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Hagnau Gutes Wetter – gute Ernte

28.01.2012


– Der Obstbauring Überlingen konnte bei seiner gestrigen Mitgliederversammlung im Hagnauer Winzerhaus auf ein wirtschaftlich und erntemäßig gutes Jahr zurückblicken. Und dennoch sind die Obstbauern nicht ganz sorgenlos.

Sie treibt derzeit vor allem das kürzlich von der Landesregierung erlassene Grünlandumbruchverbot um. Allerdings dürfen sie bei dessen Umsetzung auf Flankenschutz vonseiten des Landratsamtes hoffen, das die Ausnahmetatbestände voll ausschöpfen will.

„Wir können auf ein gutes Jahr zurückblicken“, zog Hubert Lehle, der Vorsitzende des Obstbaurings Überlingen, eine positive Bilanz. „Das Wetter hat uns Obstbauern im vergangenen Jahr voll in die Hände gespielt“, freute er sich. „Regen und Sonnenschein – alles zur rechten Zeit, und dazu kaum Hagel.“ Jetzt müsse sich nur noch der Absatzmarkt so gut entwickeln wie im vergangenen Jahr. „Mal sehen, was am Ende herauskommt“, blickte Lehle in eine Zukunft, die sich nicht so ohne weiteres einschätzen lasse. Denn das Ringen der Vermarkter mit der EU sei ein nicht immer einfaches Terrain.

Ein bleibendes Sorgenkind bei den Obstbauern bleibt der Hagel. Gegen Hagelschäden kann man sich zwar versichern. Aber das hat seinen Preis. Mit Bedauern stellte Lehle daher fest, dass vom Land die vorgesehene Verbesserung der Hagelversicherungszuschüsse nicht kommt. „Der Finanzminister der früheren Landesregierung hat es vergessen, das fest zu verankern, und sein Nachfolger will das nicht“, schilderte Lehle die „bedauerliche Situation“.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Ulrich Müller, der wie Martin Hahn, sein Kollege von den Grünen, der Mitgliederversammlung beiwohnte, sprach sich dafür aus, beim Land einen Topf für Hilfen bei starken Unwetterschäden anzulegen. Martin Hahn sprach in seinem Grußwort von sich aus das Thema „Grünlandumbruchverbot“ an, von dem auch die Obstbauern beim Anlegen neuer Kulturen betroffen sein können. Das Grünlandumbruchverbot untersagt es, Wiesen in Äcker und Obtbaumplantagen zu verwandeln. Hahn, der selbst Landwirt ist, räumte zwar ein, dass dies eine Einschränkung für die Obstbauern bedeute, aber diese Maßnahme sei zwingend und notwendig, wenn Baden-Württemberg nicht die Vorgaben der EU hinsichtlich der CO2-Neutralität reißen wolle. Gleichzeitig stellte Hahn nicht in Abrede, dass der Obstbau eine gute CO2-Bilanz vorweisen könne.

Aus diesem Grund will man vonseiten des Landratsamtes die möglichen Ausnahmetatbestände vom Grünlandumbruchverbot voll ausschöpfen. Norbert Schültke, der Kreis-Dezernent für Umwelt und Technik, verlas ein Schreiben, mit dem sich Landrat Lothar Wölfle in Bezug auf das Grünlandumbruchverbot an den Stuttgarter Landwirtschaftsminister Alexander Bonde gewandt hat. Darin macht Wölfle die herausgehobene Stellung des Bodenseekreises in Sachen Sonderkulturen deutlich. Mit über 9000 Hektar würden diese eine prägende Struktur darstellen. „Deshalb werden wir Einzelfallprüfungen vornehmen und in vollem Umfang von den Ausnahmetatbeständen Gebrauch machen“, heißt es in dem Schreiben. „Eine klare Botschaft!“, begrüßte Lehle die Initiative des Landrats.

Zu weiteren aktuellen berufsständischen Themen nahm Helmut Jäger, der Vorsitzende der „Obstregion Bodensee“, Stellung. Er sprang für den als Referent vorgesehenen Vorsitzenden der Bundes-Fachgruppe Obstbau, Jens Stechmann, in die Bresche, der wegen winterlicher Verkehrsstörungen den Flieger in Hamburg verpasst hatte.

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