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Heiligenberg Kabel oder Funk? Wohl Kabel

Eine neue Perspektive hat sich bei der Breitbandversorgung für schnelles Internet im Heiligenberger Teilort Hattenweiler ergeben. Diese wurde bei einer Informationsveranstaltung im „Sennhof am Schloss“ vorgestellt.

Das Informationsinteresse ist groß: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Darlegungen zum Ausbau des Breitbandnetzes im Heiligenberger Ortsteil Hattenweiler im „Sennhof am Schloss“. Bilder (5): Hoyer
Das Informationsinteresse ist groß: Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger verfolgten die Darlegungen zum Ausbau des Breitbandnetzes im Heiligenberger Ortsteil Hattenweiler im „Sennhof am Schloss“. Bilder (5): Hoyer

Heiligenberg – Die Gemeinderäte Isabel Meyer, Johannes Kopp und Gerlinde Kriese hatten Kontakt zu Regine und Franz Frauenhoffer aufgenommen, die mit ihrer Stiftung mit Sitz in Ostrach dafür sorgen, dass auch ländliche Gebiete von der schnellen Datenautobahn profitieren. In den Orten Friedberg und Bärenthal ist ihnen dies bereits gelungen. Frauenhoffer zeigte sich gut über das Thema informiert, ob Glasfaser, Wimax, „Digitale Dividende“, UMTS oder LTE.

Bei einem Stiftungskapital von 150 000 Euro könne die finanzielle Beteiligung der Stiftung nur in kleinem Rahmen erfolgen, sagte Franz Frauenhoffer. Als unabhängiger IT-Fachmann biete er vor allem objektive Information und Kontakte. Die Lücke der nicht durch Zuschüsse vom Land und durch die Kommunen abgedeckten Kosten würde durch Spenden und Eigenbeteiligung der Bürger geschlossen.

Im Falle von Hattenweiler gibt es allerdings einen namentlich nicht genannten Spender, der die Kosten für einen Glasfaseranschluss nach Aussage von Bürgermeister Frank Amann übernehmen wolle. Frauenhoffers Konzept, das er mit einem Kooperationsvertrag mit der Deutschen Telekom untermauern will, sieht vor, einen Outdoor-DSLAM Verteilerkasten der Telekom an der Bushaltestelle gegenüber vom Busunternehmen Gebhard zu installieren. Vom T-Com-Knoten von Pfullendorf aus würden die Daten bis dahin geschickt und an die Haushalte per Kupferkabel weitergeleitet (Riedlehof und Kirnbach ausgeschlossen). Zurzeit würde im Zuge von Straßenbauarbeiten von Denkingen nach Straß ein Leerrohr verlegt, das sei schon mal die halbe Miete.

Ein Bürger wusste, dass der weitere Ausbau nach Kleinstadelhofen fürs nächste Frühjahr eingeplant sei. Somit müsste nach Frauenhoffer nur noch in das verbleibende Stück Straße bis Hattenweiler ein Leerrohr für das Glasfaserkabel gelegt werden. „Herr Amann, bauen Sie doch einen Radweg, darunter können Sie das Leerrohr legen“, schlug eine Bürgerin daraufhin vor. Vor Frauenhoffers Vortrag hatten Norbert Herter von der Firma Regionetz und Jürgen Hermann von Neckar-Com, eine Tochterfirma der EnBW, ihre Funklösungen vorgestellt. Neckar-Com hat auf der Grundlage von Wimax (standardisierte Funktechnik zur Bereitstellung eines drahtlosen Internetzugangs) zwischenzeitlich ein Modellprojekt Bodenseekreis entwickelt, das Glasfaser durch Richtfunkstrecken ergänzt. Die Gemeinderäte in den Kommunen müssten nur noch zustimmen.

Die Firma Regionetz hat bereits einzelne Bürger in Hattenweiler mit kleinen Übergangs-Funklösungen ausgestattet. Die Nutzer zeigten sich auf der Veranstaltung zufrieden damit. Auch Funkgegner meldeten sich auf der Veranstaltung zu Wort. In Hattenweiler habe sich organisierter Widerstand gegen Funk formiert, hatte Frauenhoffer angemerkt. „Es gibt keine Studie, die belegt, dass eine Funklösung nicht schädlich ist“, meinte eine Zuhörerin. Der gesundheitliche Aspekt sei der wichtigste. Für die Äußerung erhielt sie viel Applaus. Ebenso der Veranstaltungsbesucher, der darüber aufklärte, dass Grenzwerte für die Strahlenbelastung an Leichen von erwachsenen Menschen ermittelt würden, wann sich das Gewebe um 1 Grad Celsius erwärme. Im lebendigen Organismus herrschten aber andere Verhältnisse.

Auch Mitglieder der Bürgerinitiative „Humaner Mobilfunk“ aus Konstanz meldeten sich bei der Informations-Veranstaltung zu Wort, plädierten für kabelgebundene Lösungen. Einige Hattenweiler Bürger, darunter Gewerbetreibende, äußerten sich positiv gegenüber Frauenhoffers Angebot. Ein Bürger meinte, die Mehrheit sei offenbar für Kabel, deshalb müsse der Gemeinderat im Sinne der Bevölkerung entscheiden. „Man muss nicht wieder ein Haar in der Suppe suchen. Die Lösung von Herrn Frauenhoffer ist genial.“ Außerdem sei es schlecht, dass von zwölf Gemeinderäten fünf fehlten und versäumten, sich hier die beste Information zu holen. Amann entgegnete der Gemeinderat müsse alles abwägen, es gebe in der Politik oft Entscheidungen, die nicht von der Bevölkerung mitgetragen würden.

Einig waren sich die Referenten, dass die technologische Entwicklung bei Kabel und Funk weitergehen werde, egal, wie man sich entscheidet und man in der Zukunft wieder neue Lösungen suchen müsse.

Ein Anschluss an die schnelle Datenautobahn wird in Hattenweiler gesucht. Leitungen sind notwendig.
Ein Anschluss an die schnelle Datenautobahn wird in Hattenweiler gesucht. Leitungen sind notwendig.

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