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Friedrichshafen ZF: Ermittlungen ziehen sich hin

Zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ravensburg gegen den Chef des Betriebsrats wie auch gegen einen Personaler des Automobilzulieferers ZF am Hauptsitz Friedrichshafen ist noch kein Ende abzusehen.

„Die Ermittlungen dauern in beiden hier anhängigen Ermittlungsvorgängen noch an und werden auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, teilt Oberstaatsanwalt Karl-Josef Diehl jetzt auf Anfrage des SÜDKURIER mit.

Zum einen ist bei der Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen den Chef des Betriebsrats am Standort anhängig. In diesem Fall geht es um den Vorwurf eines möglichen Betrugs. Zum anderen ermitteln die Strafverfolger aufgrund einer Anzeige, die die IG Metall (IGM) im Oktober vergangenen Jahres stellte. Diese richtet sich gegen einen Personalverantwortlichen am Häfler Stammsitz der ZF. Ihre Anzeige begründet die IGM unter anderem wegen einer angeblichen Behinderung der Tätigkeit des Betriebsrats. Obendrein prüft die Staatsanwaltschaft unter anderem, ob eine Begünstigung beziehungsweise Benachteiligung eines Mitglieds des Betriebsrats nach Paragraf 119 des Betriebsverfassungsgesetzes vorlag.

„Die beiden Verfahren stehen im engen Zusammenhang“, so Oberstaatsanwalt Diehl. Von daher werde sich auch das Verfahren gegen den ZF-Personaler, das zeitlich später eingeleitet wurde, noch weiter hinziehen. „Einen voraussichtlichen Abschluss kann ich noch nicht prognostizieren“, teilt der Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

Wenige Tage, nachdem die IG Metall im vergangenen Jahr die  Anzeige gestellt  hatte, hatte sich Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG, zu Wort gemeldet. Er sprach damals von ungeheuerlichen Anschuldigungen durch die IGM. ,,Die Unabhängigkeit der Arbeitnehmervertretungen ist ein hohes Gut, das bei ZF ohne Wenn und Aber respektiert und geachtet wird,“ schrieb Sommer damals in einem firmenintern veröffentlichten Schreiben an die Belegschaft.

Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen ein Streit zwischen der Gruppe „Wir ZF-ler“ des ZF-Betriebsrats und dem Chef der Arbeitnehmer-Vertretung. Diesem war vorgeworfen worden, Kosten in Höhe von 140 000 Euro, die eigentlich die IG Metall hätte tragen müssen, über die ZF abgewickelt zu haben. Der Chef des Betriebsrats bestritt diesen Vorwurf stets. Er wie auch das Unternehmen hatten eine umfassende Kooperation mit der Staatsanwaltschaft zugesagt.

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ZF Friedrichshafen - Deutschlands drittgrößter Autozulieferer: ZF Friedrichshafen ist ein weltweit führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Antriebs- und Fahrwerktechnik und zählt zu den drei größten Automobilzulieferern weltweit. Das Unternehmen gehört zu wichtigsten Arbeitgebern am Bodensee.

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