Friedrichshafen Zur Weiterbildung einmal um die halbe Welt gereist
26.01.2012
So kann es gehen, wenn man etwas lernen will, das nur an einem Ort auf der Welt gelehrt wird. Der Leiter der Firma „Perfect Welding“ – zu deutsch „Perfektes Schweißen“ und der frühere KFZ-Mechaniker und Berater Erwin Schweitzer sind dafür extra aus Melbourne nach Friedrichshafen gekommen. Sie möchten das patentierte Verfahren für das Schweißen von Aluminium mit Gleichstrom kennen lernen. Der Kontakt mit Deutschland ist über den früheren Nachbarn des Verfahrens-Erfinders Hugo Gehring zustande gekommen. Der Nachbar, Roland Müller, hat unter anderem ein Unternehmen für U-Boote, die in Australien gefertigt werden. Als Gehring mit seinem Nachbarn über die Alu-Schweißmethode fachsimpelt, wird Müller schnell klar, dass dies eine nützliche Sache in Australien wäre und er berichtet Brian Schweitzer davon. Denn Gehrings Gleichstrom-Verfahren bietet den Vorteil, kaputte Aluteile ohne Qualitätsverlust reparieren zu können. Beim konventionellen Arbeiten mit Wechselstrom müssen die Aluminiumteile vorher erhitzt werden, was beim Gleichstrom wegfällt. Dadurch wird das Material nicht verzogen und es entstehen keine Risse. „Vielen ist die Methode unbekannt. Andere glauben einfach nicht daran, obwohl sie es schon seit mehr als 20 Jahren gibt“, sagt Hugo Gehring. „Als wir von diesem Verfahren letzten Oktober hörten, konnten wir es nicht glauben“, sagt Erwin Schweitzer. Von Trainer Manfred Vogel lernen Sanders und Schweitzer in der Bildungsakademie Friedrichshafen, wie es funktioniert. „Sie machen sich gut“, lobt Vogel. Und das, obwohl das Verfahren etwas knifflig ist. Durch das „Kalt-Schweißen“ muss nämlich sehr zügig gearbeitet werden. Montag in einer Woche werden die Australier wieder heimkehren und dort berichten, was sie gelernt haben. Dann soll das Verfahren dort nach und nach etabliert werden.
