Hagnau Johanna Pichlmair verzaubert mit ihrer Geige

Das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim hat beim Konzert in St. Johann Baptist in Hagnau große Spielfreude gezeigt. Solistin Johanna Pichlmair verzauberte das Publikum mit ihrer Geige.

Hagnau – Die Hagnauer Kirche St. Johann Baptist war komplett gefüllt. Trotz heftigstem Gewitter und Martinshorn nahm das musikalische Geschehen pünktlich seinen Lauf. Auf dem Programm stand das berühmteste und am häufigsten gespielte Werk Vivaldis: "Die vier Jahreszeiten".

Schon der erste Satz des Frühlings startete mit seinem bekannten und in strahlendem E-Dur stehendem Thema. Die musikalische Idylle wird durch ein kurzes Gewittergrollen unterbrochen, welches sein Echo im echten Gewitterdonner fand. Ein gut aufgestelltes Kurpfälzisches Kammerorchester Mannheim bot mit großer Spielfreude die Grundlage für Johanna Pichlmairs wunderbares solistisches Geigenspiel. Ruhig, selbstbewusst und aufmerksam zelebrierte sie ihren Part auswendig. Energisch und vorwärtsgehend dirigierte Georg Mais das Orchester.

Minutiös hatte Antonio Vivaldi in seinem Werk die verschiedenen Details vermerkt und jeder Jahreszeit ihre spezielle Tonart gegeben. Alles zusammen ergab den Charme und Zauber dieses Werkes, welches die Zuhörer schon seit seiner Entstehung 1720 immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen lässt. Die perfekte Balance zwischen Solo-Geige und dem Rahmen gebenden Orchester ließ dieses Werk so überaus erfolgreich, beliebt und geliebt werden. Und auch in Hagnau begeisterte das Werk die Zuhörer, vor allem durch das virtuose und musikalische Spiel der Solo-Violinistin Johanna Pichlmair.

Das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim beendete den Konzertabend unter der Leitung von Georg Mais mit der Ouverture Nr. 3 D-Dur BWV 1068 von Johann Sebastian Bach. Oboen, Pauke und Trompeten verstärkten das Orchester und gaben zusätzlich Glanz und Festlichkeit. Der berühmte zweite Satz, die berührende "Air", war den Streichern vorbehalten. Auch dieses Werk begeisterte die Zuhörer in der Hagnauer Kirche.

Zur Person

Johanna Pichlmair wurde 1990 in Judenburg/Österreich geboren und begann mit sechs Jahren, Geige zu spielen. Sie studierte ab 2008 am Mozarteum in Salzburg, seit 2009 in Berlin. 2013 gewann sie den Bodenseewettbewerb in Überlingen und erhielt 2014 ein Stipendium der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker. 2015 wurde Pichlmair Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs und in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (Saison 2015/16 und 2016/17) aufgenommen. Sie spielt eine Violine von Lorenzo Storioni, Cremona 1779, aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland.

"Ich spiele alle Musikepochen gern"

Frau Pichlmair, Sie sind heute im Laufe des Tages in Hagnau angekommen. Waren Sie schon am See?

Leider nicht, das Wetter war zu schlecht.

Die Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker, was ist das genau?

Es ist eine Stiftung, noch von Herbert von Karajan ins Leben gerufen, die zweijährige Stipendien für junge Nachwuchsmusiker durch alle Instrumente vergibt. Man spielt dann regulär im Orchester mit, als Violinistin als Tutti-Geigerin und macht auch Kammermusik.

Möchten Sie in einem Orchester spielen oder eine Solo-Karriere machen?

Orchestermusikerin zu sein ist schon verlockend, man hat dann eine gewisse Sicherheit. Sehen wir mal.

Sommer ist immer auch Festspielzeit. Wann ist ihr nächster Auftritt und machen Sie auch Urlaub?

Ich spiele am Sonntag im hessischen Laubach im Trio Kontra. Ende Juli mache ich zwei Wochen Urlaub, der erste seit fünf Jahren, aber mit der Geige. Musik machen ist so wichtig für mich, dass es keine Arbeit ist und ich nicht das Bedürfnis nach Urlaub habe. Es macht so viel Freude und Spaß zu spielen.

"Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi ist ein sehr bekanntes und gern gehörtes und oft gespieltes Stück. Spielen Sie auch zeitgenössische Musik?

Ich spiele alles gern, alle Musikepochen. Auch zeitgenössische Musik, mag es am Anfang befremdlich klingen und zu spielen sein. Durch das intensive Proben lernt man die Musik kennen und packt es dann immer. Es gibt schon kuriose Stücke in der neuen Musik. Kurios in dem Sinn, wenn die Geige nicht mehr gestrichen, sondern wenn nur geklopft, gezupft etc. wird.

Sie haben schon 2013 am Bodensee gespielt, damals gewannen Sie den Bodenseewettbewerb in Überlingen.

Ja, dieser Preis und der Kontakt mit Georg Mais haben mich enorm weitergebracht. (len)

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