 31 oder lärmreduzierende Maßnahmen auf der Landesstraße 207 im Raum. „Das muss alles sehr sorgfältig abgewogen werden, je höherrangig eine Straße ist, umso komplizierter wird es“, sagte Beisswenger. Ein bis eineinhalb Jahre wird das Verfahren dauern und da bereits viele Gutachten vorliegen, da Hagnau und Fischbach schon etwas weiter sind, könnte sich das günstig auf die Gutachtenkosten auswirken.

Wie bei einem solchen Verfahren üblich, soll auch die Öffentlichkeit frühzeitig einbezogen werden. Das wecke viele Erwartungen, warnte Markus Böhlen (Bündnis 90/Die Grünen), weil es doch viele Wünsche gebe, die vor allem innerörtliche Hauptverkehrsader betreffe. In den vergangenen Wochen waren Anwohner der Friedrichshafener Straße, Hauptstraße und Meersburger Straße in den Sitzungssaal gekommen, um sich für ein leiseres Dorf stark zu machen.

Bundesstraße 31 und Landesstaße 207 auf der einen Seite, 30er-Zone innerorts auf der anderen Seite: „Das ist ein Spagat, bei dem wir alle mächtig ins Schwitzen kommen werden“, sagte Böhlen. Schon im November setzte sich der Gemeinderat mit der Fragestellung einer innerörtlichen Geschwindigkeitsreduzierung auseinander: „Wer innerorts Tempo 30 will, muss Bedingungen erfüllen“ – das nahmen alle Zuhörer des Vortrags von Hans-Jörg Schraitle, Leiter des Amts für Bürgerservice, Sicherheit und Umwelt Friedrichshafen mit. Mit „ein paar Verkehrsschilder anschaffen und anschrauben“, wie es ein Bürger am Montagabend vorschlug, ist es eben nicht getan.

Die Gemeinde Immenstaad habe keine eigene Verkehrsrechtszuständigkeit, wiederholte Bürgermeister Beisswenger. Der Gemeinderat konnte sich nicht dazu durchringen, das beauftragte Gutachten auch auf die innerörtlichen Straßen auszudehnen und möchte dafür erst ein Angebot des Freiburger Büros haben.

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