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19.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Friedrichshafen ZU-Studenten üben harsche Kritik

Friedrichshafen -  In einem offenen Brief an Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand und Uni-Präsident Stephan A. Jansen sprechen sich Studenten der Zeppelin-Universität klar gegen höhere Studiengebühren im Zuge einer von der Stadt geforderten, millionenschweren Stellplatz-Ablöse aus.

Derzeit studieren die ZUler an der Container-Uni im Fallenbrunnen, ein neuer Campus soll dort gebaut werden. Nun gibt es Streit um Ablöseforderungen der Stadt.  Bild: Uli Lancé

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Redakteurin Friedrichshafen

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In den Streit um eine von der Stadt geforderte millionenschwere Stellplatz-Ablöse für den Bereich des Campus im Fallenbrunnen haben sich die Studentenvertreter der Zeppelin-Universität (ZU) eingeschaltet. Die studentischen Senatoren Julia Maria Biermeier, Sven Liebert, Jan Morgenstern und Bianca Perina verfassten einen Brief, den sie unter anderem an Oberbürgermeister Andreas Brand und ZU-Präsident Stephan A. Jansen verschickten.

Im Rahmen der Baugenehmigung für den Campusneubau im Fallenbrunnen fordert die Stadtverwaltung von der ZU eine Ablöse in Höhe von 1,655 Millionen Euro für insgesamt 331 Stellplätze. Eine solche Ablöse ist immer zu zahlen, wenn im Zuge eines Bauprojekts nicht die über die Landesbauordnung vorgeschriebene Zahl an Stellplätze geschaffen werden kann. Sowohl ZU als auch ZU-Stiftung sprachen sich gegen die Forderung der Stadt aus. Die Begründung: Die Ablöseregelung gelte lediglich für gewerbliche und freiberufliche Nutzung. Die ZU sei aber ein gemeinnütziger Bildungsträger. Über die Stellplatz-Ablöse sollen die Mitglieder des Technischen Ausschusses des Gemeinderats heute Nachmittag entscheiden.

Die Studenten selbst erfuhren von dem Ablöse-Thema über die Medien und per E-Mail vom ZU-Präsidium. In ihrem Schreiben bitten sie alle Beteiligten um eine Stellungnahme. „Unserer Meinung nach ist die Kommunikation zwischen der Universität und der Stadt Friedrichshafen in einem unschönen Zustand, welcher sich deutlich verbessern muss“, schreiben die Studenten.

Die studentischen Senatoren befürchten, dass in Folge der Stellplatz-Ablöse ihre Studiengebühren bald steigen könnten. „Uns ist es mehr als unverständlich, wie bei einem Bauprojekt dieser Größe und Relevanz sämtliche Überlegungen zur Infrastruktur und Parkthematik bis heute anscheinend nicht artikuliert worden sind. Die Finanzierung eines Parkhauses aus Studiengebühren ist für uns nicht tragbar, da diese Gebühren in die Lehrqualität und den strategischen Ausbau unserer Universität fließen müssen. Eine Erhöhung der Studiengebühren ist für uns schlicht nicht diskutabel“, heißt es im Brief der Studenten. Damit nehmen sie Bezug auf einen Passus in der Vorlage für die Sitzung des Technischen Ausschusses. Darin heißt es, dass die geforderte Summe von 1,655 Millionen Euro beispielsweise fällig werde, wenn eine Baugenehmigung für ein Parkhaus im Fallenbrunnen erteilt werde. „Wir als Studierende können uns eine eventuelle Parkgebühr an einem Campus-Standort schlicht und einfach nicht leisten“, heißt es in dem Brief.

Die studentischen Senatoren weisen darauf hin, dass sie zur Stadt und zum Fallenbrunnen stehen würden, auch wenn „massive Einschränkungen durch die aktuelle Situation des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). die neuerdings kaum noch passierbaren Straßen und die nicht einladende Sicherheitssituation“ es ihnen nicht immer einfach machten.

Mit ihrem Schreiben laden die studentischen Senatoren Oberbürgermeister Andreas Brand und ZU-Stiftungsvorstand Thomas Sattelberger zu einem persönlichen Gespräch in die Container-Uni ein, um die Probleme persönlich zu besprechen.

Andrea Gärtner, Pressesprecherin der Stadt Friedrichshafen, bestätigte den Eingang des offenen Briefes. „Wir werden intern das weitere Vorgehen absprechen. Ich stehe allen Gesprächen offen gegenüber, “ so reagierte der OB auf den Brief der Studenten.

„Wir haben für ihre nachvollziehbaren Sorgen Verständnis“, antworteten ZU-Stiftungsvorstand und Geschäftsführung der ZU den Studenten. Beide Gremien sichern die Berücksichtigung der studentischen Interessen zu. „Die ohne weiteres Gesprächsangebot an die ZU erfolgte Beschlussvorlagen-Kommunikation hat uns überrascht. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund des im Oktober stattgefundenen Spitzengesprächs mit dem OB, dem Ersten Bürgermeister Stefan Köhler und der ZU-Stiftung, in dem uns eine einvernehmliche und für die ZU finanziell leistbare Lösung des Parkplatznachweises – zum Beispiel analog der damaligen DHBW-Ansiedlung – in Aussicht gestellt wurde“, heißt es weiter.

Die Zeppelin Universität (ZU), früher Zeppelin University, ist eine private, staatlich anerkannte Universität in Friedrichshafen. Die ZU erhielt im September 2011 als erste Privat-Uni in Baden-Württemberg das Promotionsrecht.

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