Friedrichshafen Tag der offenen Tür in der Hölle
Ein "genialer" Teufel: Johannes Henne. Bild: Beicht
Das war toll!" Diese begeisterten Worte einer Zuschauerin am Ende der Vorstellung trafen, was wohl alle Besucher der Premierenvorstellung auf der Waldbühne in Sigmaringendorf dachten. "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren" steht in diesem Jahr als Kinderstück auf dem Programm. Erstmals führte Matthias Henne Regie. Und er machte seine Sache gut, sogar sehr gut. 60 Kinder und Jugendliche wirkten mit in dem Märchenstück nach den Gebrüdern Grimm, aufgearbeitet und "zeitlich" angepasst von Gerold Rebholz und Franz Mielke.
Einige Grade mehr hätten am Premierenabend gut getan. Aber so war man froh, dass es wenigstens trocken blieb. Mit einer fröhlichen Melodie beginnt das Stück um den Müllersohn, dargestellt von Leah Förderer, die mit ihrer frischen Art sogleich die Herzen der Zuschauer gewann. Der Tag beginnt mit der Arbeit des Müllers und seiner Gesellen. Während sie noch überlegen, wie wohl der König (Gerold F. Rebholz) aussehen mag, kommt dieser mit seinen Jägern aus dem Wald auf der Suche nach einem Findelkind - dem Müllerssohn.
Damit beginnt für ihn ein Abenteuer, das ihm zum Schluss die Prinzessin (Anna-Sophia Fotiou) als Frau beschert. Bis dahin aber ist ein langer Weg. Dieser führt ihn zu einer Horde gefährlicher Räuber, die sich aber auch von einer ganz anderen Seite zeigen können. Während auf dem Schloss der ganze Hofstaat emsig mit den Vorbereitungen der Hochzeit beschäftigt ist, kehrt der König nach Hause und muss feststellen, dass ein hinterhältiger Plan nicht gelungen ist. Eine unmöglich zu erfüllende Aufgabe soll der Müllersohn noch erfüllen, bevor er die Prinzessin heiraten kann: Drei goldene Haare des Teufels soll er dem König präsentieren.
Und nun beginnt das Abenteuer erst richtig. Drei Fragen soll er dem Baumwächter (Katharina Bayer), dem Brunnenwächter (Sarah Müller) und schließlich dem Fährmann (Johanna Speh) beantworten - falls ihm jemals wieder der Weg zurück aus der Hölle gelingt. Diese befindet sich über dem Fluss, und dort ist gerade "Putztag". Überall lodern Feuer auf, kleine Teufelchen tanzen nach modernen Rhythmen und fühlen sich so wohl, dass der Müllersohn feststellt: "In der Hölle ist wohl heute Tag der offenen Tür". Zur Begeisterung der kleinen und großen Besucher legt der Oberteufel (Johannes Henne) einen genialen Auftritt hin, singend und tanzend mit viel Licht- und Feuereffekten. Klar, dass der Müllerssohn auch hier wieder Verbündete findet, die ihm bei seiner Aufgabe behilflich sind. Die Tore zur Hölle werden geschlossen und wieder zum Schloss umgewandelt, wo nun das "Happy End" gefeiert werden kann. Der Jubel und anhaltende Beifall des Publikums beantwortet die Frage von Teufel und König: "Ich hoffe es hat ihnen gefallen?" Und wie es den Leuten gefallen hat.
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