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Immenstaad Immenstaad vertagt Beschluss zur Echt-Bodensee-Card erneut

Der Gemeinderat von Immenstaad hat erneut den Beschluss zur Teilnahme an der Echt-Bodensee-Card, der bodenseeweit geltenden Gästekarte, vertagt. Noch sind für die Räte zu viele Fragen offen.

Der Immenstaader Gemeinderat hat die Entscheidung für die Echt-Bodensee-Card erneut verschoben. Erst im März will er beraten, ob sich Immenstaad an dem Projekt einer bodenseeweiten Gästekarte beteiligt. Bis dahin soll geklärt werden, welche Freizeitanbieter mitziehen, wie Aus- und Rückgabe der Karten funktionieren und ob es Verbesserungen im Busangebot geben wird. Damit lässt Immenstaad den Termin der Deutschen Bodensee-Tourismus (DBT) verstreichen. Er sah vor, dass Gemeinden bis Ende Januar eine Absichtserklärung unterzeichnen. Sie sollte als Grundlage für Ausschreibungen des technischen Geräts sowie für Rabattverhandlungen mit Freizeitparks, Seilbahnen oder Museen dienen.

Die Echt-Bodensee-Card soll Touristen die kostenlose Nutzung des öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) ermöglichen und Vorteile bei Freizeit- und Kulturangeboten bieten. Sie ist als Chipkarte geplant, die mit einem digitalen Meldeschein verbunden wird und Gästekarten ersetzt. Bodman-Ludwigshafen, Sipplingen, Überlingen, Uhldingen-Mühlhofen, Hagnau, Langenargen und Eriskirch haben sich bereits für die Teilnahme ab 2017 entschieden.

Schon im November hatten die Immenstaader Räte die Zustimmung vertagt, um die Vermieter zu informieren und die Finanzierung über die Kurtaxe zu klären. Beides sei geschehen, sagte Ute Stegmann, Leiterin der Tourist-Information: Für die Umlage an die DTB müsste die Gemeinde die Kurtaxe um 1,13 Euro erhöhen, wenn sie Vergünstigungen für Familien und Menschen mit Behinderung beibehält. Zur Informationsveranstaltung seien nur zehn Prozent der Gastgeber erschienen. Stegmann warb für die Zustimmung: „Ein einheitliches Gästekartensystem wird seit Jahren von den Gästen gefordert“, sagte sie. Bürgermeister Jürgen Beisswenger hält die Karte für eine wichtige Zukunftsaufgabe: „Der Kunde wird das nachfragen, da bin ich mir sicher.“

Die Grünen unterstützen das Projekt. Markus Böhlen meinte: „Man muss doch irgendwann mal anfangen, für die Zukunft am Bodensee etwas zu tun.“ Ernst Deisendorfer (SPD) ergänzte: „Das ist ein touristisch hervorragendes Angebot und es kann dazu beitragen, ein paar Autos von der Straße zu holen.“ Für die CDU kritisierte Margot Rauber: „Der DBT hat den ÖPNV auf die Karte gesetzt, aber die großen Leistungsträger nicht eingebunden.“ Die Freien Wähler haben noch Fragen, von der Kündigungsmöglichkeit über die Finanzierung von Rückgabeautomaten bis zu fehlenden Ortsbussen. Edwin Brügel meinte: „Sollen die sieben bis acht Gemeinden die Piloten 2017 machen, dann lasst uns aufspringen.“

Mit knapper Mehrheit entschieden die Räte schließlich, die Entscheidung über die Absichtserklärung erst im März zu fällen und an die Beantwortung ihrer Fragen zu binden. Dass der Zeitplan nicht einzuhalten ist, erschwere die Teilnahme Immenstaads im kommenden Jahr, bedauerte Stegmann. Auch könnten die 360 000 Übernachtungen nicht in Verhandlungen mit den Freizeitträgern eingehen.

 

Das Konzept

Das Konzept für die Echt-Bodensee-Card wurde im Dezember 2014 im Kreistag des Bodenseekreises vorgestellt. Als Kerngebiet für den Geltungsbereich der Karte sind zunächst der Bodenseekreis, der Landkreis Ravensburg, südliche Teile des Landkreises Sigmaringen sowie der Landkreis Lindau vorgesehen. In einem weiteren Schritt sollen der nördliche Teil des Landkreises Sigmaringen sowie die Landkreise Konstanz und Biberach folgen. Voraussetzung für die Echt-Bodensee-Card ist das Einführen eines elektronischen Fahrgeld-Managementsystems (EFM) beim Verkehrsverbund Bodo. Die Gästekarte soll elektronisch und berührungslos funktionieren.

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