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Hagnau Wenig Männer bei der Frauenfasnacht

11.02.2012
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Sketche, Reden und Lumpenmusik begeistern das Publikum. Pfarrer Demling ist der einzige Gastredner.

So wenig Männer gab es lange nicht mehr bei der Hagnauer Frauenfasnacht: Bürgermeister Simon Blümcke und Gemeindereferent Klaus Lohmüller fehlten, die Elfer hatten diesmal mit Ralf Ganser nur einen Spion geschickt, dazu Pfarrer Wolfgang Demling, Pfarrgemeinderat Bernd Heim, der unermüdliche Harmonikaspieler Werner Hiestand und der Schreiber dieser Zeilen bildeten das Ausnahme-Quintett. Dafür war der Andrang der Frauen umso größer: In vier statt bisher drei Tischreihen saßen die Zuschauerinnen wie die Heringe und konnten sich nach eigener Aussage kaum rühren.

Durchs Programm führte Gabi Megerle, die auch gleich den ersten und einzigen Mann in der Bütt verkündete: Pfarrer Demling hielt eine närrische und doch ernste Predigt über den Sinn, nicht immer alles so bierernst zu nehmen, und verwies dabei auf Paulus als den ersten Narren des Christentums. Dann traten Fanni Garet (Lydia) und Maria Waldvogel (Bruno) als schräges Paar auf, das sich Gedanken über die goldene Hochzeit machte. Edith Neumaier als Arzt kannte für den Patienten (Reinhilde Ainser) nach ausführlichem Gespräch mit dessen Frau (Gisela Minne) nur eine Therapie: eine neue Frau! Dann wurde es nostalgisch: Hedi Meichle und Gabi Megerle waren als „Festdamen 1912“ bereits bei der Gründung des Narrenvereins dabei gewesen und erzählten jetzt aus der hundertjährigen Geschichte der „Eulen“ und ihrer Mitglieder. Werner Hiestand wollten sie als Zeitzeugen aber nicht gelten lassen: „Der Werner erzählt bloß, was er selber gemacht hat.“ Die Lumpenmusik der Ministranten leitete schließlich über in die Pause, in der heiße Würstchen gereicht wurden.

Über die zunehmende Wiederverwertungsmentalität machten sich „Obstverkäuferin“ Anni Kramer und ihre Kunden Klärle Leiss und Hedi Meichle Gedanken: In die „fast noch neue“ Bananenschale wollte die Kundin eine Banane nachgefüllt bekommen. Die neue „Politesse“ Doris Haltmaier erzählte nicht nur Geschichten aus dem Nähkästchen, sondern hatte auch gleich noch Vorschläge zur Problematik der Bundesstraße: „Ich hätt' eine Lösung,die bringts: Wir machen B31 rechts vor links!“ Den anliegenden Winzern riet sie unter anderem zu „Weinproben mit Blitz im Advent“ und bewarb sich so für den noch zu schaffenden Posten des Event-Managers.

Ohne Worte machten sich Monika Baur als feine Dame und Gisela Minne als Frau vom Lande in „2 Frauen im Zug“ über die Eitelkeit ihres Geschlechtes lustig. Während die Dame sich ausgiebig schminkte, machte ihr die Landfrau alles nach, allerdings mit Lebensmitteln statt Drogerieartikeln. Ein ernsthafter Unterschied war nicht festzustellen. Die „Sonnenbühl-Frauen“ zeigten, wie alle Segnungen des Himmels vom Teufel untergraben wurden, so dass die zunächst kerngesunden Berta und Anton durch falsche Ernährung immer kranker wurden. Als letztes Mittel erfand der Himmel die Medizin. Kein echter Sieg: „Und der Teufel schloss die Hansjakob-Apotheke!“

Den Abschluss des bunten und unterhaltsamen Abends gestaltete die Mitglieder der Frauengruppe. Als alternde Jungfern begaben sie sich auf eine Wallfahrt, um doch endlich noch einen Mann zu ergattern. Trotz aller Versuche und Zugeständnisse waren aber bisher alle Mühen vergeblich.

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