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Forstamtsleiter Michael Strütt: Viele Waldwege nicht für tonnenschwere Baufahrzeuge geeignet

– Nach den Beratungen über den Forsthaushaltsplan anlässlich der jüngsten Gemeinderatssitzung nutzte Bürgermeister Frank Amann die Anwesenheit von Michael Strütt, Leiter des Forstamtes Bodenseekreis, um ihn nach seiner Sichtweise zum Thema „Windräder“ zur Energiegewinnung zu befragen.

Strütt führte aus, dass der Staatsforstbetrieb den Ausbau der Windkraft vertreten muss, weil das Land als Waldeigentümer dieses als Ziel vorgegeben hätte. Dies spiele jedoch im Bodenseekreis keine Rolle, da es Standorte für Windkraftanlagen im Staatsforst kaum gibt. Die wichtigsten Standorte sind nach Strütts Darstellung am Gehrenberg bei Markdorf und in der Raumschaft Heiligenberg. Man müsse aber sehen, dass Waldflächen verloren gehen, wenn solche Anlagen erstellt würden und „zwar mindestens ein halber Hektar um die Anlage herum“. Außerdem brauche man zur Errichtung einer solchen Anlage einen Zuweg. Nach Strütts Einschätzung genügen die vorhandenen Waldwege aber dem Standard nicht, um solche Anlagen aufzubauen. Man müsse sich das so vorstellen, dass zum Aufbau ein Kran aufgestellt werde, der schon allein 600 Tonnen wiegen würde.

Strütt erhielt vor kurzem ein Papier, in dem, wie er sagte, „die Spezifikationen für eine Zuwegung dargestellt ist“. Die vorhandenen Waldwege würden diesen Spezifikationen überhaupt nicht genügen. Gefordert sei eine Traglast von 40 Tonnen. Die erforderliche Breite sowie die Kurvenradien der Wege würden auch nicht ausreichen. Strütt: „Wir werden uns deshalb mit neuen Wegen auch noch beschäftigen müssen.“ Das sei aber bislang gar nicht diskutiert worden. Es sei deshalb nicht nur die Anlage selber, die eine Waldumwandlung darstelle und für die man Ersatzaufforstungen brauche. Die Wege würde ein Problem sein, zwar nicht überall, aber überall dort, wo man in Molasse oder andere Untergründe reinkommen würde, die wenig Tragfähigkeit hätten.

Nicht nur die Windhöffigkeit (Bezeichnung für die Eignung eines Gebiets als Standort für Windenergieanlagen) ist Strütts Darstellung zufolge für einen Standort entscheidend, sondern auch die Frage, ob man überhaupt an den Standort kommen könne. Zur Frage, ob die Errichtung von Windkrafträdern generell gut oder schlecht ist, bleibt Strütt neutral. Es sei eine ganz klare Aussage des Ministerialdirigenten Reimer gewesen, dass man auf zehn Prozent der staatlichen Waldflächen Naturschutz machen wolle. Doch auf der Restfläche solle mit dem Staatswald Geld verdient werden und dazu gehöre auch die Windkraft. Dass sich das Landschaftsbild erheblich verändern würde und dass man sich diese Dimensionen mit Narbenhöhen von knapp 140 Metern Höhe gar nicht vorstellen könne, sei klar. „Wenn man eine emotionale Beziehung zum Wald hat, wie wir Förster, tun wir uns schon ein bisschen schwer, sich das vorstellen zu können“, räumte Strütt ein. Aber er könne es nicht verdenken, wenn zum Beispiel die Schulstiftung Baden-Württemberg sagen würde, dass man dieses Vermarktungspotential nutzen möchte. Und sei erst mal ein Investor da, könne man das Windrad kaum verhindern.

Schulstiftung
In der Schulstiftung BW hat man verschiedene historische Stiftungen für Lehrstätten zusammengefasst.
Schul-Stiftung als Windradbetreiber ?
Eine Schulstiftung sollte sich wohl eher nicht als Windradbetreiber betätigen.
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