Immenstaad Kinder erleben Radionacht
21 Viertklässler der Immenstaader Stephan-Brodmann-Schule erlebten in ihrem Klassenzimmer die Radionacht für Kinder. Bild: Bild: Ganzert
Deshalb bewältigen sie, unterstützt von ihren Eltern, einen kleinen Umzug mit Luftmatratze und Liegen, Schlafsäcken und Kuscheltieren, Naschkram und elektronischem Spielzeug.
Der Klassenraum im zweiten Obergeschoss verwandelt sich zusehends in ein Schlaflager für 21 aufgeregte Viertklässler, ihre Lehrerin und eine sie unterstützende Mutter. „Das ist mal etwas anderes, als die übliche Lesenacht“, erklärt Stefanie Marte und auch, dass sie ihr Nachtlager wie immer direkt an der Tür aufschlagen wird. Sicherheitshalber.
Überall hängen Kopien des Radioprogramms und die Schüler durften wählen, welchen der Live-Hörspiele, die zwischen 20.05 und 1 Uhr ausgestrahlt werden, sie gemeinsam lauschen wollen. „Nachts sind nicht nur Hamster wach“, „Biber und Specht“ sowie „Wünsch dir war – Rennschwein Rudi Rüssel“ haben sie sich ausgesucht. Doch bis es losgeht müssen sie sich einrichten, die ersten sind schon im Nachthemd, andere ziehen sich für das Pressefoto nochmals um.
Inzwischen wird auch eine Frequenz gefunden, auf der die Radionacht übertragen wird. Ein bisschen rauscht es, ein bisschen knarrt es. aber die Zimmerantenne schafft es schließlich doch und schon sind die Viertklässler mitten drin in der Liveübertragung aus dem Funkhaus. 20.15 Uhr – das erste Hörspiel beginnt und die Kinder bitten „Licht aus, da hört man besser“.
Bald brüllt, zwitschert und knurrt es, muht, miaut und gurrt es. Große und kleine Tiere, geliebte und vergessene, fabelhafte, nie gesehene, fast verschwundene oder stinknormale Zwei-, Vier- und Noch-mehr-Beiner schleichen, flattern und trampeln durch die Radio-Nacht. Die Anspannung legt sich, die Spannung steigt.
Das Begleitheft zur „ARD-Radionacht“ ist dick, nicht weil alle Hörspiele aufgeschrieben wurden, sondern weil es auch Vorschläge zum Begleitprogramm gibt. So werden die Mädchen und Jungen heute noch Sockentiere basteln, backen, kochen und spielen. Manche schlafen früher ein als andere, sicher wollen die Jungs „durchmachen“. Morgen früh wissen alle mehr, dann kommen um 8.30 Uhr die Eltern zum gemeinsamen Frühstück in die Schule und Stefanie Marte hofft, am Vormittag daheim zu sein.
