Enten und Schwänen machen die Eisflächen am Friedrichshafener Seeufer und im Hinterland offenbar nichts aus. Beim bislang einzigen Rettungseinsatz lief ein vermeintlich festgefrorener Schwan einfach davon.
Einzig bei der Nahrungssuche macht die Kälte den Wasservögeln zu schaffen. Feuerwehr oder Wasserschutzpolizei mussten bisher noch keine festgefrorenen Enten oder Blesshühner befreien. „Am Sonntag wurde uns ein Schwan gemeldet, der zwei Tage lang an derselben Stelle auf einer Eisfläche in Raderach saß“, berichtet Irmgard Späth, Pressesprecherin der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichshafen. „Aber das war ein Fehlalarm. Er war gar nicht festgefroren.“ Als sich einer der Feuerwehrleute auf einem Rettungsschlitten genähert habe, sei der Schwan aufgestanden und einfach „abgedackelt“, erzählt sie.
Kälte erschwert die Nahrungssuche
Durch die immer größer werdenden Eisflächen in den Uferbereichen haben es einige Wasservögel schwerer, Nahrung zu finden. „Haubentaucher kommen weit runter, aber Schwäne und Stockenten suchen im Flachwasserbereich“, erklärt Gerhard Kersting, Leiter des Naturschutzzentrums Eriskirch. In der dortigen Bucht gebe es bisher erstaunlich wenig Eis am Ufer. „Das liegt am warmen Winter bis vor zwei Wochen.“
Es sei nicht so sehr die Kälte, dafür aber der Nahrungsmangel, der den Vögeln zu schaffen mache. „Singvögel finden keine Insekten und der Boden ist gefroren.“ Für die Wasservögel werde es auch knapper, da einige Arten am Bodensee und speziell im Eriskircher Ried überwintern. „200.000 Vögel kommen an den See. In der vergangenen Woche habe ich viele Mäusebussarde gesehen.“ Die eisigen Wassertemperaturen seien für die Vögel kein Problem. „Aber wenn sich ein Tier mit nassen Füßen auf ein Metallgeländer setzt, kann es schnell festfrieren.“
Kersting rät, Singvögel mit Futter in Vogelhäuschen zu versorgen und Tiere bei Spaziergängen nicht zu sehr aufzuschrecken oder gar im Winterschlaf zu stören. „Tiere müssen Energiesparen. Wenn Fledermäuse oder Rehe aufgescheucht werden, können sie den Energieverlust vielleicht nicht ausgleichen und sterben.“
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