Heiligenberg Hilfe für Behinderte in Nairobi
Keriuki betreut in der Einrichtung behinderte Menschen. „Dorfler“, wie man sie liebevoll nennt. Der Kenianer hilft ihnen beim Waschen, beim Anziehen, macht das Essen für sie und begleitet sie den Tag über.
Auf die Idee, nach Hermannsberg zu kommen, brachte ihn das Schicksal seiner eigenen Familie. Keriukis Mutter erlitt zu Hause in Nairobi einen Schlaganfall und er pflegte sie, bis sie schließlich starb. Auch seinen Stiefbruder Mukoma pflegt er seit langem. Mukoma wurde mit einer schweren körperlichen Behinderung geboren, geistig ist er aber völlig normal. Aufgrund seiner Situation weiß Keriuki zwei Dinge: wie beglückend es sein kann, für einen anderen Menschen da zu sein, der auf Hilfe angewiesen ist. Und wie schwierig die Lage gerade für diese Menschen bei ihm zu Hause in Kenia ist.
„Eine Behinderung gilt unter den weniger gebildeten Kenianern als Fluch“, erklärt Keriuki. In den Armenvierteln, den Slums um Kenias Hauptstadt Nairobi, sei die Lage katastrophal. Die Menschen sind arm und abergläubisch. „Wer mit einer Behinderung geboren wird“, erzählt Keriuki, „wird oft von der eigenen Familie entweder getötet oder eingesperrt, angekettet und seinem Schicksal überlassen.“ Diesen Ärmsten der Armen will Edmond Keriuki helfen. Er will eine Pflegeeinrichtung gründen, so wie er sie in Hermannsberg kennengelernt hat. Nicht unbedingt anthroposophisch, aber eben so, wie Hermannsberg funktioniert: mit Wohnen, Schule und Werkstatt. Die Einrichtung soll dort entstehen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird, in den Slums von Nairobi.
„Am Wichtigsten ist es, die Leute aufzuklären“, meint Keriuki, „um ihnen zu zeigen, wie man mit Behinderten umgehen kann.“ Ihnen und den Behinderten möchte er zeigen, wie sie ihr Zusammenleben gestalten können. Nicht mit Geld will er helfen, sondern mit Know How. „Gibt man einem Menschen einen Fisch, ist er einen Tag lang satt“, sagt Keriuki, „bringt man ihm aber das Angeln bei, ist er satt sein ganzes Leben.“ Für sein Projekt braucht Keriuki allerdings noch viel Geld. An die 250 000 Euro müsste es wohl kosten, der Grunderwerb, das Schulgebäude, ein Sportplatz und die Öffentlichkeitsarbeit. Dazu kommen das Lehrmaterial und die Anstellung professioneller Helfer. „Womöglich springt die Regierung von Kenia ein“, zeigt sich Keriuki zuversichtlich. Für sein Projekt „Rollersports“ mit Jugendlichen aus den Slums hat er schon einmal Geld bekommen. „Was jetzt noch toll wäre, wären natürlich Leute, die ehrenamtlich mithelfen wollen“, sagt Keriuki. Oder mit Spenden, zum Beispiel, indem sie gebrauchte Rollstühle zur Verfügung stellen, am besten mit Verschiffung nach Kenia.
Wer Interesse hat, kann mit Edmond Keriuki jederzeit über das Internet Kontakt aufnehmen: gedmond2001@yahoo.com; oder über Facebook unter: edytedy.
