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Immenstaad Immenstaader sind wegen Post-Pannen verärgert

Zwei Anwohner der Straße Kapellenweg in Immenstaad beklagen Post-Pannen. Klaus Deppler sowie Michael Uhl berichten, dass Briefe von der Post verspätet oder teils gar nicht zugestellt worden seien. Deppler hat Anzeige erstattet.

Für Klaus Deppler, Anwohner im Kapellenweg, ist das Maß voll. Briefsendungen – darunter Geschäftskorrespondenz – wurden ihm nachweislich verspätet oder teils gar nicht zugestellt. Von Deppler verschickte Briefe kamen ebenfalls verspätet an. Deppler nutzt einen Post-Briefkasten, der einen Steinwurf von seiner Wohnadresse entfernt an der Ecke der Straßen Willen/Kapellenweg steht. Und dieser Briefkasten werde seit Herbst vergangenen Jahres nicht mehr verlässlich regelmäßig geleert. "Es gab schon Tage, da quollen die eingeworfenen Briefe fast heraus", berichtet Deppler. Er hat sich am Donnerstag, 15. März, zu einem radikalen Schritt entschieden, wie er berichtet: "Ich habe beim Immenstaader Polizeiposten Anzeige erstattet wegen Gebührenbetruges und wegen arglistiger Täuschung gegen Dr. Frank Appel, Ken Allen, John Gilbert und alle anderen Verantwortungstragenden der Deutschen Post AG." Die drei genannten Männer sind führende Köpfe im Vorstand. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Konstanz hat die Anzeigenerstattung bestätigt.

Wochenlange Verzögerungen

Deppler berichtet von einer Überweisung vom 8. Oktober 2016, die er in besagten Briefkasten Ecke Willen/Kappellenweg eingeworfen hatte. Die Überweisung wurde von der Postbank erst am 1. November ausgeführt. Auch ein Scheck wurde von der Postbank verspätet bearbeitet. Auf seine Beschwerde hin erhielt Deppler von der Postbank schriftlich Antwort. Dort heißt es: "... Warum wir diese erst so spät bekommen haben, kann ich nicht nachvollziehen. Bitte berücksichtigen Sie, dass wir auf die Postlaufzeiten keinen Einfluss haben..."

Das ist für Deppler zumindest ein belegbarer Nachweis, dass Geschäftskorrespondenz, die er über die Post abgewickelt hat, erst mit wochenlanger Verspätung zugestellt worden ist. "Die Leute in Immenstaad beklagen sich seit Monaten und ich bin nicht der Einzige", sagt Deppler. Er ergänzt: "Mir ist es peinlich, wenn ich in der Postfiliale in der Hauptstraße in der Schlange stehe und die lautstarken Beschwerden von Immenstaader Bürgern mitbekomme." Nach seinen Beobachtungen bekommt er seit September vergangenen Jahres montags überhaupt keine Post mehr.

Briefe in Hecke gefunden

Deppler ergänzt seine Kritik um einen weiteren Punkt: "Rentner haben mir durchnässte Briefe gegeben, die an mich adressiert waren und die sie in einer Hecke gefunden hatten." Auch die Zuordnung der Postsendungen in die drei beschrifteten Briefkästen seines Wohnhauses am Kapellenweg funktioniere nicht. "Laufend werden Briefe in die falschen Kästen geworfen, was bei Urlaub einer Partei eine Katastrophe bedeuten kann."

Deppler hat nach eigenem Bekunden nachkontrolliert: "Von 30 in den Monaten Januar, Februar und März 2017 zu Testzwecken an mich adressierten Briefen sind 18 nicht angekommen, acht erhielt ich später als drei Wochen nach dem Einwurf in den Post-Briefkasten, drei kamen später als eine Woche und ein Brief war nach vier Werktagen da." In den vergangenen fünf Monaten habe er sechs Mal bei der Hotline der Post angerufen und auf das Dilemma hingewiesen. Jedes Mal sei versichert worden, er – Deppler – werde kontaktiert. "Zuletzt habe ich dort am 14. März angerufen – es ist nichts passiert", erzählt Deppler.

Ein Nachbar Depplers – Michael Uhl, Uhl Heiztechnik – berichtet von ähnlichen Erfahrungen: "Anfang Oktober ging's los. Ich hatte 40 Rechnungen eingeworfen. Eine Woche später bekam ich erste Beschwerdeanrufe, warum die Rechnungen noch nicht raus seien." Dann habe er etwa eine Woche später die 40 Rechnungen nochmals rausgegeben. "Davon sind nicht einmal 25 Prozent angekommen", sagt Uhl. Er habe auch schon eine Mahnung wegen einer nicht bezahlten Rechnung bekommen – diese habe er nie erhalten. "Wenn Post nicht verlässlich zugestellt wird, ist das für mich als Handwerker existenzgefährdend und geschäftsschädigend", sagt Uhl. Er habe Konsequenzen daraus gezogen. Seine Frau trage die Geschäftskorrespondenz in Immenstaad aus. Und soweit möglich, versendet Uhl Rechnungen per E-Mail.

Immer wieder Fehlwürfe

Deppler und Uhl berichten außerdem von Fehlwürfen. In Depplers Briefkasten landeten jüngst zwei Briefe: Der eine sollte eigentlich an eine Adresse im Hersbergweg, der andere an eine Adresse in der Seestraße. Von einem gleich gelagerten Fall hat Uhl gehört. Im Immenstaader Osten habe jemand einen Rentenbescheid erhalten, der ganz woanders hätte eingeworfen werden müssen.

Und auch die Gemeindeverwaltung war schon betroffen, wie Hauptamtsleiter Michael Haas per E-Mail bestätigt hat: "In der Umstellungsphase im Herbst 2016 wurde die Post teilweise erst einen Tag später zugestellt, dies wurde jedoch nach erfolgtem Hinweis an die Zusteller, mit der Bitte dies weiterzugeben, korrigiert. Seither bekommt die Gemeindeverwaltung die Post wie gewohnt werktäglich zugestellt."

Die Pressestelle der Post äußert sich zu den erhobenen Vorwürfen: "Die Deutsche Post AG nimmt ihre Pflicht zur Erfüllung der Postuniversaldienstleistungsverordnung (PUDLV) sehr ernst. Die PUDLV sichert die flächendeckende, werktägliche Zustellung mit einer geforderten Qualität von 80 Prozent E+1-Laufzeit zu, die wir TÜV-zertifiziert mit 94 Prozent deutlich übererfüllen", mailt Pressesprecher Hugo Gimber. Grundsätzlich gelte, dass die Post "abgesehen von den Kunden, denen wir täglich eine Tageszeitung bringen – nicht an jedem Werktag Sendungen für jeden Haushalt haben". Umso mehr gelte dies "insbesondere an verkehrsmengenschwachen Tagen wie den Montagen, an denen wir mittlerweile weniger als 5 Prozent der Wochenverkehrsmenge zur Zustellung vorliegen haben". Auf Nachfrage erklärt Gimber den Begriff E+1-Laufzeit: "E+1 heißt Zustellung an dem auf die Einlieferung (=E) folgenden Werktag. Anders ausgedrückt: Von 100 heute vor der letzten Leerung des Briefkastens eingeworfenen Sendungen werden 94 morgen zugestellt."

Postsprecher Gimber weiter: "In der Sommer- und Ferienzeit liegt der Anteil der am Montag vorliegenden Verkehrsmenge gespiegelt an der Wochenverkehrsmenge sogar unter 4 Prozent." Bei der geringen Montagsmenge handle es sich in erster Linie um Sendungen von Privatpersonen, die am Wochenende (Samstag/Sonntag) in den Filialen und über Briefkästen eingeliefert werden. "Sendungen von Geschäftskunden/Behörden werden in der Regel am Freitag eingeliefert und bereits am Samstag zugestellt. Werbesendungen werden von der Deutschen Post in der Regel innerhalb von vier Werktagen nach dem Einlieferungstag von dienstags bis samstags zugestellt."

Laut Gimber wurde "seit Anfang des Jahres im Zustellbezirk, zu dem der Kapellenweg in Immenstaad gehört, an allen Tagen Post zugestellt. Im Inneren unserer Briefkästen befindet sich ein Barcode, der bei jeder Leerung mit einem Handscanner eingelesen wird. So lässt sich lückenlos feststellen, wann unsere Briefkästen geleert wurden. Seit Anfang des Jahres wurde der Briefkasten montags bis samstags an jedem Tag geleert. Auch im September und Oktober des letzten Jahres wurde der Briefkasten an allen Werktagen geleert." Seit Mitte Februar 2017 liege der Post "nur eine Beschwerde aus dem Bezirk, zu dem der Kapellweg in Immenstaad gehört, vor. Weitere Kunden aus diesem Bezirk haben sich in diesem Zeitraum nicht beschwert".

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