Hagnau Rat einstimmig gegen „Fracking“

„Fracking“ ist in aller Munde. Diese Methode, Gas zu gewinnen, das fest im Gestein gebunden ist, nimmt angesichts des zunehmenden Energiebedarfs und des Versiegens der bisher üblichen Energiequellen immer größere Formen an.

Von seinen Verfechtern wird es gerne als „unkonventionelle Gasgewinnung“ bezeichnet. Seine Gegner nennen das blauäugig und fürchten nicht nur direkte Umweltschäden, sondern erhebliche und nachhaltige Beeinträchtigungen des Grundwassers und der Gesundheit der Bewohner in den Abbaugebieten. Denn beim Fracking werden giftige Chemikalien in einem unkontrollierbaren Mix mit Hochdruck in tiefe Erdschichten gespritzt, um das Gestein aufzubrechen. Filme aus den USA, wo Fracking längst zum Alltag gehört, belegen die Gefahren eindrucksvoll.

Kein Thema für den Bodensee? Leider doch. Denn alles, was unter der Erde schlummert, fällt unter das Bergrecht. Das aber stammt zu großen Teilen noch aus dem 19.Jahrhundert, einer Zeit also, in der Demokratie für die Herrschenden ein Schreckgespenst und der Begriff Umweltschutz unbekannt waren. Längst haben sich Konzessionäre auch die Gebiete auf der Alb, in Oberschwaben und am Bodensee aufgeteilt und könnten jederzeit mit Probebohrungen beginnen.

Das erschreckt zur Zeit auch die politisch Verantwortlichen. „Ich bin kein Freund von Resolutionen, aber in diesem Fall müssen wir alle klar machen, dass die Bürger dagegen sind.“, leitete Bürgermeister Simon Blümcke dieses Thema ein. Hagnau sei zwar nur ein kleines Rädchen, „aber als Teil aller Gemeinden am See und in Oberschwaben ist unsere Beteiligung wichtig.“ Mit seinem Einwand „Man kann nicht überall dagegen sein.“, erntete Axel Häberle Widerspruch auch aus den eigenen Reihen. „Fracking kann im Untergrund unwiderrufliche Schäden anrichten“, konstatierte Karl Megerle. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet.

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