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Friedrichshafen Sologeiger einfühlsam begleitet

01.12.2010
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Sinfonieorchester Friedrichshafen überzeugt mit Gastgeiger Laurent Albrecht Breuninger im Graf-Zeppelin-Haus

Das mit Max Bruch und Antonin Dvorak stark romantisch gefärbte Programm des Sinfonieorchesters Friedrichshafen lockerte Orchesterleiter Joachim Trost mit „Le boeuf sur le toit“ von Darius Milhaud auf, einer recht beschwingten Komposition von 1920. Dazu gab er eine gute Hörhilfe mit kurzen Ausschnitten und Erläuterungen für das in Rondo-Form geschriebene Werk. So begann die Werkdarstellung mit dem rhythmisch zupackenden Refrain in farbiger Instrumentation und wendigen Registern, einmal abgelöst von elegant schwingenden brasilianischen Tänzen sowie schwerblütiger südamerikanischer Folklore als Couplet – oder ein Violin-Pizzacato begleitete im Gitarrensound eine inbrünstige Melodie tiefer Streicher.

Kontrastreich wirkte Max Bruchs Violinkonzert in g-Moll, bei dem der renommierte Violinprofessor Laurent Albrecht Breuninger den Solopart übernahm. Das Werk gilt als Inbegriff der romantischen Konzertform. Und das wurde auf eindrucksvolle Weise in hochvirtuosen und tonschönen Violinsoli auch zum besonderen Hörgenuss. In schönem, geschmeidigem Ton und musikantischer Gestik ließ der Sologeiger gleich eingangs seinen Part hochsteigen, um ihn dann mit kraftvoll gestrichenen Oktaven und hochvirtuosem Doppelgriffspiel weiter zu intensivieren. Dabei ließ Joachim Trost dem Solisten mit sorgfältig geführter und einfühlsamer Orchesterbegleitung reichlich Raum für seine gewinnende Interpretation. So waren die tiefen Lagen sonor, wie die extrem hohen Passagen mit tragendem Ton dem Orchester gegenübergestellt oder auch streckenweise mit ihm verschmolzen. Ohne Zäsur folgte nach kurzer, brillanter Kadenz das Adagio mit innig vorgetragenen Kantilenen.

Bei der geschmackssicheren Beherrschtheit von großer Expressivität bildeten die Solopassagen einen äußerst kultivierten Instrumentalgesang – und das auch im Finale mit dem temperamentvoll gespielten ungarischen Thema bei schwelgenden Orchestereinwürfen, die der Dirigent souverän mit den Soli zu einheitlicher Werkaussage in motivierendem Dirigat gestaltete.

Der Klang blieb nach der Pause weiterhin romantisch bei Dvoraks 8. Sinfonie, die sehr differenzierte Ausformung von Joachim Trost erhielt, hat er sie doch vor Jahren schon einmal mit der Südwestdeutschen Philharmonie aufgeführt. Jetzt ließ er den Reichtum melodischer Einfälle auch bei einzelnen Stimmgruppen stilvoll aufblühen: Eine weitgespannte Melodie der gut disponierten Celli, Fagotte und Klarinette leiteten den Kopfsatz ein. Die Flöten intonierten kantabel das Hauptthema, das vom Tutti zu temperamentvoller Entfaltung bis hin zu hymnischem Forte gebracht wurde. Böhmisches Kolorit und balladeske Atmosphäre entwickelte sich im 2. Satz bei trauermarschartiger Eröffnung, die in einen festlich strahlenden Hymnus mündete. Das Scherzo sang und tanzte einen melancholischen wie folkloristisch gefärbten Walzer in elegantem Tonfall. Im Finale, von hellen Trompetenfanfaren eingeleitet, intonierten die gut besetzte Cello-Gruppe recht sonor das Thema, das in Variationen zum Teil in recht rustikalem Charakter auftrat, aber von der lyrisch empfunden Themenveränderung neue Klangqualität erhielt, gekrönt von Tutti mit Geigenbrillanz und mitreißender Stretta. Für den Beifall bedankten sich Orchester und Dirigent mit Smetanas schwungvoll hingelegtem Tanz der Komödianten.

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