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Hagnau Rund zehn Prozent fahren zu schnell

11.07.2012
Hagnau -  Blitzer in Hansjakobstraße – Anwohner zufrieden, Autofahrer erbost – 1 972 Autos in sechs Stunden durch „Spielstraße“
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Mit Blitzgeräten und Tempomessanlagen hat der Verkehrszug des Landratsamts Bodenseekreis zwischen kurz vor sieben Uhr morgens bis 13.45 Uhr in der Hansjakobstraße Stellung bezogen. In beiden Fahrtrichtungen wurde die Geschwindigkeit der Fahrzeuge gemessen. Nach Darstellung des Pressesprechers am Landratsamt, Robert Schwarz, wurde 1972 Fahrzeuge gemessen, 195 seien zu schnell unterwegs gewesen. Das bedeute, dass knapp zehn Prozent der Autos die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten hatten.

Die enge Hansjakobstraße ist als verkehrsberuhigter Bereich deutlich ausgewiesen, hier ist gemäß Straßenverkehrsordnung Schrittgeschwindigkeit für Fahrzeuge vorgeschrieben. Werner Hiestand, der direkt an der Messstelle wohnt, erzählte: „Ich beobachte das jetzt schon seit Jahren, dass hier viel zu schnell gefahren wird, und seit der Umleitung traut man sich kaum mehr auf die Straße. Ich begrüße diese Maßnahme.“ Tatsächlich herrscht wegen der Vollsperrung der Bundesstraße 31 in der Ortsdurchfahrt von Hagnau ein erhebliches Verkehrsaufkommen durch Anwohner, Zulieferer, Gäste und Berufspendler. Sie nutzen die meist sehr schmalen Straßen, die nicht für dieses Fahrzeugaufkommen geeignet sind. „Ich bin jetzt zum dritten Mal im Urlaub in Hagnau, aber das habe ich noch nicht erlebt, dass mitten im Ort geblitzt wird. Da will man wohl die Kosten für den Straßenbau wieder reinholen“, ärgerte sich ein älterer Mann aus Günzburg, der allerdings zu Fuß unterwegs war. Das ginge doch gerade gegen die Feriengäste, die sich nicht auskennen. Das blaue Verkehrsschild nehme niemand wahr, ergänzte er.

Eine Berufspendlerin aus Hagnau beschwerte sich, es sei ohnehin durch die Umleitung sehr stressig, wegen des starken Verkehrs und der vielen Radfahrer und Fußgänger aus Hagnau hinaus und wieder zurück zu kommen. Und dann werde man, wenn der Verkehr mal etwas fließe, auch noch geblitzt; bei vorgeschriebenen sieben Stundenkilometern könne man sein Auto ja gleich schieben.

Der Techniker des Verkehrszuges, der die Messungen überwachte, bestätigte auf Nachfrage des SÜDKURIER, dass das Verkehrsaufkommen weit höher sei als gewöhnlich. Die Geräte seien so eingestellt, dass ab 22 Stundenkilometern geblitzt und die Toleranz von drei Stundenkilometern dann abgezogen werde. Das bedeute, dass Autofahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern unbehelligt blieben.

Das bis zum Zeitpunkt der Nachfrage schnellste Fahrzeug sei mit 43 Stundenkilometern gemessen worden und der Fahrer damit wohl knapp an einem Fahrverbot vorbeigeschrammt.

Eine Momentaufnahme zeigte, dass dann, wenn ein Kleinlaster oder eine Fahrzeugkolonne hinter sich herziehen, kaum jemand zu schnell unterwegs ist. Zu Überschreitungen kommt es hauptsächlich dann, wenn Einzelfahrzeuge problemlos durch die Hansjakobstraße fahren können: Da wurden viele Autofahrer bei der Tempoüberwachung geblitzt. Auch viele Radfahrer, die unbehelligt blieben, waren zu schnell unterwegs.

B31-Umleitung 2012

Ab dem 11. Juni 2012 war die B31 zwischen Meersburg und Immenstaad für rund einen Monat gesperrt. Die Umleitung führte unter anderem über Stetten, Markdorf und Kluftern - und zu langen Staus.

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