Immenstaad Kai Eichler läuft und läuft und läuft

Der Immenstaader Feuerwehrmann plant einen neuen Weltrekord: einen 48-Stunden-Lauf in kompletter Ausrüstung. Gleichzeitig soll der Weltrekord eine Spendenaktion für den Kinderhospizdienst Amalie sein.

Friedrichshafen/Immenstaad – Zwei Weltrekorde hat Feuerwehrmann Kai Eichler aus Immenstaad schon erzielt. Jetzt peilt er seinen dritten an. Dafür will er seine im Dezember auf dem Immenstaader Trimmpfad vollbrachte Ausdauerleistung – er hat 100 Kilometer in kompletter Feuerwehrausrüstung in 22 Stunden, 55 Minuten und sechs Sekunden zurückgelegt – noch einmal erheblich steigern. Noch wichtiger als der neue Rekord ist ihm aber eine gute Sache: Er will auf den Kinderhospizdienst Amalie aufmerksam machen und Spenden sammeln.

In kompletter Feuerwehrmontur samt Stiefeln an den Füßen, Helm auf dem Kopf, Atemluftflasche auf dem Rücken und Feuerwehrbeil und Atemmaske am Gürtel trainiert Kai Eichler auf einem Laufband im Aktivwerk, dem werkseigenen Fitnessstudio der MTU in der Friedrichshafener Prielmeyerstraße. Bei seinem Weltrekordversuch, der am 10. März um 15 Uhr beginnen soll, wird er dieses Laufband und zusätzlich auch das zweite brauchen, das gleich daneben steht: "Ein Laufband braucht öfter mal längere Pausen", hat Eichler nämlich erfahren. Er plant jedoch, 48 Stunden durchzulaufen. Nur fünf Minuten Pause pro Stunde, die er auch über mehrere Stunden ansammeln kann, hat ihm das Rekordinstitut für Deutschland (RID) zugestanden. Falls er es schafft, unter diesen sehr extremen Bedingungen 150 Kilometer zurückzulegen, will das RID diese Leistung als Eichlers dritten Weltrekord anerkennen.

Der Rekord ist ein Ziel – wichtig für den Ultraläufer ist jedoch, mit seiner Aktion auf den Kinderhospizdienst Amalie aufmerksam zu machen und Spenden für dessen wichtige Arbeit zu sammeln. Welche Verbindung gibt es zwischen einem Extremsportler und dem Kinderhospizdienst? "Kai ist einer unserer Paten", ist von Barbara Weiland, Koordinatorin des Kinderhospizdienstes Amalie für den Bodenseekreis, zu erfahren: "Er hat 2015 bei uns eine 100-stündige Ausbildung absolviert und ist jede Woche mindestens einmal ehrenamtlich im Einsatz." Kai Eichlers Patenkind ist zehn Jahre alt. Die Mutter des Kindes ist schwer erkrankt. "Als Pate unternimmt Kai etwas mit dem Kind und sorgt so für positive Erlebnisse, außerdem ist er für Fragen der Familie da und entlastet durch die Betreuung des Kindes den Familienvater", erklärt Barbara Weiland vom Kinderhospizdienst.

Bei seinem Lauf will Kai Eichler neben dem Laufband im für jeden zugänglichen Fitnessstudio eine Spendenbüchse aufstellen. Er hofft auch auf Spender, die bereit sind, für jeden gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag auf das Spendenkonto des Hospizdiensts zu überweisen oder einen festen Betrag zu spenden: "Das wäre für mich auch eine Zusatz-Motivation."

Sein Trainingszustand sei durch die Vorbereitung auf den Weltrekord im Dezember immer noch immer gut und er trainiere regelmäßig, um diesen Stand zu halten, sagt der Extremsportler. Ein Belastungstest zwischen den Weltrekordversuchen wird die "Brocken-Challenge" am 12. Februar. Dabei will er über 80 Kilometer bei winterlichen Bedingungen in normaler Laufkleidung auf den Brocken im Harz laufen.

Gab es eigentlich schon Versuche anderer Sportler, seine Weltrekorde einzustellen? Eichler weiß von zwei Feuerwehrkameraden aus Viechtach in Bayern, die das Anfang Januar völlig untrainiert versucht haben. Beide landeten nach einem Bericht der Passauer Neuen Presse mit erheblichen Kreislaufproblemen und Krämpfen im Krankenhaus. Der erste nach 22 Kilometern, der zweite nach 37,5 Kilometern. Wesentlich bessere Chancen räumt Eichler einem österreichischen Feuerwehrmann ein, der Anfang Februar versuchen will, seinen Weltrekord zu brechen: "Das ist ein bekannter Ultraläufer, dem ich das zutraue." Ob er seinen Rekord verteidigen will? "Das will ich nicht. Jetzt ist erst einmal diese Sache hier wichtig", sagt Kai Eichler. Kurz darauf schränkt er ein: "Aber wenn er es schafft... Ich habe ja schon viel gesagt und ändere auch manchmal meine Meinung."

Amalie

  • Der ambulate Kinderhospizdienst Amalie wurde 2010 gegründet und hat sich die Lebensbegleitung für Familien bei Krankheit, Sterben, Tod und Trauer zur Aufgabe gemacht. Amalie ist im Bodenseekreis und im Kreis Ravensburg tätig und steht unter gemeinsamer Trägerschaft von Stiftung Liebenau und Maltesern.
  • Für Familien, in denen Kinder, Jugendliche oder ein Elternteil lebensbegrenzend erkrankt sind, sind die Leistungen des Hospizdienstes kostenlos. 42 ehrenamtliche Paten haben bereits die 100-stündige Ausbildung für ihre Tätigkeit absolviert und sind aktiv, 15 weitere sind derzeit in Ausbildung. Ein neuer Ausbildungskurs startet im Herbst.
  • Amalie finanziert sich zu zwei Dritteln aus Stiftungen und Spenden, das andere Drittel kommt aus Förderbeiträgen der Krankenkassen.
Informationen im Internet: www.kinderhospizdienst-bodensee.de

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