Immenstaad Hinter den Kulissen wird renoviert
Der Winterschlaf vom „Gasthaus Schiff“ ist schneller beendet als gedacht: Die neuen Pächter sind schon stark am Werkeln, um im April zu eröffen. Bild: ganzert
Vicenzo Salvatori, der neue Pächter.
Seit einigen Tagen dringt nun Lärm durch die geschlossenen Türen und Fenster des altehrwürdigen Hauses, das seit vielen Jahren äußerlich und innerlich unverändert blieb. Neue Pächter bereiten das Schiff auf die nächste Saison vor: Claudia und Vicenzo Salvatori wollen hier am 1. April, wenn alles nach Plan läuft, das „Schiff Ristorante-Pizzeria“ eröffnen. Mediterrane Küche mit deutschen Einflüssen, Kaffee, Kuchen und „Gelati“ sollen in südländischem Ambiente angeboten werden. Doch bis dahin ist noch jede Menge zu tun.
Momentan wird die alte Küche kom-plett entfernt und mit jeder Stunde mehr wird der Umfang der nötigen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten noch deutlicher. „Das ist viel Arbeit“, sagt Vicenzo Salvatori und blickt trotzdem gut gelaunt in die Zukunft. Mit Tassone Salvatori hat er einen erfahrenen Landsmann an seiner Seite. Der blickt sich im Schiff um und sagt trocken: „100 000 Euro sind da schnell weg.“ Schritt für Schritt wollen die engagierten Männer das alte Schiff renovieren. Zuerst die Küche, dann die Toiletten, anschließend die Terrasse. „Überall muss man etwas machen“, sagt Salvatori, der in Ludwigshafen einen Pizza-Service betreibt und lange Jahre in Stockach das „Il Capriccio“ betrieb, bevor er es verpachtete. Eine Riesenaufgabe, „die uns aber Spaß macht“, weil die neuen Pächter viel Leben in das alte Schiff bringen und mit Palmen und Bäumen das Seegrundstück aufpeppen wollen – und vor allem mit der Küche von Giovanni Girico punkten wollen.
Viel ist in den vergangenen Monaten spekuliert worden, manche malten sogar schon den Immobilienteufel an die Wand und befürchteten, dass das Schiff abgerissen, das Grundstück verkauft und mit einem großen Neubaukomplex verbaut werden könnte. Dass die Gemeinde Immenstaad für das Gebiet Seestraße West bis Wattgraben einen Bebauungsplan auflegen wird, gab den Spekulationen neue Nahrung. Schließlich hat die Gemeinde seit vielen Jahren das Vorkaufsrecht, sollte sich die Erbengemeinschaft je zu einem Verkauf entschließen. Angesichts der angespann-ten Haushaltssituation in den vergan-genen zwei Jahren konnte sich aber kaum jemand vorstellen, dass die Gemeinde tatsächlich zum Zug kommen würde. „Ich freu mich, dass es für das Schiff ein Zukunft gibt“, kommentiert Immenstaads Bürgermeister Jürgen Beisswenger die aktuelle Entwicklung.
Das Schiff-Grundstück ist ein wahres Filetstück: Direkt am See gelegen, mit Blick auf den Landungssteg und zentral im Dorf, zog das Gasthaus Jahrzehnte lang Einheimische und Touristen an, auch wegen der badischen Küche und den Fischgerichten. Nun gibt es also ab April eine weitere Pizzeria, die drei konkurrierende mediterrane Mitbewerber um die Gunst der Gäste hat.
