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Immenstaad Heimatverein öffnet Schloss Kirchberg

Im September ermöglicht der Heimatverein von Immenstaad Führungen durch das normalerweise nicht zugängliche Schloss Kirchberg.

In seinem Jubiläumsjahr 2016 war der Immenstaader Heimatverein besonders aktiv und hat mit seinen immer bestens besuchten Veranstaltungen zum Kultur-, Musik- und Festprogramm der Gemeinde beigetragen. Auch für dieses Jahr haben Vorstand und Mitglieder des Heimatvereins schon etliche Ideen für Veranstaltungen entwickelt, teilte der Vorsitzende Reinhard König während der Hauptversammlung mit. Für einige dieser Ideen gibt es schon feste Termine. Im Rahmen der Versammlung war durch einen Vortrag von Manfred Bauer viel Interessantes über die Geschichte des Seewerks zu erfahren.

Dass sein Vortrag durch die Bergung eines Torpedos am Seemooser Horn am 8. März dieses Jahres einen sehr aktuellen Bezug bekommen würde, konnte Manfred Bauer bei seiner Vorbereitung nicht einplanen – auch wenn Reinhard König scherzte, er habe den Fund eigens inszeniert, um auf so großes Zuhörerinteresse zu stoßen. Auch Zeitzeugen, die Details ergänzen konnten, waren darunter.

Der vor Kurzem geborgene Torpedo wurde – wie viele weitere – ohne Sprengkopf von einem eigens dafür gebauten Damm vor dem Seewerk in Immenstaad in Richtung Friedrichshafen abgeschossen, um ihn für seinen späteren Einsatz zum Versenken von Schiffen zu justieren. Für diesen Zweck wurde das Seewerk der Luftschiffbau-Zeppelin nämlich 1943 eigens gebaut. Nahe des Ufers zwischen Immenstaad und Friedrichshafen waren die Bedingungen für das "Einschießen" anscheinend ideal. 30 Immenstaader Bauern wurden für das Seewerk Grundstücke abgekauft, auf denen eine große Halle und weitere Gebäude errichtet wurden. 1943 wurde das Werk erstmals bombardiert, nach Kriegsende sprengten französische Truppen den Damm, aber nicht das Werk, das sie für andere Zwecke nutzen. In den 1950ern entstand auf dem Grundstück das Dornier-Werk.

An den großen Erfolg der Jazznight 2016 soll die Jazznight 2017 am 5. Mai im Bürgersaal anknüpfen. Dieses Mal werden erstmals fünf Tanzpaare aus Konstanz erwartet, die zur Live-Musik der Do-X Memorial Big Band den Lindy Hop, einen in den 1920ern und 1930ern in den USA beliebten Tanzstil zeigen werden.

Der Heimatverein hofft außerdem, im Sommer die Idee umsetzen zu können, Immenstaader Sammlungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch eine neue Form von Ortsführungen soll ausprobiert werden.

Einen besonderen Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm des Heimatvereins, der sicher auf großes Interesse stoßen wird, gibt es am 10. September, dem Tag des offenen Denkmals: Diesmal geht es ums Thema "Macht und Pracht". Dem Heimatverein ist es mit Hilfe eines in Schloss Kirchberg wohnenden Mitglieds gelungen, passend dazu im seit 20 Jahren für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglichen Schloss Führungen anzubieten.

Im Herbst soll es auch wieder einen der immer sehr schnell ausverkauften Themenabende im Winzerkär geben. Diesmal geht es um "Geschichten vom Metzger in Immenstaad".


Sorgenkind Historie

Turnusgemäß standen bei der Hauptversammlung des Immenstaader Heimatvereins Wahlen für das Amt des Schriftführers und zweier Beiräte an. Bettina Rebstein wurde für zwei weitere Jahre als Schriftführerin wiedergewählt, Markus Böhlen und Thomas Schmidt als Beiräte. Der Verein hat derzeit 122 Mitglieder. Für das Museum ist der Vorsitzende, Reinhard König, zuständig, für Veranstaltungen seine Stellvertreterin Helga Bauer. Kassierer ist Otto Riegger. Heide Budde betreut den Bereich Kunst, Uwe Fabry die historische Turmuhr, die auf dem Rathausplatz gezeigt wird. "Sorgenkind", so König, ist der Bereich "Historie", für den es derzeit keinen Zuständigen gibt. 

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