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Friedrichshafen Zeppelin-Museum feiert 20. Geburtstag

Das Jubiläumsprogramm des Zeppelin-Museums kann sich sehen lassen. Geplant ist ein besonderes Jahresprogramm, das beispielsweise die erste interdisziplinäre Ausstellung für Kunst und Technik beinhaltet.

Wenn Direktorin Claudia Emmert über die Höhepunkte für 2016 erzählt, spricht die pure Begeisterung über ein „ganz besonderes Museumsjahr“ aus ihr. Am 2. Juli 1996 eröffnet, feiert das Zeppelin-Museum in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen – und wartet aus diesem Anlass mit einem ganz besonderen Jahresprogramm auf.

Der neue Highlight-Rundgang:

„Die Sammlung ist unser Pfund“, stellt die Museumschefin die Dauerausstellung in den Mittelpunkt, die im vergangenen Jahr neu konzipiert wurde. Deshalb werde man die Highlights der technischen Abteilung und die Stärken der Kunstsammlung „stärker hervorbringen“, so Emmert. So sind einmalige Exponate der weltweit größten Sammlung zur Luftschifffahrt wie beispielsweise das Original-Ruderlager des LZ 129 – das größte Frackteil der Hindenburg – und damit Höhepunkte der Technik-Sammlung seit knapp vier Wochen beim so genannten Highlight-Rundgang magentafarben extra auffällig markiert. „Wir wollen unseren Gästen damit sagen: Verpassen Sie diese Exponate nicht“, erklärt Claudia Emmert die Intention. Aus der umfangreichen Kunstsammlung stehen mit Max Ackermann und Willi Baumeister die Begründer der abstrakten Malerei genauso im Fokus wie die Fotografien von Andreas Feininger aus dessen Nachlass oder die Otto-Dix-Sammlung, der am Ende des Jahres eine eigene Ausstellung gewidmet ist (siehe unten).

Ausstellung von Mariele Neudecker:

Das Geburtstagsjahr startet gleich mit einer Premiere. Das Zeppelin-Museum zeigt ab dem 29. Januar die erste museale Ausstellung der international renommierten Künstlerin Mariele Neudecker in Deutschland. „Some Things Happen All at Once“ heißt die Werkschau auf rund 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. „Wir haben auch monumentale Objekte dabei“, verrät Claudia Emmert. Die 1965 in Düsseldorf geborene Künstlerin lebt und arbeitet im britischen Bristol. Sie setzt sich mit dem Landschaftsbegriff der Gegenwart auseinander und thematisiert das veränderte Naturbild, denn die „heile Welt“ gibt es nicht mehr. Mariele Neudecker, die in bedeutenden Sammlungen vertreten ist, zeigt Berge aus Kunststoff, Nebel aus chemischen Substanzen, Bäume aus Fiberglas. Neudecker bedient sich aber auch künstlerische Mittel wie Soundinstallationen, Videodokumentationen oder Fotografien, um doppeldeutige Denkmale zu setzen. Die Ausstellung wird bis zum 3. April zu sehen sein.

Ausstellung „Möglichkeit Mensch“: Am 29. April gibt es noch eine Premiere. Erstmals werden im Zeppelin-Museum die Bereiche Technik und Kunst in einer großen Ausstellung interdisziplinär verbunden unter dem Titel: „Möglichkeit Mensch. Körper | Sphären | Apparaturen“. „Wir können die Dinge nicht mehr losgelöst voneinander betrachten“, erklärt Claudia Emmert den interdisziplinären Ansatz. Roter Faden ist die Auslotung der Möglichkeiten – sowohl im technischen wie im künstlerischen Bereich. So geht es um die Höhenforschung in der Stratosphäre von der Ballonfahrt im 19. Jahrhundert bis zur Raumfahrt. Die Kunstausstellung thematisiert, wie sich der Mensch dem digitalen Raum öffnet. Mehrere Künstler setzen sich mit der Humanisierung der Technik genauso wie mit der Technisierung des Menschen auseinander.Noch eine Besonderheit ist die Kooperation mit drei Hochschulen für diese Ausstellung. Die Zeppelin-Universität Friedrichshafen bietet eine thematische Ringvorlesung an und lädt im September zu einer Tagung ein. Eine Gruppe der Uni Konstanz forscht mit einer integrierten experimentellen Ausstellung an vier Hörstationen über „Die Zumutung des Hören“ ein Stück weit im musealen Rahmen. „Die Ergebnisse aus dem Rundgang der Besucher werden aufgezeichnet und fließen in die Forschung ein“, erklärt die Museumschefin . Die ETH Zürich ist zudem mit einem Projekt über Exoskelette vertreten. Auch durch diese Partnerschaften geht das Konzept dieser Ausstellung weit über den musealen Ansatz hinaus, was die Kulturstiftung des Bundes mit 140 000 Euro nicht nur unterstützt, sondern geradezu auszeichnet.

Ausstellung „Stromlinien“: Design- und technikbegeisterte Museumsbesucher kommen ab dem 4. November auf ihre Kosten, wenn auf 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche alles Stromlinienförmige thematisiert wird. Dabei steht nicht nur die Technik im Mittelpunkt, also Exponate, die beispielsweise im Windkanal aerodynamisch „schnittig“ entwickelt wurden – vom Motorrad bis zur Eisenbahn. Auch die gesellschaftliche Bedeutung der Stromlinienform wird beleuchtet.

Geburtstagsfest: Mit einem bunten Fest und einem vielfältigen Aktionsprogramm will das Zeppelin-Museum am 2. Juli das 20-jährige Bestehen feiern. Geplant ist in diesem Rahmen auch eine Podiumsdiskussion, bei der Gründungs-Direktor Wolfgang Meighörner dabei sein wird, genau wie Jürgen Bleibler, der seit Anbeginn die Zeppelin-Abteilung im Museum leitet. Neben Museumschefin Claudia Emmert wird auch Oberbürgermeister Andreas Brand auf dem Podium sitzen – „ein schönes Forum, um auch über Visionen wie das Museums-Quartier oder ein Industriemuseum in Friedrichshafen zu sprechen“, sagt Claudia Emmert.

Otto-Dix-Ausstellung: Spektakulär endet das Jubiläumsjahr mit „Otto Dix – Alles muss ich sehen!“ anlässlich des 125. Geburtstags des Künstlers. Vom 2. Dezember bis zum 5. März 2017 zeigt das Zeppelin-Museum seinen gesamten Dix-Bestand: 22 Gemälde, 96 Zeichnungen und 326 Grafiken.


Jahresprogramm

28. Januar: Eröffnung der Ausstellung „Mariele Neudecker. Some Things Happen All At Once“, 29. Januar bis 3. April.

18. Februar: Eröffnung der ZeppLab-Ausstellung „Luftschiffmodelle ohne Kompromisse“.

23. Februar, 1., 8., 15., 22. März: Ringvorlesungen „Ökologien des Menschlichen“ an der Zeppelin-Universität als Auftakt zur Ausstellung „Möglichkeit Mensch“.

Sonntag, 6. März: „Tag der Archive“ mit erstmaligen Führungen im Archiv der Luftschiffbau Zeppelin GmbH

6. März: Künstlergespräch mit Mariele Neudecker und Dr. Claudia Emmert

29. April bis 9. Oktober: Ausstellung „Möglichkeit Mensch. Körper – Sphären – Apparaturen“.

3. bis 26. Juni: Die Zumutung des Hörens – eine experimentelle Ausstellung der DFG-Forschergruppe „Mediale Teilhabe“ der Uni Konstanz

2. Juli bis 28. August: Freundeskreis zur Förderung des Zeppelin-Museums zeigt Highlights seiner Sammlungstätigkeit

4. November 2016 bis 17. April 2017: Ausstellung „Stromlinie“

2. Dezember 2016 bis 5. März 2017: Otto Dix – Alles muss ich sehen! – komplette Sammlung der Stadt wird gezeigt.

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