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Friedrichshafen Thermalbad-Aus: Kurt Eicher will Stadt verklagen

30.08.2012
Friedrichshafen -  Nach dem Thermalbad-Aus kündigt der Schweizer Investor Kurt Eicher über seinen Anwalt Ansprüche auf Schadensersatz an. Oberbürgermeister Brand Andreas Brand sieht den Weg in rechtliche Auseinandersetzungen. Über die Inhalte eines neuen Bäderkonzepts diskutierten am Mittwoch Bürger in Fischbach. Eine große Mehrheit ist für die Sanierung und Verbesserungen im See- und Freibad Fischbach.

Oberbürgermeister Andreas Brand diskutierte gestern im Frei- und Seebad Fischbach mit Badegästen und Bürgern über Inhalte des geplanten Bäderkonzepts.  Bild: Guth

Über ein Stimmungsbild zur Zukunft des Fischbacher Bades wurde abgestimmt.  Bild: Guth

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Ein zentrales Thema der Friedrichshafener Kommunalpolitik ist in diesem Herbst die Frage, wie es mit der Bäderlandschaft in der Zeppelinstadt weitergehen wird. Eines aber ist seit gestern klar: Nach der Kündigung der Verträge über den Bau eines Thermalbads mit Hotelkomplex in Fischbach durch die Stadt hat sich jetzt auch der Schweizer Investor Kurt Eicher von diesen Plänen verabschiedet. Eicher war es nicht gelungen, die vertraglich geforderte Bankbürgschaft oder Bankgarantie über die Bausumme von über 40 Millionen Euro vorzulegen.
 

Nach jahrelangem Hickhack und juristischen Auseinandersetzungen hat jetzt Eicher seinerseits den Rahmenvertrag aus dem Jahr 1999 und den Baurealisierungsvertrag von Ende 2011 aufgekündigt. Stattdessen will er Ansprüche auf Schadensersatz gegen die Stadt geltend machen, führte Eichers Anwalt in einem Schreiben aus.

Thermendrama geht weiter: Kurt Eicher fordert Schadensersatz

Oberbürgermeister Andreas Brand erklärte gestern im Gespräch mit dem SÜDKURIER am Rande eines Bürgergesprächs im Fischbacher Bad, dass derzeit die Anwälte beider Seiten Schriftsätze austauschen. Eicher verlangt „wegen Nichterfüllung des Vertrags“ Schadensersatz. „Dies ist jetzt der Weg in die rechtliche Auseinandersetzung“, sagte Brand. Ob das alles in einem Verfahren vor Gericht endet, sei derzeit noch unklar. Nach Einschätzung von Fachleuten könne die Stadt dem angedrohten juristischen Nachspiel des Jahre dauern den Thermendramas gelassen entgegensehen. „Wir haben uns stets als vertragstreu erwiesen“, so Brand.

Von Kurt Eicher wurde ergänzend vorgeschlagen, dass der Mietvertrag für das Haus Wagner in der Nähe des Fischbacher Bades einvernehmlich zum 31. März des kommenden Jahres aufgehoben werden könnte. Die Stadt hatte den Vertrag einseitig zum 31. Juli dieses Jahres gekündigt. Brand versprach gestern, dass der Vorschlag zunächst geprüft wird. „Kurt Eicher erhält in den kommenden Tagen unsere schriftliche Entscheidung.“
 

Wie geht es im Strandbad Fischbach weiter?

Wie im Sommergespräch mit dem SÜDKURIER von Oberbürgermeister Brand am Dienstag angekündigt, will die Stadt mit einem realistischen, bürgernahen und bezahlbaren Konzept die Weiterentwicklung der Bäderlandschaft in Friedrichshafen effizient und zeitnah in Angriff nehmen. Um hautnah zu erfahren, welche Vorstellungen die Bürger haben, lud Brand gestern im Frei- und Seebad Fischbach zu einer Gesprächsrunde ein. Rund 50 Badegäste und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, Anregungen zu formulieren.

Nach etwa eineinhalb Stunden angeregter Diskussion, an der sich auch erfreulich viele junge und jugendliche Badfreunde beteiligten, zeichnete sich ein klares Bild ab, das natürlich nicht repräsentativ sein kann. Zunächst gab es gestern keinerlei Befürworter, an dem Konzept eines Thermalbads mit angeschlossenem Hotel festzuhalten, wie es derzeit Beschlusslage im Gemeinderat ist. Dafür müsste ein neuer Investor gesucht und gefunden werden.

Etwa ein Drittel der Anwesenden könnte sich ein aufgerüstetes Bad vorstellen, das das ganze Jahr über in Betrieb ist. Eine solche Planung würde aber eindeutig mit dem Vorhaben eines neuen Hallenbads am Sportpark bei der ZF-Arena kollidieren. Zwei das ganze Jahr über geöffnete Bäder dürften kaum finanzierbar sein. Bei einem Verzicht auf ein neues Hallenbad im Zentrum dürfte es Probleme beim Angebot des Schul-Schwimmens geben.

Die übergroße Mehrheit sprach sich schließlich für eine Sanierung des bestehenden Frei- und Seebads aus. „Lassen Sie die Atmosphäre, wie sie jetzt ist“, wurde Brand aufgefordert. Das bedeute aber nicht, dass gar nichts geschehen soll. Die Wasserfläche in den Becken könnte vergrößert werden. Der Zugang zum See biete Verbesserungsmöglichkeiten. Außerdem war klar, dass die gesamte Technik auf den neuesten Stand gebracht werden muss. In diesem Zusammenhang könnte geprüft werden, ob die Abwärme aus dem nicht weit entfernten MTU-Werk 2 für die Erwärmung des Badewassers genutzt werden kann.

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