Hagnau Finisher trotzen der Hitze: Seelauf im Uferpark ist ein großes Volksfest

Der zweite Seelauf im Hagnauer Uferpark ist wieder großes Volksfest. Die größte Gruppe kommt aus Varese/Norditalien.

Hagnau – Schade, dass Bürgermeister Volker Frede die zweite Auflage seines 2016 initiierten "Hagnauer Seelaufes" nicht live miterleben konnte: Trotz der "Bullenhitze" waren 278 Läufer zu den Hauptläufen gekommen, darunter allein 18 aus Varese/Norditalien. Das Treiben im gesamten Uferpark verwandelte sich in ein einziges Volksfest und alle waren hoch zufrieden.

Silke Birk, selbst beim Kressbronn-Marathons aktiv, lobte die perfekte Organisation und Streckenbetreuung und Ralf Baumann aus Friedrichshafen, der an vielen Läufen teilnimmt, befand: "Auch wenn die Strecke nicht vermessen und damit nicht bestenlistenfähig ist, war es die schönste Strecke, die ich je gelaufen bin."

Für den Schreiber dieser Zeilen war es – wie bereits im Vorjahr – ein doppeltes Engagement: berichten über das Ereignis und selbst daran teilnehmen. Diesmal der Hitze wegen allerdings nur über 5 km Nordic Walking.

Zwanzig Minuten lang durften die Schüler so viele Runden um den Park laufen, wie sie schafften. Für jede Runde gab es einen Stempel auf das Laufkärtchen und am Ende wurde für jeden Stempel etwas gespendet. Diese Spenden gehen zum Teil ans Kinderhaus, zum Teil an die Dennis-Kayser-Stiftung. Auch die Bambini liefen in verkürzter Zeit und verkürzten Runden für die gute Sache und waren mit dem gleichen Feuereifer dabei wie die Schüler.

Um 15 Uhr wurde es Ernst: Im Fünf-Minuten-Takt starteten Halbmarathon-, 10-km- und 5-km-Läufer. Um 15.15 Uhr dann alle Nordic Walker. Hochspannung bei Athleten und Zuschauern, nervöses Schauen auf die Laufuhr, letztes Mut zusprechen an Kollegen – und dann der Startschuss. Schon vom Start weg setzten sich die späteren Sieger ab, dicht gefolgt vom Pulk der Wagemutigen, die bei knalliger Sonne die lange Strecke in Angriff nahmen. Schließlich sollten von 89 Startern 88 die Strecke bewältigen!

Auch die 10-er und 5-er blicken gebannt auf die große Displayuhr, die die Sekunden bis zum Start runter zählt. Die letzten zehn Sekunden werden vom Publikum mitskandiert: "zehn, neun, ... zwei, eins, Start!"

Ich selbst werde auch langsam nervös, vertausche die Kamera mit meinen neuen Stöcken und gehe zum Startplatz. Noch zwei Minuten. Ein kurzer Blick auf die Kontrahenten: Einige bekannte Gesichter, viele neue. In diesem Jahr werden nur Walker mit Stöcken zugelassen, um den Vorfall vom letzten Jahr zu vermeiden, als eine Walkerin sich laufender Weise den Sieg erschlich.

Start! Ich komme gut weg und hänge mich an einen Walker, der gleich ein hohes Tempo anschlägt. Schon nach wenigen hundert Metern liegen wir deutlich vor dem Feld. Doch ich kenne die anstehende Steigung: Fast einen Kilometer geht es ohne einen Meter Schatten hoch zur Wilhelmshöhe. Also lieber etwas Tempo rausnehmen und Kräfte sparen.

So wie der aussieht, läuft er sowieso die 10 Kilometer. Und richtig: Oben angekommen, biegt er rechts ab. Nun bin ich also vorne. Mit allem, was ich in dieser Hitze leisten kann, versuche ich mein Tempo hochzuhalten. Dicht hinter mir, das kann ich in jeder Kurve sehen, liegen drei Walker. Harlachen runter, rechts rum, dann zum See runter und noch gut 2 Kilometer am Ufer entlang. Ich höre die anderen hinter mir und gebe alles: Da ist das Ziel, und endlich, mein erster Sieg seit 2013!

Doch Ausruhen geht nicht: Schon bald kommen die besten Halbmarathonis ins Ziel – und die 10-km-Walker werden nicht viel länger brauchen. Und da ist er: Thomas Kübler aus Langenargen stürmt in 1:24:20 ins Ziel, gefolgt von Gregor Traub in 1:25:34 und der schnellsten Frau, Diana Reinschmiedt aus Markdorf, in 1:25:55. Kübler und Reinschmiedt sind nach ihren guten Ergebnissen in Fischbach und Hagnau vor dem ausstehenden Lauf in Kressbronn auch die Favoriten für den See³Laufcup.

 

Die Ergebnisse

Beim Hagnauer Seelauf "sind alle Sieger", betonte Moderator Dominik Merk. Das trifft vor allem für die vielen Schüler und Bambini zu, die mit ihren Runden für den guten Zweck gelaufen sind. Bei den Erwachsenen hingegen zählen auch die Plätze. In fünf Kategorien und getrennt nach männlich und weiblich wurden insgesamt zehn Sieger geehrt:

  • 21 km/m: Thomas Kübler
  • 21 km/w: Diana Reinschmiedt
  • 10 km/m: Ronny Eisentraut
  • 10 km/w: Christin Wintersig
  • 5 km/m: Patrick Häuser
  • 5 km/w: Sonja Herter
  • 10 km NW/m: Thomas Ritter
  • 10 km NW/w: Susanne Heiß
  • 5 km NW/m: Uwe Petersen
  • 5 km NW/w: Uda Schlageter

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