Heiligenberg 200 neue Internetanschlüsse in Heiligenberg

Die neuen Auffahrten auf die Datenautobahn sind fertig. Internetanschlüsse für über 200 Haushalte sind auf private Initiative in Zusammenarbeit mit der Telekom und der Gemeindeverwaltung entstanden.

Die Verlegung von Glasfaserkabeln auf Privatinitative unter Mithilfe einer Spende und einer Stiftung machen im Gemeindegebiet von Heiligenberg schnelle Internetanschlüsse möglich.
Die Verlegung von Glasfaserkabeln auf Privatinitative unter Mithilfe einer Spende und einer Stiftung machen im Gemeindegebiet von Heiligenberg schnelle Internetanschlüsse möglich. | Bild: Bild: Archiv

Das Projekt ist so gut wie abgeschlossen. Interessenten können sich nun einen Anschluss sichern. Bürgermeister Frank Amann: „Wir freuen uns riesig, dass dies für unseren Ort gelungen ist.“ Und Gemeinderätin Isabel Meyer, zusammen mit der in Ostrach ansässigen Frauenhoffer-Stiftung eine der Hauptinitiatorinnen für die Verlegung des DSL-Netzes, spricht von einem gemeindeübergreifenden Modellprojekt. „Für die ganze Region war die Initialzündung der Gemeinde Heiligenberg mit ihrem ‚Nein' zu einer Funklösung richtungsweisend für den Ausbau einer zukunftsfähigen glasfasergestützten Breitbandversorgung im ländlichen Raum.“ Vor allem auch durch eine, wie es Isabel Meyer formuliert, „großzügige Spende“ sei das auf Privatinitiative durchgezogene Projekt möglich geworden.

An die DSL-Leitungen angeschlossen sind in Heiligenberg der Teilort Hattenweiler sowie die Wohngebiete Neuhaus, Heiligenholz, Hermannsberg, Katzensteig, Furthof und Moos. Dazu kommen die Kreisgrenze überschreitend die Wohngebiete Kleinstadelhofen, Straß und Hilpensberg in der Stadt Pfullendorf. Die Geschwindigkeit der Datenübertragung erreicht nach Darstellung der Telekom je nach Entfernung zum Schaltgehäuse bis zu 16 000 Kilobit pro Sekunde. Die Inbetriebnahme des DSL-Netzes ist für Amann ein „wichtiger Bestandteil der Infrakstruktur“ für die ländliche Region.

Möglich gemacht worden war der Ausbau des DSL-Netzes durch einen Kooperationsvertrag zwischen der Frauenhoffer-Stiftung und der Deutschen Telekom über die Finanzierung und letztlich aber auch durch die „großzügige Spende.“ Mitarbeiter in der Initiative hatten zudem teilweise mit Hand angelegt, als es um die Verlegung von Leerrohren gegangen ist. Die Privatinitiative deshalb, weil sich der DSL-Ausbau nach Darstellung der Telekom aufgrund der ländlichen Struktur und der dünnen Besiedelung im Bereich des Teilortes Hattenweiler „allein wirtschaftlich nicht machen ließ.“ Wie vielerorts ist die Telekom deshalb aus Eigenantrieb erst gar nicht in den DSL-Ausbau eingestiegen. Erst als die Frauenhoffer-Stiftung ihre Beteiligung an der Investition signalisierte, hat die Telekom nach der Devise „Gemeinsam geht's leichter“ reagiert und agiert. Die Stiftung unterstützt unter anderem den DSL-Ausbau im ländlichen Rum von Baden-Württemberg. Franz Frauenhoffer: „Aber erst die ‚großzügige Spende' hat die Finanzierung des Projektes in Heiligenberg möglich gemacht.“

Insgesamt sind von der privaten DSL-Initiative rund 1500 Meter Leerrohre von Straß nach Hattenweiler verlegt worden, die Telekom ihrerseits hat knapp 1000 Meter Leerrohre für den Kabeleinzug in Kleinstadelhofen ergänzt. Das hat nach Darstellung der Telekom den Effekt, dass das Signal nun in Lichtgeschwindigkeit und nahezu ungedämpft in den Orteilen ankommt. Die Bürger könnten sich damit über freie Fahrt im Daten-Schnellverkehr freuen.


DSL-Leitungen

Datenleitungen: Die Internetgeschwindigkeit hängt generell davon ab, wie nah der Nutzer am nächsten Netzknotenpunkt wohnt. Denn die herkömmliche Telefonleitung, über die der Datenstrom ab dieser Vermittlungsstelle geschickt wird, dämpft das Signal Meter um Meter. Ab einer Entfernung von gut fünf Kilometern spielt die Technik im Kupferkabel nicht mehr mit. Um Hattenweiler und die in der Umgebung liegenden Wohngebiete besser versorgen zu können, hat die Telekom auf einer Strecke von elf Kilometern Glasfaser-Leitungen in das Rohrsystem eingezogen und die bereits vorhandenen Kabelverteilzweiger in Hattenweiler und Kleinstadelhofen durch zwei moderne und leistungsfähige Schaltkästen ersetzt.

Frauenhoffer-Stiftung: Der Zweck der Stiftung und auch gleichzeitig das Anliegen der Stifter ist nach der Satzung die Bildung und Erziehung durch die Entwicklung, Förderung, Durchführung und/oder Würdigung von Vorhaben, Maßnahmen und Projekten zur Verbesserung der chancengleichen Nutzung sämtlicher Informations- und Kommunikationstechniken und -technologien von Dorf- und Gemeindebewohnern. Die Stiftung hatte sich zwar einst auf den Raum Ostrach und Bad Saulgau konzentriert, agiert aber inzwischen landesweit.

Einrichtung von Anschlüssen:

Zuständig ist der Telekom-Partner Systel GmbH, Mühlenstraße 3, Überlingen,

Telefon 0 75 51/97 23 60.

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